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Künstlerporträt

Madonna

Eine Tänzerin aus Michigan, die den Pop der Achtziger nach ihren eigenen Regeln formte und sich seitdem immer wieder neu erfunden hat.

Madonna hat früher als andere verstanden, dass Pop mehr ist als ein Song: Bild, Bühne, Video und Haltung gehören dazu. Sie kam mit wenig Geld nach New York und wurde innerhalb weniger Jahre zur bekanntesten Sängerin der Welt. Immer wieder suchte sie die Reibung mit Kirche, Moral und Erwartungen, und ebenso oft holte sie sich neue Produzenten, um ihren Klang zu erneuern. Like a Prayer ist das Album, auf dem sie zum ersten Mal ganz offen von sich selbst erzählt.

In diesem Porträt

  1. 01Michigan 1958–1978
  2. 02New York 1978–1983
  3. 03Weltstar 1984–1988
  4. 04Like a Prayer 1988–1989
  5. 05Neuerfindungen 1990–2000
  6. 06Was bleibt 2001–heute

1958–1978

01 Michigan

Madonna Louise Ciccone wurde am 16. August 1958 in Bay City im US-Bundesstaat Michigan geboren und wuchs in den Vororten von Detroit auf, in einer großen katholischen Familie. Ihre Mutter starb, als Madonna fünf Jahre alt war – ein Verlust, der in vielen ihrer späteren Lieder nachklingt.

In der Schule fiel sie durch gute Noten und durch den Tanz auf. Sie bekam ein Stipendium für Tanz an der University of Michigan, brach das Studium aber ab und zog 1978 nach New York.

1978–1983

02 New York

In New York tanzte sie in Kompanien, jobbte und lebte zeitweise sehr knapp. Mit Freunden spielte sie in kleinen Bands wie The Breakfast Club und Emmy, oft am Schlagzeug, bald als Sängerin.

Mit selbst aufgenommenen Demos gewann sie DJs in den Clubs der Stadt für sich. Seymour Stein nahm sie 1982 für Sire Records unter Vertrag, die Single „Everybody“ lief in den Discos. 1983 erschien das Debütalbum Madonna mit „Holiday“, „Lucky Star“ und „Borderline“.

1984–1988

03 Weltstar

Like a Virgin, produziert von Nile Rodgers, machte sie 1984 zum Weltstar. Ihr Auftritt bei den ersten MTV Video Music Awards im Hochzeitskleid wurde legendär, und junge Frauen auf der ganzen Welt kopierten ihren Stil.

1985 spielte sie im Film Susan… verzweifelt gesucht. Das Album True Blue von 1986 mit „Papa Don’t Preach“, „Live to Tell“ und „La Isla Bonita“ zeigte eine ernstere, gereifte Madonna.

1988–1989

04 Like a Prayer

Cover von Like a Prayer
Like a Prayer · 1989

Von September 1988 bis Januar 1989 arbeitete Madonna in Studios in Los Angeles an ihrem vierten Album, gemeinsam mit ihren langjährigen Partnern Patrick Leonard und Stephen Bray. Prince schrieb und produzierte mit ihr das Duett „Love Song“ und spielte auf einigen Stücken Gitarre, ohne dass sein Name dort genannt wurde. Im Titelsong singt ein Gospelchor um Andraé Crouch.

Like a Prayer erschien im März 1989 und handelt von Glauben, Familie und dem Ende ihrer Ehe. „Promise to Try“ erzählt vom Tod ihrer Mutter, „Oh Father“ vom schwierigen Verhältnis zum Vater, „Express Yourself“ und „Cherish“ wurden große Hits. Das Video zum Titelsong mit brennenden Kreuzen löste einen Skandal aus, ein Getränkekonzern zog seinen Werbespot mit dem Lied zurück. Das Album stand in rund 20 Ländern an der Spitze.

1990–2000

05 Neuerfindungen

Mit „Vogue“ und der Blond Ambition Tour setzte sie 1990 neue Maßstäbe für Popkonzerte. Das Album Erotica von 1992 provozierte noch deutlicher und kostete sie einen Teil ihres Publikums.

Für die Titelrolle im Musicalfilm Evita erhielt sie 1996 einen Golden Globe. Mit dem britischen Produzenten William Orbit nahm sie Ray of Light auf, eine ruhigere, elektronische Platte, die 1998 mehrere Grammys gewann. Music folgte im Jahr 2000, produziert mit dem Franzosen Mirwais.

2001–heute

06 Was bleibt

Confessions on a Dance Floor mit der Single „Hung Up“, gebaut auf einem Sample von ABBA, führte sie 2005 zurück in die Clubs. 2008 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Mit der Celebration Tour blickte sie 2023 und 2024 auf vier Jahrzehnte ihrer Musik zurück. Den Abschluss bildete im Mai 2024 ein Gratiskonzert an der Copacabana in Rio de Janeiro vor weit über einer Million Menschen. Kaum eine Popkünstlerin nach ihr kommt ohne das Vorbild aus, das Madonna gesetzt hat.

Hörtipp

Like a Prayer ist ein Album für einen Abend, an dem man tanzen und zuhören möchte – vom Gospel des Titelsongs bis zu den leisen Stücken über Familie am Ende. Zur Album-Story →

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