Künstlerporträt
Four Tet
Ein Londoner Tüftler, der Harfen, Gitarren und Jazzschlagzeug mit Laptop und Beats zu warmer elektronischer Musik verband.
Four Tet ist das Projekt von Kieran Hebden. Er baut seine Stücke aus kleinen Klangfetzen – gezupften Saiten, Glocken, Jazzschlagzeug, Stimmen – und macht daraus Musik, die gleichzeitig elektronisch und handgemacht wirkt. Anfang der Nullerjahre wurde dafür das Wort Folktronica erfunden. Später wandte er sich stärker dem Club zu und wurde einer der gefragtesten DJs der Welt, ohne seine leise, verspielte Seite zu verlieren.
In diesem Porträt
1977–1998
01 Putney
Kieran Hebden wurde 1977 in London geboren und wuchs im Stadtteil Putney auf. An der Elliott School gründete er mit seinen Mitschülern Adem Ilhan und Sam Jeffers die Band Fridge, die instrumentalen Postrock spielte.
Nebenher begann er allein zu arbeiten. Den Namen Four Tet übernahm er von einem Jazzalbum. 1998 erschien seine erste Single „Thirtysixtwentyfive“, ein mehr als halbstündiges Stück, beim Londoner Label Output.
1999–2002
02 Pause
Das erste Album Dialogue von 1999 verband Jazzschlagzeug mit Hip-Hop-Beats. Hebden arbeitete ganz am Computer, mit Programmen, die eigentlich für andere Zwecke gedacht waren.
Mit Pause kam 2001 der Durchbruch. Akustische Gitarren, Harfenklänge und Naturgeräusche trafen auf stolpernde Rhythmen. Kritiker nannten das Folktronica, ein Etikett, das Hebden bald zu eng wurde.
2002–2003
03 Rounds
Rounds entstand über zehn Monate in Hebdens Wohnung im Norden Londons, mit einem normalen Computer und seiner Stereoanlage. Er verarbeitete insgesamt einige hundert Samples, in jedem Stück zwanzig bis dreißig, bis sie kaum noch wiederzuerkennen waren. Nur für „Slow Jam“ nahm er eine Gitarre mit einem einfachen Mikrofon selbst auf.
Das Album erschien am 5. Mai 2003 beim Label Domino. Stücke wie „Hands“, „She Moves She“, „My Angel Rocks Back and Forth“ und „As Serious as Your Life“ verbinden zarte, akustische Klänge mit kräftigen, verschobenen Beats. Dem neunminütigen „Unspoken“ lag ursprünglich ein Sample von Tori Amos zugrunde, das Hebden nicht freigeben lassen konnte, also baute er es neu.
Rounds wurde von der Kritik als eines der besten Alben des Jahres gefeiert und gilt bis heute als Hebdens schönstes Werk. Zum zehnten Jubiläum erschien 2013 eine Neuauflage mit einem Livemitschnitt von 2004.
2004–2012
04 Neue Partner
Everything Ecstatic von 2005 klang lauter und rhythmischer. Zur selben Zeit begann Hebden eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Jazzschlagzeuger Steve Reid, mit dem er mehrere Alben improvisierter Musik aufnahm.
There Is Love in You von 2010 war stark vom Club geprägt. Mit Burial veröffentlichte er gemeinsame Singles, 2011 zusammen mit Burial und Thom Yorke die Stücke „Ego“ und „Mirror“. Für ein Remixalbum von Radiohead bearbeitete er im selben Jahr „Separator“.
2013–2022
05 Text
Auf seinem eigenen Label Text erschienen Beautiful Rewind (2013) und Morning/Evening (2015); letzteres besteht aus zwei langen Stücken, eines davon mit dem Sample einer indischen Gesangsaufnahme.
New Energy (2017) und Sixteen Oceans (2020) kehrten zu der verträumten Seite von Rounds zurück. Gleichzeitig legte er weltweit in Clubs und auf Festivals auf.
2023–heute
06 Was bleibt
Mit Fred again.. und Skrillex spielte Hebden ab 2023 gemeinsame Sets vor sehr großem Publikum. Aus dem stillen Studiotüftler war ein Star der Tanzmusik geworden.
2024 erschien das Album Three, das ihm zwei Grammy-Nominierungen einbrachte. Die Mischung aus Wärme und Elektronik, die er auf Rounds gefunden hatte, ist in seiner Musik bis heute zu hören.
Hörtipp
Rounds eignet sich für den Übergang vom Essen zum längeren Zuhören – es beginnt freundlich und zugänglich und zieht die Aufmerksamkeit dann Stück für Stück tiefer hinein. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Burial
Untrue
2007rund 50 Minuten
Four Tet und Burial veröffentlichten mehrere gemeinsame Singles, 2011 auch Stücke mit Thom Yorke.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Radiohead
3 Alben auf dieser Seite
Kieran Hebden remixte „Separator“ für Radiohead und arbeitete mit Thom Yorke an „Ego“ und „Mirror“.
Zum Porträt →
Four Tet gemeinsam hören
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