Künstlerporträt
Eagles
Die Band, die den sonnigen Countryrock Kaliforniens perfektionierte – und dann den dunkelsten Song über den amerikanischen Traum schrieb.
Die Eagles standen in den Siebzigern für den Klang von Los Angeles: mehrstimmiger Gesang, Akustikgitarren, eine Prise Country und später immer mehr harte Gitarren. Glenn Frey und Don Henley schrieben die meisten Songs und führten die Band mit strenger Hand. Hinter den eingängigen Melodien steckt oft ein kritischer Blick auf Ruhm, Geld und das Leben in Kalifornien. Ihre Best-of-Sammlung und Hotel California gehören zu den meistverkauften Alben in den USA.
In diesem Porträt
1971–1973
01 Los Angeles
Glenn Frey, Don Henley, Bernie Leadon und Randy Meisner spielten 1971 zunächst gemeinsam in der Begleitband von Linda Ronstadt. Noch im selben Jahr gründeten sie die Eagles und unterschrieben bei David Geffens neuem Label Asylum.
Das Debüt von 1972 brachte „Take It Easy“, das Frey mit Jackson Browne geschrieben hatte, und „Peaceful Easy Feeling“. Desperado von 1973 erzählte in Liedern vom Wilden Westen und enthielt die Ballade „Desperado“, die später oft gecovert wurde.
1974–1975
02 Mehr Rock
Mit dem Gitarristen Don Felder wurde der Klang ab 1974 härter. On the Border enthielt den ersten Nummer-eins-Hit der Band, „Best of My Love“.
One of These Nights stieg 1975 an die Spitze der US-Charts. Ende des Jahres verließ Bernie Leadon, der den Countryklang mitgeprägt hatte, die Band. Für ihn kam der Gitarrist Joe Walsh.
1976–1977
03 Hotel California
Mit dem Produzenten Bill Szymczyk nahm die Band 1976 in Miami und Los Angeles über viele Monate ihr neues Album auf. Die Musik zum Titelsong stammt von einer Demoaufnahme Don Felders, Henley und Frey schrieben den Text über ein rätselhaftes Hotel, aus dem man nicht mehr fortkommt – ein Bild für die Verlockungen und Abgründe des Erfolgs. Das Gitarrenduett von Felder und Walsh am Ende wurde berühmt.
Hotel California erschien im Dezember 1976 und erreichte Platz eins in den USA. „New Kid in Town“ und der Titelsong wurden Nummer-eins-Singles, dazu kommen „Life in the Fast Lane“, „Wasted Time“ und „The Last Resort“. Bei den Grammys 1978 gewann „Hotel California“ als Aufnahme des Jahres. Für Randy Meisner war es das letzte Album mit der Band, 1977 kam Timothy B. Schmit.
1979–1993
04 Trennung
The Long Run von 1979 entstand unter großem Druck. 1980 zerbrach die Band nach einem Streit auf der Bühne.
Die Mitglieder gingen eigene Wege. Don Henley hatte 1984 mit „The Boys of Summer“ einen großen Solohit, auch Glenn Frey war mit Filmsongs erfolgreich.
1994–heute
05 Was bleibt
1994 fanden die Eagles für die Tournee und das Album Hell Freezes Over wieder zusammen – eine Anspielung auf Henleys früheren Satz, die Band werde sich erst wiedervereinen, wenn die Hölle zufriert. 1998 folgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame, 2007 das Doppelalbum Long Road Out of Eden.
Glenn Frey starb im Januar 2016. Ab 2017 spielten Henley, Walsh und Schmit mit Vince Gill und Freys Sohn weiter. Randy Meisner starb 2023. Die Songs der Eagles laufen bis heute im Radio, und Hotel California ist einer der bekanntesten Rocksongs überhaupt.
Hörtipp
Hotel California passt zu einem warmen Abend, an dem es langsam dunkel wird – und die zweite Seite verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie der berühmte Titelsong. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Steely Dan
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Steely Dan erwähnte die Eagles 1976 im Song „Everything You Did“; die Eagles antworteten mit den „steely knives“ im Text von „Hotel California“.
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Joni Mitchell
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Joni Mitchell und die Eagles gehörten in den Siebzigern zur selben Musikszene in Los Angeles und veröffentlichten beide bei David Geffens Label Asylum.
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