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Künstlerporträt

Metallica

Die Band, die den Thrash Metal aus den Clubs in die Stadien trug – schnell, präzise und mit dem Ehrgeiz, lange Stücke wie Sinfonien zu bauen.

Metallica begann Anfang der Achtziger als Antwort junger Kalifornier auf die neue britische Heavy-Metal-Welle, nur schneller und härter. Aus dieser Wucht entstanden Alben mit langen, komplex gebauten Stücken, die ohne Radio und fast ohne Fernsehen ein riesiges Publikum fanden. Später wagte die Band den Schritt in den Mainstream und verlor dabei manchen alten Fan, gewann aber ein Weltpublikum. Über vier Jahrzehnte und mehrere Umbesetzungen hinweg blieben James Hetfield und Lars Ulrich ihr Kern.

In diesem Porträt

  1. 01Los Angeles 1981–1983
  2. 02Kopenhagen 1984–1985
  3. 03Master of Puppets 1985–1986
  4. 04Der Weg nach oben 1986–1991
  5. 05Umbrüche 1996–2008
  6. 06Was bleibt 2009–heute

1981–1983

01 Los Angeles

Der in Dänemark geborene Schlagzeuger Lars Ulrich suchte 1981 per Kleinanzeige in Los Angeles Mitmusiker und fand den Sänger und Gitarristen James Hetfield. Beide liebten Bands wie Motörhead, Diamond Head und Iron Maiden, die in Amerika damals kaum jemand kannte. Im Oktober 1981 gründeten sie Metallica.

Mit dem Bassisten Cliff Burton, der aus der Bay Area kam, zog die Band nach San Francisco. Gitarrist Dave Mustaine musste im Frühjahr 1983 gehen, für ihn kam Kirk Hammett. Im Sommer erschien das Debüt Kill ’Em All, roh und rasend schnell.

1984–1985

02 Kopenhagen

Für das zweite Album Ride the Lightning ging Metallica 1984 nach Kopenhagen, zum Produzenten Flemming Rasmussen. Die Stücke wurden länger und vielschichtiger, mit „Fade to Black“ wagte die Band sogar eine Ballade.

Der Bassist Cliff Burton, klassisch geschult und offen für alles von Bach bis Punk, brachte Harmonien und Melodien in die Musik, die im Thrash bis dahin unbekannt waren. Er wurde zum musikalischen Gewissen der Band.

1985–1986

03 Master of Puppets

Cover von Master of Puppets
Master of Puppets · 1986

Im Herbst 1985 kehrte Metallica in die Sweet Silence Studios nach Kopenhagen zurück und nahm mit Rasmussen Master of Puppets auf. Das Album folgt einem ähnlichen Bauplan wie sein Vorgänger, ist aber strenger und reifer: vom Sturmlauf „Battery“ über den achtminütigen Titelsong bis zu „Welcome Home (Sanitarium)“ und dem Instrumental „Orion“, das Burton maßgeblich prägte. In den Texten geht es um Abhängigkeit und Kontrolle.

Das Album erschien im März 1986 und verkaufte sich ohne Hitsingle und fast ohne Radioeinsätze glänzend. Von März bis August spielte Metallica in den USA im Vorprogramm von Ozzy Osbourne in großen Hallen. Auf der Europatournee im September verunglückte der Tourbus in Schweden, Cliff Burton kam dabei ums Leben. Er wurde 24 Jahre alt.

1986–1991

04 Der Weg nach oben

Mit dem Bassisten Jason Newsted machte die Band weiter. …And Justice for All von 1988 brachte mit „One“ den ersten Videoclip der Band und 1990 einen Grammy.

Für das 1991 erschienene Album Metallica, wegen seines Covers meist das schwarze Album genannt, holte sich die Band den Produzenten Bob Rock. Die Songs wurden kürzer und wuchtiger, „Enter Sandman“ und „Nothing Else Matters“ liefen weltweit im Radio. Aus der Metal-Band wurde eine der größten Rockbands der Welt.

1996–2008

05 Umbrüche

Load und Reload zeigten Mitte der Neunziger eine Band, die sich an Bluesrock und Southern Rock versuchte. 1999 spielte Metallica mit dem San Francisco Symphony Orchestra das Livealbum S&M ein.

Newsted verließ die Band 2001, 2003 kam Robert Trujillo. Die schwierige Entstehung von St. Anger hielt ein Dokumentarfilm fest. Mit Death Magnetic, produziert von Rick Rubin, fand Metallica 2008 zum Klang der Achtziger zurück.

2009–heute

06 Was bleibt

2009 wurde Metallica in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2016 nahm die amerikanische Library of Congress Master of Puppets als erste Metal-Platte in ihr Archiv besonders bewahrenswerter Aufnahmen auf.

Hardwired… to Self-Destruct erschien 2016, 72 Seasons 2023. Die Band spielt weiterhin in Stadien auf der ganzen Welt, und kaum eine Metal-Band nach ihr kommt ohne den Vergleich mit den Achtzigerjahre-Alben aus.

Hörtipp

Master of Puppets gehört an einen Abend, an dem die Anlage laut sein darf – am besten am Stück, denn die Dramaturgie der beiden Seiten ist sorgfältig gebaut. Zur Album-Story →

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