Künstlerporträt
Talking Heads
Drei Kunststudenten und ein Keyboarder aus New York, die Punk, Funk und afrikanische Rhythmen zusammenbrachten.
Talking Heads kamen aus der Punkszene rund um den New Yorker Club CBGB, klangen aber von Anfang an anders: nervös, verkopft, tanzbar. David Byrne sang wie jemand, der die Welt mit großen Augen betrachtet und nicht ganz versteht. Mit jedem Album wurde die Band rhythmischer und größer, bis sie auf Remain in Light eine Musik fand, die von westafrikanischem Funk genauso viel hatte wie von Rock.
In diesem Porträt
1971–1975
01 Kunsthochschule
David Byrne, Chris Frantz und Tina Weymouth lernten sich an der Rhode Island School of Design in Providence kennen, einer Kunsthochschule. Byrne und Frantz spielten dort in einer ersten gemeinsamen Band.
1974 zogen die drei nach New York. Weymouth brachte sich für die Band das Bassspielen bei. Im Juni 1975 spielten sie zum ersten Mal im CBGB, als Vorgruppe der Ramones.
1975–1977
02 CBGB
Zwischen Ramones, Blondie, Television und Patti Smith waren Talking Heads die Band mit Hemden und gebügelten Hosen. Ihre Songs waren knapp, eckig und voller Ironie.
1977 kam der Keyboarder und Gitarrist Jerry Harrison dazu, der zuvor bei den Modern Lovers gespielt hatte. Das erste Album Talking Heads: 77 enthielt „Psycho Killer“.
1978–1979
03 Mit Brian Eno
Für das zweite Album holte sich die Band Brian Eno als Produzenten. More Songs About Buildings and Food brachte mit Al Greens „Take Me to the River“ einen ersten Hit.
Auf Fear of Music ging die Zusammenarbeit weiter. „I Zimbra“ greift afrikanische Rhythmen auf und zeigt schon, wohin es gehen würde.
1980
04 Remain in Light
Für Remain in Light gingen Band und Eno 1980 in die Compass Point Studios auf den Bahamas. Statt fertiger Songs nahmen sie lange Grooves auf, schichteten Spuren übereinander und schnitten daraus Stücke. Eine wichtige Anregung war der Afrobeat des nigerianischen Musikers Fela Kuti.
Dazu kamen Gäste wie der Gitarrist Adrian Belew und der Trompeter Jon Hassell. Byrne schrieb seine Texte oft zuletzt, fast wie ein Prediger über die fertige Musik. „Once in a Lifetime“ wurde zum bekanntesten Song der Band.
1981–1984
05 Stop Making Sense
Frantz und Weymouth gründeten nebenbei den Tom Tom Club. Mit Speaking in Tongues und „Burning Down the House“ hatte die Band 1983 ihren größten Hit in den USA.
Die Tournee dazu filmte der Regisseur Jonathan Demme. Stop Making Sense von 1984 gilt als einer der besten Konzertfilme überhaupt – mit Byrnes riesigem Anzug als berühmtestem Bild.
1985–heute
06 Ende und Nachhall
Nach Little Creatures, True Stories und Naked trennte sich die Band 1991 endgültig. David Byrne arbeitete danach an Soloalben, Theaterstücken und Filmmusik.
2002 wurden Talking Heads in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2023 kam Stop Making Sense neu restauriert ins Kino, und die vier traten dafür zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder gemeinsam öffentlich auf.
Hörtipp
Remain in Light ist ein Album für einen Abend, an dem sich niemand still halten muss. Die erste Seite läuft wie ein einziger langer Groove. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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1978rund 42 Minuten
Brian Eno produzierte drei Alben der Talking Heads. Hier ist er von seiner stillsten Seite zu hören.
Zur Album-Story → -
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3 Alben auf dieser Seite
Radiohead benannten sich nach einem Song der Talking Heads.
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Talking Heads gemeinsam hören
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