Künstlerporträt
B.B. King
Der König des Blues, der mit wenigen, singenden Tönen auf seiner Gitarre Lucille mehr sagte als andere mit ganzen Soli.
B.B. King hat die Bluesgitarre geprägt wie kaum ein anderer. Er spielte nie viele Noten, aber jede mit Vibrato, Gefühl und perfektem Timing, und zwischen den Gitarrenphrasen sang er mit voller, warmer Stimme. Über sechzig Jahre lang war er fast ununterbrochen auf Tournee, zeitweise mit über 300 Konzerten im Jahr. Rockmusiker von Eric Clapton bis U2 sahen in ihm einen Lehrer – und er blieb dabei immer ein freundlicher, bescheidener Gastgeber auf der Bühne.
In diesem Porträt
1925–1946
01 Mississippi-Delta
Riley B. King wurde am 16. September 1925 in der Nähe von Itta Bena im Mississippi-Delta geboren. Er wuchs auf dem Land auf, arbeitete als Baumwollpflücker und Traktorfahrer und sang Gospel in der Kirche.
Seine erste Gitarre kaufte er sich als Jugendlicher. An Wochenenden spielte er an Straßenecken in den Kleinstädten der Gegend und merkte schnell, dass Blues mehr Münzen einbrachte als Kirchenlieder.
1946–1952
02 Memphis
Ende der Vierziger ging King nach Memphis. Beim Radiosender WDIA, einem der ersten Sender in den USA für ein schwarzes Publikum, bekam er eine eigene Sendung. Man nannte ihn „Beale Street Blues Boy“, daraus wurde „Blues Boy“ und schließlich einfach B.B.
Bei einem Auftritt in Twist, Arkansas, brach während eines Streits zweier Männer ein Feuer aus; King rettete seine Gitarre aus dem brennenden Saal. Weil es bei dem Streit um eine Frau namens Lucille gegangen war, gab er fortan jeder seiner Gitarren diesen Namen. Im Februar 1952 kam „3 O’Clock Blues“ auf Platz eins der R&B-Charts.
1952–1963
03 Auf der Straße
Von da an war King fast ständig unterwegs, mit einer Band samt Bläsern, durch Clubs, Tanzsäle und Theater, die ein schwarzes Publikum besuchte. Er nahm zahlreiche Singles auf, darunter „Every Day I Have the Blues“ und „Sweet Little Angel“.
In diesen Jahren formte er seinen Stil: kurze, ausdrucksstarke Phrasen, ein zitterndes Vibrato der linken Hand und das Wechselspiel zwischen Gesang und Gitarre, als würden zwei Stimmen miteinander reden.
1964–1965
04 Live at the Regal
Am 21. November 1964 spielte B.B. King im Regal Theater in Chicago, einem Haus, in dem er schon oft aufgetreten war. Mit ihm auf der Bühne standen Duke Jethro am Klavier, Leo Lauchie am Bass, Sonny Freeman am Schlagzeug, Kenneth Sands an der Trompete sowie Johnny Board und Bobby Forte an den Saxofonen. Das Publikum singt, ruft und kreischt – man hört, wie nah es an der Bühne ist.
Das Livealbum erschien 1965 bei ABC. „Every Day I Have the Blues“, „Sweet Little Angel“, „How Blue Can You Get“ und „Worry, Worry“ zeigen King in Bestform, als Sänger, Gitarrist und Entertainer zugleich. Viele Gitarristen, unter ihnen Eric Clapton und Carlos Santana, nennen die Platte bis heute als Lehrbuch; 2005 wurde sie in das nationale Tonarchiv der USA aufgenommen.
1969–1999
05 Weltbühne
1969 spielte King im Vorprogramm der Rolling Stones auf ihrer Amerikatournee und erreichte damit ein junges, weißes Rockpublikum. Mit der Ballade „The Thrill Is Gone“ und ihren Streichern hatte er seinen größten Hit und gewann 1970 einen Grammy.
1987 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 1988 nahm er mit U2 „When Love Comes to Town“ auf, das auf deren Album Rattle and Hum erschien und ihn einer weiteren Generation vorstellte.
2000–heute
06 Was bleibt
2000 erschien Riding with the King, ein gemeinsames Album mit Eric Clapton, das ebenfalls einen Grammy gewann. 2008 wurde in Indianola, Mississippi, das B.B. King Museum eröffnet.
B.B. King starb am 14. Mai 2015 in Las Vegas, mit 89 Jahren. Insgesamt gewann er fünfzehn Grammys. Sein Ton auf Lucille ist bis heute sofort zu erkennen – oft nach einer einzigen Note.
Hörtipp
Live at the Regal holt die Atmosphäre eines Clubabends ins Zimmer – perfekt für eine gesellige Runde, die gern mitgeht, klatscht und hört, wie ein Meister sein Publikum führt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
U2
1 Album auf dieser Seite
U2 nahmen 1988 mit B.B. King „When Love Comes to Town“ auf und nahmen ihn danach mit auf Tournee.
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Künstlerporträt
The Rolling Stones
2 Alben auf dieser Seite
Die Rolling Stones holten B.B. King 1969 in das Vorprogramm ihrer Amerikatournee und brachten ihn so vor ein neues Publikum.
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B.B. King gemeinsam hören
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