Künstlerporträt
Rammstein
Sechs Musiker aus Ost-Berlin, die harte Gitarren, Elektronik und deutsche Sprache zu einem Bühnenschauspiel verbanden, das in der ganzen Welt verstanden wird.
Rammstein ist die erfolgreichste deutschsprachige Band im Ausland, obwohl die meisten Fans dort kein Wort der Texte verstehen. Die Musik verbindet schwere, gleichförmige Gitarrenriffs mit Synthesizern und der tiefen, rollenden Stimme von Till Lindemann. Auf der Bühne kommen Feuer, Pyrotechnik und Theater dazu. Die Band spielt bewusst mit Provokation und Missverständnissen, und genau das hat sie oft angreifbar gemacht.
In diesem Porträt
1994–1996
01 Berlin
Alle sechs Mitglieder – Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Oliver Riedel, Christoph Schneider und Christian „Flake“ Lorenz – stammen aus der DDR und hatten in der Ost-Berliner und Schweriner Musikszene gespielt. 1994 gründeten sie Rammstein und gewannen einen Nachwuchswettbewerb des Berliner Senats, der ihnen erste Aufnahmen ermöglichte.
Das Debüt Herzeleid erschien 1995, produziert von dem Schweden Jacob Hellner. Den Stil der Band nannte man bald Neue Deutsche Härte.
1997–2000
02 Durchbruch
Mit Sehnsucht und den Singles „Engel“ und „Du hast“ kam 1997 der große Erfolg, auch in Amerika. Der Regisseur David Lynch verwendete zwei Rammstein-Songs in seinem Film Lost Highway.
Konzerte mit Flammenwerfern und brennenden Kostümen machten die Band berühmt. „Du hast“ wurde für einen Grammy nominiert, 1999 erschien das Livealbum Live aus Berlin.
2000–2001
03 Mutter
Für das dritte Album zog sich die Band im Jahr 2000 in ein Studio in Südfrankreich zurück, das Studio Miraval, wieder mit Jacob Hellner als Produzent. Auf mehreren Songs spielt das Deutsche Filmorchester Babelsberg mit, dessen Streicher dem Album eine düstere Größe geben. Die Band nahm sich mehr Zeit als zuvor und feilte lange an den Arrangements.
Mutter erschien im April 2001 und stieg in Deutschland auf Platz eins. „Sonne“ war ursprünglich als Einmarschmusik für die Boxer Vitali und Wladimir Klitschko gedacht. „Links 2-3-4“ war die Antwort der Band auf den Vorwurf, sie stehe politisch rechts. Dazu kommen „Ich will“, „Feuer frei!“, das Titelstück und „Mein Herz brennt“. Viele Fans halten Mutter bis heute für das geschlossenste Album der Band.
2004–2009
04 Welterfolg
Reise, Reise brachte 2004 „Amerika“, eine ironische Betrachtung über die Verbreitung amerikanischer Kultur. Rosenrot folgte ein Jahr später.
Liebe ist für alle da von 2009 löste mit Texten und Videos neue Debatten aus. Die Tourneen wurden immer größer, bald spielte die Band in Stadien auf mehreren Kontinenten.
2019–heute
05 Späte Jahre
Nach zehn Jahren ohne neues Studioalbum erschien 2019 ein titelloses Album mit dem Song „Deutschland“ und einem aufwendigen Video zur deutschen Geschichte.
2022 folgte Zeit, entstanden in der Zeit, als Konzerte kaum möglich waren. Seit über dreißig Jahren spielt Rammstein in unveränderter Besetzung – eine Seltenheit in der Rockmusik.
Hörtipp
Mutter ist ein Album für einen späten Abend mit guter Anlage – die Streicher und die tiefen Gitarren entfalten sich erst bei ordentlicher Lautstärke. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Kraftwerk
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Rammstein veröffentlichte 1997 eine eigene Fassung von Kraftwerks „Das Model“ und verbindet wie die Düsseldorfer deutsche Sprache mit strenger Elektronik.
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Depeche Mode
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Für ein Tributalbum nahm Rammstein 1998 eine Coverversion von „Stripped“ auf, einem Song von Depeche Mode.
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Rammstein gemeinsam hören
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