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Künstlerporträt

B.B. King

Der König des Blues, der mit wenigen, singenden Tönen auf seiner Gitarre Lucille mehr sagte als andere mit ganzen Soli.

B.B. King hat die Bluesgitarre geprägt wie kaum ein anderer. Er spielte nie viele Noten, aber jede mit Vibrato, Gefühl und perfektem Timing, und zwischen den Gitarrenphrasen sang er mit voller, warmer Stimme. Über sechzig Jahre lang war er fast ununterbrochen auf Tournee, zeitweise mit über 300 Konzerten im Jahr. Rockmusiker von Eric Clapton bis U2 sahen in ihm einen Lehrer – und er blieb dabei immer ein freundlicher, bescheidener Gastgeber auf der Bühne.

In diesem Porträt

  1. 01Mississippi-Delta 1925–1946
  2. 02Memphis 1946–1952
  3. 03Auf der Straße 1952–1963
  4. 04Live at the Regal 1964–1965
  5. 05Weltbühne 1969–1999
  6. 06Was bleibt 2000–heute

1925–1946

01 Mississippi-Delta

Riley B. King wurde am 16. September 1925 in der Nähe von Itta Bena im Mississippi-Delta geboren. Er wuchs auf dem Land auf, arbeitete als Baumwollpflücker und Traktorfahrer und sang Gospel in der Kirche.

Seine erste Gitarre kaufte er sich als Jugendlicher. An Wochenenden spielte er an Straßenecken in den Kleinstädten der Gegend und merkte schnell, dass Blues mehr Münzen einbrachte als Kirchenlieder.

1946–1952

02 Memphis

Ende der Vierziger ging King nach Memphis. Beim Radiosender WDIA, einem der ersten Sender in den USA für ein schwarzes Publikum, bekam er eine eigene Sendung. Man nannte ihn „Beale Street Blues Boy“, daraus wurde „Blues Boy“ und schließlich einfach B.B.

Bei einem Auftritt in Twist, Arkansas, brach während eines Streits zweier Männer ein Feuer aus; King rettete seine Gitarre aus dem brennenden Saal. Weil es bei dem Streit um eine Frau namens Lucille gegangen war, gab er fortan jeder seiner Gitarren diesen Namen. Im Februar 1952 kam „3 O’Clock Blues“ auf Platz eins der R&B-Charts.

1952–1963

03 Auf der Straße

Von da an war King fast ständig unterwegs, mit einer Band samt Bläsern, durch Clubs, Tanzsäle und Theater, die ein schwarzes Publikum besuchte. Er nahm zahlreiche Singles auf, darunter „Every Day I Have the Blues“ und „Sweet Little Angel“.

In diesen Jahren formte er seinen Stil: kurze, ausdrucksstarke Phrasen, ein zitterndes Vibrato der linken Hand und das Wechselspiel zwischen Gesang und Gitarre, als würden zwei Stimmen miteinander reden.

1964–1965

04 Live at the Regal

Cover von Live at the Regal
Live at the Regal · 1965

Am 21. November 1964 spielte B.B. King im Regal Theater in Chicago, einem Haus, in dem er schon oft aufgetreten war. Mit ihm auf der Bühne standen Duke Jethro am Klavier, Leo Lauchie am Bass, Sonny Freeman am Schlagzeug, Kenneth Sands an der Trompete sowie Johnny Board und Bobby Forte an den Saxofonen. Das Publikum singt, ruft und kreischt – man hört, wie nah es an der Bühne ist.

Das Livealbum erschien 1965 bei ABC. „Every Day I Have the Blues“, „Sweet Little Angel“, „How Blue Can You Get“ und „Worry, Worry“ zeigen King in Bestform, als Sänger, Gitarrist und Entertainer zugleich. Viele Gitarristen, unter ihnen Eric Clapton und Carlos Santana, nennen die Platte bis heute als Lehrbuch; 2005 wurde sie in das nationale Tonarchiv der USA aufgenommen.

1969–1999

05 Weltbühne

1969 spielte King im Vorprogramm der Rolling Stones auf ihrer Amerikatournee und erreichte damit ein junges, weißes Rockpublikum. Mit der Ballade „The Thrill Is Gone“ und ihren Streichern hatte er seinen größten Hit und gewann 1970 einen Grammy.

1987 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 1988 nahm er mit U2 „When Love Comes to Town“ auf, das auf deren Album Rattle and Hum erschien und ihn einer weiteren Generation vorstellte.

2000–heute

06 Was bleibt

2000 erschien Riding with the King, ein gemeinsames Album mit Eric Clapton, das ebenfalls einen Grammy gewann. 2008 wurde in Indianola, Mississippi, das B.B. King Museum eröffnet.

B.B. King starb am 14. Mai 2015 in Las Vegas, mit 89 Jahren. Insgesamt gewann er fünfzehn Grammys. Sein Ton auf Lucille ist bis heute sofort zu erkennen – oft nach einer einzigen Note.

Hörtipp

Live at the Regal holt die Atmosphäre eines Clubabends ins Zimmer – perfekt für eine gesellige Runde, die gern mitgeht, klatscht und hört, wie ein Meister sein Publikum führt. Zur Album-Story →

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