Künstlerporträt
Cat Stevens
Der Londoner Liedermacher, der mit sanfter Stimme und akustischer Gitarre große Fragen stellte – und später als Yusuf einen neuen Weg ging.
Cat Stevens schrieb Lieder, die klingen, als hätte man sie schon immer gekannt: „Wild World“, „Father and Son“, „Morning Has Broken“, „Peace Train“. Nach einem frühen Popstart und einer schweren Krankheit fand er Anfang der Siebziger zu einem schlichten, akustischen Stil und zu Themen wie Sinnsuche, Generationen und Natur. 1977 trat er zum Islam über, nannte sich Yusuf Islam und zog sich aus der Popmusik zurück. Seit 2006 macht er wieder Musik, heute unter dem Namen Yusuf / Cat Stevens.
In diesem Porträt
1948–1966
01 London
Steven Demetre Georgiou wurde am 21. Juli 1948 in London geboren. Sein Vater stammte aus Zypern, seine Mutter aus Schweden. Die Familie betrieb ein Restaurant im West End, über dem er aufwuchs.
Er studierte kurz Kunst und spielte als Cat Stevens in Folkclubs. 1966 erschien seine erste Single „I Love My Dog“.
1967–1969
02 Früher Ruhm, Krankheit
Mit „Matthew and Son“ gelang 1967 ein großer Hit in Großbritannien, das gleichnamige Debütalbum folgte. Sein Lied „The First Cut Is the Deepest“ sang zuerst P. P. Arnold, später wurde es von vielen anderen aufgenommen.
Das Leben als junger Popstar mit vielen Auftritten zehrte ihn aus. 1968 erkrankte er an Tuberkulose und verbrachte Monate im Krankenhaus und in der Erholung. In dieser Zeit schrieb er viele neue, nachdenklichere Lieder.
1970
03 Tea for the Tillerman
Bei Island Records und mit dem Produzenten Paul Samwell-Smith, früher Bassist der Yardbirds, fand er seinen neuen Klang. Nach Mona Bone Jakon entstand von Mai bis Juli 1970 in drei Londoner Studios Tea for the Tillerman. Zur kleinen Besetzung gehörten der Gitarrist Alun Davies, der Bassist John Ryan und der Schlagzeuger Harvey Burns, dazu Streicher nach Arrangements von Del Newman.
Das Album erschien am 23. November 1970 mit elf Liedern, darunter „Where Do the Children Play?“, „Wild World“, „Hard Headed Woman“ und „Father and Son“, ein Dialog zwischen einem Vater und einem Sohn, der fort will. Das Titelbild hatte Stevens selbst gemalt. In den USA stieg die Platte in die Top Ten und verkaufte sich millionenfach.
1971–1977
04 Moonshadow
1971 folgte Teaser and the Firecat mit „Moonshadow“, „Peace Train“ und dem alten Kirchenlied „Morning Has Broken“. Im selben Jahr lieferte er die Lieder für den Film Harold and Maude.
1976 wäre er vor der Küste von Malibu beinahe ertrunken, ein Erlebnis, das seine Suche nach Glauben verstärkte. Im Dezember 1977 trat er zum Islam über.
1978–2005
05 Yusuf
1978 nahm er den Namen Yusuf Islam an und veröffentlichte mit Back to Earth sein vorerst letztes Popalbum. Danach verkaufte er seine Instrumente und widmete sich jahrzehntelang Bildung und Wohltätigkeit.
Seine Lieder blieben trotzdem präsent. „Wild World“ und „The First Cut Is the Deepest“ wurden immer wieder neu aufgenommen, „Father and Son“ lief bei unzähligen Familienfeiern.
2006–heute
06 Rückkehr
Im November 2006 erschien mit An Other Cup nach 28 Jahren wieder ein Popalbum. 2014 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Zum 50. Jubiläum nahm er 2020 Tea for the Tillerman komplett neu auf, als Tea for the Tillerman². In „Father and Son“ singt er darin mit seiner eigenen jungen Stimme von 1970 im Duett. 2023 folgte das Album King of a Land.
Hörtipp
Tea for the Tillerman ist eine Platte für einen ruhigen Abend mit mehreren Generationen am Tisch – spätestens bei „Father and Son“ hören alle zu. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Nick Drake
Pink Moon
1972rund 28 Minuten
Nick Drake veröffentlichte wie Cat Stevens Anfang der Siebziger bei Island Records leise, akustische Platten.
Zur Album-Story → -
Carole King
Tapestry
1971rund 44 Minuten
Carole Kings Tapestry erschien wenige Monate nach Tea for the Tillerman und steht für dieselbe Blüte der Singer-Songwriter um 1970.
Zur Album-Story →
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