Künstlerporträt
Dire Straits
Eine Band aus dem Londoner Pub-Rock, getragen von Mark Knopflers leiser, fingergezupfter Gitarre und seiner Lust an langen Geschichten.
Dire Straits kamen 1977 in einer Zeit, in der Punk alles Laute und Schnelle bestimmte, und klangen fast gegen den Strich: ruhig, trocken, mit einer Gitarre, die mehr erzählt als protzt. Mark Knopfler spielte ohne Plektrum, mit den Fingern, und sang halb sprechend wie ein Erzähler am Tresen. Aus einer Pubband wurde innerhalb weniger Jahre eine der erfolgreichsten Gruppen der Achtziger. Dazwischen liegt Love Over Gold, ein Album mit nur fünf Stücken, auf dem die Band sich am meisten Zeit nahm.
In diesem Porträt
1949–1977
01 Newcastle und London
Mark Knopfler wurde am 12. August 1949 in Glasgow geboren und wuchs im Nordosten Englands auf, in Blyth und Newcastle. Er arbeitete als Lokaljournalist und später als Lehrer, spielte aber nebenbei immer in Bands.
In London gründete er 1977 mit seinem Bruder David Knopfler, dem Bassisten John Illsley und dem Schlagzeuger Pick Withers Dire Straits. Der Name spielte auf ihre Geldnot an.
1977–1979
02 Sultans of Swing
Die Band schickte ein Demo an Charlie Gillett, der bei BBC Radio London eine Sendung hatte. Er spielte „Sultans of Swing“, und kurz darauf hatten Dire Straits einen Plattenvertrag. Das erste Album erschien im Juni 1978.
„Sultans of Swing“ wurde 1979 ein Hit auf beiden Seiten des Atlantiks. Bob Dylan sah die Band in Los Angeles und holte Knopfler und Withers für sein Album Slow Train Coming ins Studio. Im selben Jahr erschien Communiqué, aufgenommen auf den Bahamas.
1980–1981
03 Making Movies
Während der Aufnahmen zu Making Movies stieg David Knopfler nach Streit mit seinem Bruder aus. Am Klavier half Roy Bittan aus der E Street Band von Bruce Springsteen.
Die Songs wurden länger und filmischer, „Romeo and Juliet“ und „Tunnel of Love“ zeigten, dass Knopfler mehr wollte als kurze Gitarrenstücke.
1982
04 Love Over Gold
Love Over Gold entstand zwischen März und Juni 1982 in der Power Station in New York, produziert von Knopfler selbst. Neu dabei waren der Keyboarder Alan Clark und der Gitarrist Hal Lindes, auf zwei Stücken spielt Mike Mainieri Vibrafon und Marimba. Die erste Seite nimmt fast allein „Telegraph Road“ ein, eine Erzählung von über vierzehn Minuten über eine Straße, eine Stadt und die Menschen, die an ihr zugrunde gehen.
Das Album erschien am 24. September 1982 und stand in Großbritannien auf Platz eins, „Private Investigations“ kam als Single auf Platz zwei. Einen weiteren Song aus diesen Sessions, „Private Dancer“, gab Knopfler an Tina Turner weiter, weil er fand, dass eine Frau ihn singen sollte. Pick Withers verließ die Band nach den Aufnahmen, für ihn kam Terry Williams.
1983–1995
05 Brothers in Arms
Brothers in Arms erschien im Mai 1985 und machte Dire Straits zu Weltstars. „Money for Nothing“ mit Sting im Hintergrund lief ständig auf MTV, und das Album war das erste, das sich als CD über eine Million Mal verkaufte. Im Juli spielte die Band bei Live Aid im Wembley-Stadion.
Nach einer langen Pause folgte 1991 On Every Street mit einer anstrengenden Welttournee. 1995 lösten sich Dire Straits auf.
1995–heute
06 Was bleibt
Knopfler hatte schon 1983 die Filmmusik zu Local Hero geschrieben. Ab 1996 veröffentlichte er Soloalben, oft ruhiger und stärker vom Folk seiner Heimat geprägt als die Band.
2018 wurden Dire Straits in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Knopflers Spiel mit den Fingern hat Generationen von Gitarristen gezeigt, dass Ton und Timing mehr zählen als Tempo.
Hörtipp
Love Over Gold ist ein Album für einen ruhigen Abend mit Zeit. „Telegraph Road“ entfaltet sich am besten, wenn niemand aufsteht, bis die Seite zu Ende ist. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Roy Bittan, Pianist in Springsteens E Street Band, spielte auf Making Movies, dem Album vor Love Over Gold.
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Mark Knopfler spielte 1979 Gitarre auf Dylans Slow Train Coming und produzierte später dessen Album Infidels.
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