Künstlerporträt
Black Sabbath
Vier junge Männer aus einem Arbeiterviertel in Birmingham, die aus dem Blues etwas Dunkles, Schweres machten – und damit den Heavy Metal begründeten.
Black Sabbath klang 1970 anders als alles, was sonst im Radio lief: langsam, tief gestimmt, bedrohlich. Tony Iommis Gitarrenriffs, Geezer Butlers Texte über Krieg, Angst und Abgründe, Ozzy Osbournes klagende Stimme und Bill Wards swingendes Schlagzeug ergaben eine Musik, die ganze Genres hervorbrachte. Die Kritik verachtete die Band anfangs, das Publikum nicht. Heute berufen sich Metal-, Grunge- und Doom-Bands gleichermaßen auf sie.
In diesem Porträt
1948–1969
01 Aston
Alle vier Mitglieder wuchsen im Birminghamer Stadtteil Aston auf, zwischen Fabriken und Nachkriegsruinen. Tony Iommi verlor mit 17 Jahren bei einem Unfall in einer Blechfabrik die Kuppen zweier Finger seiner Greifhand. Er baute sich Fingerhüte und stimmte seine Gitarre tiefer, um die Saiten leichter greifen zu können – ein Grund für den schweren Klang der Band.
1968 fanden Iommi, Butler, Osbourne und Ward zusammen, zunächst als Bluesband unter anderen Namen. 1969 benannten sie sich nach einem ihrer Songs in Black Sabbath um, der Titel stammte von einem Horrorfilm mit Boris Karloff.
1970
02 Das Debüt
Das erste Album Black Sabbath entstand in kürzester Zeit und erschien am Freitag, dem 13. Februar 1970. Der Titelsong beginnt mit Regen, Glockenläuten und einem Riff aus drei Tönen, dem Tritonus, den man im Mittelalter den Teufel in der Musik nannte.
Die Kritik war vernichtend, doch das Album stieg in die britischen Top Ten. Die Band hatte einen Nerv getroffen.
1970
03 Paranoid
Schon im Juni 1970 ging die Band mit Produzent Rodger Bain wieder ins Studio in London. Der Titelsong „Paranoid“ entstand angeblich in wenigen Minuten als Lückenfüller, weil noch ein kurzes Stück fehlte. Er wurde der größte Hit der Band. Eigentlich sollte das Album nach dem Eröffnungsstück „War Pigs“ heißen, einer Anklage gegen den Vietnamkrieg.
Paranoid erschien im September 1970 und stieg in Großbritannien auf Platz eins. Neben „War Pigs“ und „Paranoid“ stehen darauf „Iron Man“ mit seinem stampfenden Riff, das schwebende „Planet Caravan“ und „Fairies Wear Boots“. Kaum ein Album hat den Heavy Metal so früh so vollständig vorgezeichnet.
1971–1979
04 Die Ozzy-Jahre
Master of Reality von 1971 klang noch tiefer und schwerer, auf Vol. 4 und Sabbath Bloody Sabbath experimentierte die Band mit Klavier, Streichern und Synthesizern.
Nach Sabotage von 1975 geriet die Band in eine Krise, Erschöpfung und Drogen setzten ihr zu. 1979 trennte sie sich von Ozzy Osbourne, der eine erfolgreiche Solokarriere begann.
1980–2017
05 Wechsel und Rückkehr
Mit Ronnie James Dio als Sänger gelang 1980 Heaven and Hell, danach wechselte die Besetzung um Iommi immer wieder, 1983 sang etwa Ian Gillan von Deep Purple ein Album ein.
Ende der Neunziger fand die Originalbesetzung für Konzerte wieder zusammen. 2013 erschien mit 13, produziert von Rick Rubin, ein neues Album mit Osbourne, Iommi und Butler, das in Großbritannien und den USA auf Platz eins stieg. Im Februar 2017 spielte die Band in Birmingham ihr vorerst letztes Konzert.
2006–2025
06 Was bleibt
2006 wurde Black Sabbath in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, die Laudatio hielt Metallica.
Am 5. Juli 2025 stand die Originalbesetzung im Fußballstadion Villa Park in Birmingham ein letztes Mal gemeinsam auf der Bühne, umgeben von Bands, die sich auf sie beriefen. Wenige Wochen später, am 22. Juli 2025, starb Ozzy Osbourne mit 76 Jahren.
Hörtipp
Paranoid eignet sich für einen dunklen Herbstabend – am besten mit dem Wissen, dass diese Musik von vier Anfang Zwanzigjährigen aus einer Industriestadt stammt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
Metallica
1 Album auf dieser Seite
Metallica nahm Black Sabbath 2006 in die Rock and Roll Hall of Fame auf und nennt die Band als eines ihrer wichtigsten Vorbilder.
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Deep Purple
Machine Head
1972rund 37 Minuten
Deep Purple gehörte mit Black Sabbath zu den Gründern des britischen Hardrock; Sänger Ian Gillan nahm 1983 sogar ein Album mit Sabbath auf.
Zur Album-Story →
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