Künstlerporträt
Depeche Mode
Aus einer Kleinstadt in Essex kam die Band, die dem Synthesizer Seele, Schwermut und Stadionformat gab.
Depeche Mode begannen als junge Synthiepop-Band mit fröhlichen Singles und wurden zu einer der einflussreichsten elektronischen Bands überhaupt. Martin Gore schrieb Lieder über Liebe, Schuld, Begehren und Glauben, Dave Gahan gab ihnen eine dunkle, warme Stimme. Mit jedem Album wurde ihr Klang tiefer und härter, bis Gitarre und Elektronik nahtlos ineinandergriffen. Violator von 1990 ist der Moment, in dem alles zusammenkommt.
In diesem Porträt
1980–1981
01 Basildon
Vince Clarke, Martin Gore und Andy Fletcher spielten in Basildon, einer Stadt östlich von London, in kleinen Bands. 1980 kam der Sänger Dave Gahan dazu. Den Namen entliehen sie einer französischen Modezeitschrift.
Daniel Miller nahm die Band für sein kleines Label Mute Records auf. Das Debüt Speak & Spell erschien 1981, „Just Can’t Get Enough“ wurde ein Hit. Kurz darauf verließ Vince Clarke, der die meisten Songs geschrieben hatte, die Band.
1982–1986
02 Martin Gore
Martin Gore übernahm das Songschreiben, und Alan Wilder kam als Keyboarder hinzu. Er wurde zum musikalischen Architekten der Band, der aus Gores Skizzen große Klangbauten machte.
Teile von Construction Time Again und Some Great Reward entstanden in den Berliner Hansa Studios, die Band arbeitete mit gesampelten Alltagsgeräuschen. „People Are People“ wurde 1984 ein großer Hit, gerade auch in Deutschland. Black Celebration von 1986 war noch dunkler.
1987–1988
03 Music for the Masses
Music for the Masses von 1987 brachte den Durchbruch in den USA, wo die Band vor allem über College-Radios bekannt wurde.
Am 18. Juni 1988 spielten Depeche Mode im Rose Bowl in Pasadena vor rund 60.000 Menschen. Der Film und das Livealbum 101 hielten den Abschluss dieser Tour fest.
1989–1990
04 Violator
Für das nächste Album arbeitete die Band mit dem Produzenten Flood, aufgenommen wurde in Mailand, in Dänemark und in London. Die erste Single „Personal Jesus“ erschien im August 1989: ein Bluesriff, eine Gitarre, ein treibender Rhythmus – so hatte die Band noch nie geklungen.
„Enjoy the Silence“ hatte Martin Gore als langsame Ballade auf dem Harmonium geschrieben. Alan Wilder und Flood machten daraus ein tanzbares Stück, und Gore spielte die markante Gitarrenlinie dazu. Violator erschien am 19. März 1990, mit „Policy of Truth“, „World in My Eyes“ und „Halo“. Am Tag vor der Veröffentlichung kamen in Los Angeles so viele Fans zu einer Autogrammstunde, dass sie abgebrochen werden musste.
1993–2009
05 Krisen und Beständigkeit
Songs of Faith and Devotion stand 1993 in Großbritannien und den USA an der Spitze. Die lange Tournee danach zehrte an allen, 1995 verließ Alan Wilder die Band. Dave Gahan kämpfte in diesen Jahren mit einer Drogensucht, von der er sich befreite.
Als Trio machten Gahan, Gore und Fletcher weiter und veröffentlichten Alben wie Ultra von 1997, Playing the Angel von 2005 und Sounds of the Universe von 2009. Ihre Konzerte füllten weiterhin Stadien, besonders in Deutschland und Osteuropa.
2010–heute
06 Was bleibt
2020 wurden Depeche Mode in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Andy Fletcher starb im Mai 2022.
Gahan und Gore veröffentlichten 2023 als Duo das Album Memento Mori und gingen damit auf eine große Tournee. Viele Musikerinnen und Musiker aus Techno, Rock und Pop nennen Depeche Mode als Vorbild.
Hörtipp
Violator ist kurz und ohne Durchhänger – ein Album für die späte Stunde, bei gedämpftem Licht und so laut, dass der Bass im Bauch ankommt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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U2
The Joshua Tree
1987rund 50 Minuten
Flood, der Violator mit der Band produzierte, war drei Jahre zuvor Toningenieur bei U2s The Joshua Tree.
Zur Album-Story → -
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Kraftwerk
1 Album auf dieser Seite
Kraftwerk hatten gezeigt, dass Popmusik ganz aus Maschinen entstehen kann – ohne sie ist der Synthiepop von Depeche Mode kaum denkbar.
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