Künstlerporträt
Neil Young
Ein Kanadier, der seit sechzig Jahren zwischen leiser Folkgitarre und kreischender Rückkopplung hin- und herwechselt.
Neil Young hat nie lange das getan, was von ihm erwartet wurde. Auf ein erfolgreiches Folkalbum folgte eine laute Platte mit seiner Band Crazy Horse, auf einen Hit ein düsteres, sperriges Werk. Seine hohe, zerbrechliche Stimme und sein rohes Gitarrenspiel haben den Folk ebenso geprägt wie den Grunge. Harvest ist sein erfolgreichstes Album – und eines, das er selbst eher als Umweg betrachtete.
In diesem Porträt
1945–1966
01 Kanada
Neil Young wurde am 12. November 1945 in Toronto geboren und wuchs später in Winnipeg auf. Dort spielte er in seiner ersten Band, den Squires.
1966 fuhr er mit einem alten Leichenwagen nach Los Angeles. Auf dem Sunset Boulevard traf er zufällig den Musiker Stephen Stills, den er schon kannte – und steckte im Stau neben ihm.
1966–1968
02 Buffalo Springfield
Mit Stills gründete er Buffalo Springfield, eine der ersten Bands, die Folk, Rock und Country verbanden. Young steuerte Songs wie „Mr. Soul“ und „Broken Arrow“ bei.
Die Band bestand nur rund zwei Jahre, und Young stieg zwischendurch mehrmals aus und wieder ein.
1969–1971
03 Crazy Horse und CSNY
Mit der Band Crazy Horse nahm er 1969 Everybody Knows This Is Nowhere auf, mit langen Gitarrenstücken wie „Down by the River“. Im selben Jahr stieß er zu Crosby, Stills & Nash und spielte mit ihnen in Woodstock.
Nach den tödlichen Schüssen der Nationalgarde auf Studierende der Kent State University schrieb er 1970 „Ohio“. Sein Soloalbum After the Gold Rush erschien im selben Jahr.
1971–1972
04 Harvest
Harvest entstand großteils in Nashville mit Studiomusikern, die Young die Stray Gators nannte. Bei „Heart of Gold“ und „Old Man“ singen James Taylor und Linda Ronstadt im Hintergrund, zwei Stücke nahm er mit dem London Symphony Orchestra auf.
Das Album erschien im Februar 1972 und war das meistverkaufte Album des Jahres in den USA. „Heart of Gold“ wurde seine einzige Nummer-eins-Single. „Old Man“ schrieb er über den Verwalter der Ranch, die er in Kalifornien gekauft hatte.
1973–1995
05 Gegen den Strich
Statt den Erfolg zu wiederholen, machte Young düstere, raue Alben wie On the Beach und Tonight’s the Night. Er wollte, wie er sagte, lieber in den Graben fahren als auf der Mitte der Straße bleiben.
Mit Rust Never Sleeps erfand er sich 1979 neu. In den Neunzigern nannten ihn junge Bands wie Pearl Jam den Paten des Grunge. 1995 nahm er mit Pearl Jam das Album Mirror Ball auf.
1995–heute
06 Heute
1985 gründete er das Benefizfestival Farm Aid mit. In die Rock and Roll Hall of Fame wurde er zweimal aufgenommen, 1995 als Solokünstler und 1997 mit Buffalo Springfield.
Neil Young veröffentlicht bis heute fast jedes Jahr neue Musik und hebt sein riesiges Archiv nach und nach ans Licht.
Hörtipp
Harvest ist Neil Young von seiner zugänglichsten Seite: warm, akustisch und mit Pedal-Steel-Gitarre. Ein Album für einen langen Herbstabend. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Pearl Jam
Ten
1991rund 51 Minuten
Pearl Jam nannten Neil Young ihr großes Vorbild und nahmen 1995 mit ihm ein ganzes Album auf.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Joni Mitchell
1 Album auf dieser Seite
Joni Mitchell, ebenfalls aus Kanada, kannte ihn schon aus den Folkclubs der Sechziger.
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