Künstlerporträt
Blondie
Eine Band aus der New Yorker Punkszene, die keine Angst vor Disco, Reggae und Rap hatte – und damit die Hitparaden eroberte.
Blondie kamen aus demselben kleinen Club in Manhattan wie die rauesten Bands des Punk, aber sie liebten die Popmusik: Girlgroups der Sechziger, Disco, Reggae, später auch den frühen Hip-Hop. Im Zentrum standen die Sängerin Debbie Harry und der Gitarrist Chris Stein, die die Band gemeinsam gründeten und die meisten Songs schrieben. Harrys kühle, zugleich humorvolle Ausstrahlung machte sie zu einer Stilikone. Mit Parallel Lines gelang der Band 1978 eines der perfekten Popalben der Zeit.
In diesem Porträt
1974–1976
01 Downtown
Debbie Harry, geboren am 1. Juli 1945, hatte schon in einer Folkband und bei einer Girlgroup namens The Stilettos gesungen, als sie 1974 mit Chris Stein Blondie gründete. Der Name kam von den Zurufen, die Harry auf der Straße hörte. Im Jahr darauf stieß Clem Burke als Schlagzeuger dazu.
Die Band spielte im CBGB, dem Club in der Bowery, in dem auch Television, Patti Smith, die Ramones und Talking Heads auftraten. Blondie waren von Anfang an die poppigste Band dieser Szene.
1976–1978
02 Erste Platten
Das erste Album Blondie erschien Ende 1976 und fand in den USA kaum Beachtung. In Australien und Großbritannien dagegen wurde die Band früh bekannt.
Anfang 1978 kam Plastic Letters heraus. „Denis“, eine Neufassung eines alten Doo-Wop-Songs, wurde in Großbritannien ein großer Hit.
1978
03 Parallel Lines
Für das dritte Album holte die Plattenfirma den Produzenten Mike Chapman, der für glasklare Hits stand. Im Juni und Juli 1978 nahm er die Band im Record Plant in New York auf – Debbie Harry, Chris Stein, Clem Burke, Jimmy Destri an den Keyboards, Frank Infante an der Gitarre und Nigel Harrison am Bass. Chapman ließ die Musiker Stücke so lange wiederholen, bis jeder Ton saß.
Parallel Lines erschien im September 1978, und fast jeder Song wurde zum Klassiker: „Hanging on the Telephone“, „One Way or Another“, „Picture This“, „Sunday Girl“. „Heart of Glass“, ein älterer Song der Band, bekam einen Disco-Rhythmus aus der Rhythmusmaschine und wurde Anfang 1979 in Großbritannien und den USA zur Nummer eins. Das Album stand in Großbritannien an der Spitze der Charts und machte Blondie weltberühmt.
1979–1982
04 Call Me und Rapture
Eat to the Beat folgte 1979. Für den Film American Gigolo nahm die Band 1980 mit dem Produzenten Giorgio Moroder „Call Me“ auf, ihren größten Hit in den USA.
Auf Autoamerican standen das Reggae-Cover „The Tide Is High“ und „Rapture“, einer der ersten Nummer-eins-Hits in den USA mit einem Rap-Teil. 1982 trennte sich die Band, auch weil Chris Stein schwer erkrankt war.
1983–heute
05 Was bleibt
Debbie Harry machte Soloplatten und spielte in Filmen. 1997 fanden Blondie wieder zusammen, und mit „Maria“ hatten sie 1999 noch einmal eine Nummer eins in Großbritannien. 2006 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Clem Burke, der Schlagzeuger, starb im April 2025, fünfzig Jahre nachdem er zur Band gekommen war. Die Mischung aus Punk-Haltung und Pop-Handwerk, die Blondie vorgemacht haben, prägt bis heute viele Bands.
Hörtipp
Parallel Lines ist ein Album für den Beginn eines Festes – kurz, schwungvoll, ohne einen einzigen schwachen Song, und spätestens bei „Heart of Glass“ wippt der ganze Raum. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Television
Marquee Moon
1977rund 45 Minuten
Television spielten zur selben Zeit wie Blondie im New Yorker CBGB – dieselbe Szene, ein ganz anderer Klang.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Talking Heads
1 Album auf dieser Seite
Auch Talking Heads kamen aus dem CBGB und verbanden wie Blondie die Energie des Punk mit Einflüssen aus Disco und Funk.
Zum Porträt →
Blondie gemeinsam hören
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