Künstlerporträt
Billy Joel
Der Piano Man aus Long Island, der Geschichten von ganz normalen Leuten in Popsongs verwandelt hat, die jeder mitsingen kann.
Billy Joel ist ein Erzähler am Klavier. Seine Songs handeln von Kellnerinnen, Handwerkern, alten Schulfreunden und kleinen Träumen, und sie haben Melodien, die man nach einmaligem Hören nicht mehr vergisst. Er beherrscht viele Stile, vom Rock ’n’ Roll über Soul bis zur Ballade, und hat sich nie gescheut, seine Vorbilder hörbar zu machen. In den späten Siebzigern und in den Achtzigern war er einer der erfolgreichsten Musiker der Welt, und bis ins hohe Alter füllte er Stadien.
In diesem Porträt
1949–1971
01 Hicksville
William Martin Joel wurde am 9. Mai 1949 in der Bronx geboren und wuchs in Hicksville auf Long Island auf. Klavierunterricht bekam er schon als kleines Kind. Als er 1964 die Beatles im Fernsehen sah, wusste er, dass er in einer Band spielen wollte.
Er spielte Orgel und Klavier bei den Hassles und gründete danach mit deren Schlagzeuger das Duo Attila. Beides blieb ohne großen Erfolg, aber er lernte das Handwerk.
1971–1975
02 Piano Man
Sein erstes Soloalbum Cold Spring Harbor erschien 1971 – versehentlich etwas zu schnell abgespielt gemastert, sodass seine Stimme zu hoch klang. Enttäuscht zog er nach Los Angeles.
Dort spielte er ein halbes Jahr lang unter dem Namen Bill Martin in einer Pianobar. Aus diesen Nächten entstand „Piano Man“, das Titelstück seines ersten Albums bei Columbia von 1973 und bis heute sein Erkennungszeichen.
1976–1977
03 Zurück nach New York
Mitte der Siebziger kehrte er an die Ostküste zurück. Das Album Turnstiles von 1976 enthält „New York State of Mind“, eine Liebeserklärung an seine Stadt. Erstmals spielte er im Studio mit seiner eigenen Tourband.
Der große Durchbruch ließ trotzdem auf sich warten. Joel brauchte einen Produzenten, der ihn und seine Band so aufnahm, wie sie live klangen.
1977
04 The Stranger
Diesen Produzenten fand er in Phil Ramone. Im Juli und August 1977 nahmen sie The Stranger in nur drei Wochen in den A & R Studios in New York auf, mit Joels Band: Liberty DeVitto am Schlagzeug, Doug Stegmeyer am Bass und Richie Cannata an Saxofon und Orgel, dazu Studiogitarristen. Das Titelstück beginnt und endet mit einer gepfiffenen Melodie.
Vier Songs wurden Hits: „Movin’ Out (Anthony’s Song)“, „Only the Good Die Young“, „She’s Always a Woman“ und „Just the Way You Are“ mit einem Saxofonsolo des Jazzmusikers Phil Woods. Das Herzstück ist das siebeneinhalb Minuten lange „Scenes from an Italian Restaurant“, eine kleine Oper über ein Paar aus der Highschool. „Just the Way You Are“ gewann 1979 zwei Grammys, und das Album löste Bridge over Troubled Water als meistverkauftes Album von Columbia ab.
1978–1993
05 Hitmaschine
Mit 52nd Street hatte er 1978 sein erstes Nummer-eins-Album in den USA und gewann dafür den Grammy als Album des Jahres. Glass Houses brachte 1980 härtere Gitarren, An Innocent Man 1983 eine Hommage an den Soul und Doo-Wop seiner Jugend mit „Uptown Girl“.
1987 gehörte er zu den ersten westlichen Rockmusikern, die in der Sowjetunion auf Tournee gingen. „We Didn’t Start the Fire“ wurde 1989 ein Nummer-eins-Hit. Mit River of Dreams erschien 1993 sein bis heute letztes Popalbum.
1994–heute
06 Was bleibt
Danach schrieb er vor allem Klavierstücke im klassischen Stil, spielte aber weiter live. 1999 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Von 2014 bis 2024 gab er einmal im Monat ein Konzert im Madison Square Garden, insgesamt 104 Abende.
2024 erschien mit „Turn the Lights Back On“ sein erster neuer Popsong seit Jahrzehnten. 2025 musste er aus gesundheitlichen Gründen seine geplanten Konzerte absagen.
Hörtipp
The Stranger passt zu einem geselligen Abend mit einem Glas Wein – spätestens bei „Scenes from an Italian Restaurant“ erzählen sich die Gäste ihre eigenen Geschichten. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Bridge Over Troubled Water
1970rund 37 Minuten
The Stranger löste dieses Album von Simon & Garfunkel als meistverkaufte Platte der Plattenfirma Columbia ab.
Zur Album-Story → -
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1 Album auf dieser Seite
Phil Ramone, der Produzent von The Stranger, hatte zuvor mit Paul Simon dessen Album Still Crazy After All These Years produziert.
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