Warum so streng
Drei Regeln, die nichts verlangen, sondern etwas weglassen
Keine Handys. Nicht aus Prinzip und nicht als Erziehungsmaßnahme. Ein Blick aufs Display reißt den Faden nicht nur für die Person selbst, sondern für alle, die es sehen – danach schauen die Nächsten auch. Deshalb liegen die Geräte sichtbar in einer Box im Raum und nicht in der Tasche: Wer weiß, dass niemand heimlich schaut, muss selbst nicht nachsehen. Eingesammelt wird nichts, jeder legt selbst hinein, und die Box steht die ganze Zeit zugänglich im Raum.
Und wer erreichbar sein muss, ist erreichbar. Kranke Angehörige, kleine Kinder, Bereitschaft – das sage ich zu Beginn ausdrücklich dazu: Wer das Gerät braucht, behält es lautlos bei sich und geht bei Bedarf kurz hinaus. Niemand muss sich dafür erklären. Erfahrungsgemäß nimmt kaum jemand diese Möglichkeit in Anspruch, gerade weil sie ausgesprochen ist.
Kein Überspringen. Ein Album ist in einer Reihenfolge gebaut. Das dritte Stück steht dort, weil das zweite vorher kam. Wer einzelne Titel auslässt, hört ein anderes Werk – und die Stellen, die beim ersten Hören unbequem wirken, sind oft genau die, über die hinterher geredet wird.
Kein Reden während der Musik. Das ist die Regel, die am meisten Überwindung kostet, und die einzige, die wirklich den Unterschied macht. Sobald im Raum gesprochen wird, wird die Musik zur Kulisse, und dann hätte man sich den ganzen Aufwand sparen können. Davor und danach wird geredet, ausdrücklich.
Was die drei gemeinsam haben: Keine verlangt etwas von Ihrem Team. Sie nehmen nur weg, was sonst automatisch passiert. Genau das ist der Unterschied zwischen diesem Abend und einem Programmpunkt.