Künstlerporträt
Carole King
Sie schrieb in jungen Jahren Hits für andere – und sang ihre Lieder dann selbst, am Klavier, so schlicht wie selten zuvor.
Carole King hat die Popmusik gleich zweimal geprägt. Als junge Songschreiberin in New York schrieb sie mit Gerry Goffin Hits für Girlgroups, Soulstars und die Beatles-Generation. Anfang der Siebziger setzte sie sich in Los Angeles selbst ans Klavier und sang ihre Lieder mit eigener Stimme. Tapestry wurde eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten und zum Vorbild für viele, die Pop mit persönlichen Liedern verbinden wollten.
In diesem Porträt
1942–1959
01 Brooklyn
Carol Joan Klein wurde am 9. Februar 1942 in Manhattan geboren und wuchs in Brooklyn auf. Klavier spielte sie schon als kleines Kind.
Als Teenager nahm sie den Namen Carole King an und klapperte mit ihren Songs die Musikverlage ab. Am Queens College lernte sie den Texter Gerry Goffin kennen. 1959 heirateten die beiden.
1960–1967
02 Songschreiberin
Goffin und King schrieben für den Verlag Aldon Music von Don Kirshner, ganz in der Nähe des Brill Building, wo die Hits für die Charts entstanden. Mit „Will You Love Me Tomorrow“ für die Shirelles hatten sie 1961 ihren ersten Nummer-eins-Hit.
Es folgten „The Loco-Motion“ für Little Eva, „Up on the Roof“ für die Drifters, „One Fine Day“ für die Chiffons und „Chains“, das die Beatles auf ihrem ersten Album sangen. 1967 schrieben sie „(You Make Me Feel Like) A Natural Woman“ für Aretha Franklin.
1968–1970
03 Los Angeles
Die Ehe mit Goffin ging auseinander, und Carole King zog nach Los Angeles in den Laurel Canyon. Mit dem Bassisten Charles Larkey und dem Gitarristen Danny Kortchmar gründete sie die Band The City, die 1968 ein Album veröffentlichte.
1970 erschien ihr erstes Soloalbum Writer, das kaum beachtet wurde. Ihr Freund James Taylor ermutigte sie, ihre Lieder selbst auf der Bühne zu singen, und nahm sie mit auf Tournee.
1971
04 Tapestry
Tapestry entstand im Januar 1971 in den A&M Studios in Hollywood, produziert von Lou Adler. Carole King spielt Klavier und singt, begleitet von Kortchmar, Larkey und einer kleinen Runde von Freunden. James Taylor spielt Akustikgitarre, Joni Mitchell singt im Hintergrund. Neben neuen Liedern wie „I Feel the Earth Move“, „It’s Too Late“ und „You’ve Got a Friend“ nahm sie eigene Fassungen ihrer Hits „Will You Love Me Tomorrow?“ und „(You Make Me Feel Like) A Natural Woman“ auf.
Das Album erschien im Februar 1971, stand 15 Wochen an der Spitze der amerikanischen Charts und blieb über sechs Jahre in der Hitliste. 1972 gewann sie vier Grammys, darunter für das Album, die Aufnahme und den Song des Jahres. James Taylors Fassung von „You’ve Got a Friend“ wurde im selben Sommer ein Nummer-eins-Hit.
1972–2012
05 Idaho
Carole King veröffentlichte in schneller Folge weitere Alben, darunter Music noch 1971 und Wrap Around Joy 1974, und hatte weiter Hits. Doch an Tapestry kam keines heran.
Ende der Siebziger zog sie nach Idaho und setzte sich für den Schutz der Natur in den Rocky Mountains ein. 2010 ging sie mit James Taylor noch einmal auf eine große gemeinsame Tournee.
2013–heute
06 Was bleibt
2013 erhielt sie als erste Frau den Gershwin-Preis der Library of Congress. Ab 2014 erzählte das Musical Beautiful am Broadway ihre Geschichte.
2016 spielte sie im Londoner Hyde Park das komplette Tapestry-Album live. 2021 wurde sie nach der Aufnahme als Songschreiberin auch als Musikerin in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Hörtipp
Tapestry ist ein Album für einen gemütlichen Abend in vertrauter Runde, mit Kerzenlicht und Zeit – man wundert sich, wie viele Lieder man schon kennt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Joni Mitchell
Blue
1971rund 36 Minuten
Joni Mitchell singt im Hintergrund auf Tapestry, und James Taylor spielt auf beiden Alben, die 1971 in Los Angeles entstanden.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
The Beatles
2 Alben auf dieser Seite
Die Beatles sangen auf ihrem ersten Album „Chains“, einen Song von Gerry Goffin und Carole King.
Zum Porträt →
Carole King gemeinsam hören
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