Künstlerporträt
Fleetwood Mac
Eine britische Bluesband, die in Kalifornien zur Popband wurde – und ihr größtes Album mitten in mehreren Trennungen aufnahm.
Kaum eine Band hat sich so oft verwandelt wie Fleetwood Mac. Sie begann als raue Bluesgruppe in London und wurde nach vielen Umbesetzungen zu einer der erfolgreichsten Popbands der Welt. Die Konstante waren der Schlagzeuger Mick Fleetwood und der Bassist John McVie, nach denen die Band benannt ist. Das Album Rumours entstand in einer Zeit, in der sich fast alle Bandmitglieder gerade voneinander trennten, und gehört zu den meistverkauften Alben überhaupt.
In diesem Porträt
1967–1970
01 Blues aus London
Der Gitarrist Peter Green gründete Fleetwood Mac 1967 in London mit Mick Fleetwood, bald kam John McVie dazu. Green und McVie kamen aus John Mayalls Bluesbreakers, Fleetwood hatte dort kurz gespielt.
Mit dem Instrumental „Albatross“ hatte die Band 1968 einen Nummer-eins-Hit in Großbritannien, dazu kamen „Oh Well“ und „Man of the World“. 1970 verließ Peter Green die Band.
1970–1974
02 Übergangsjahre
Christine Perfect, die unter dem Namen Christine McVie bekannt wurde, stieg 1970 ein und brachte als Sängerin, Pianistin und Songschreiberin einen neuen, melodischeren Ton mit.
Es folgten Jahre mit wechselnden Gitarristen und mäßigem Erfolg. Die Band zog in die USA, nach Kalifornien.
1974–1976
03 Buckingham und Nicks
Ende 1974 hörte Mick Fleetwood in einem Studio in Los Angeles Aufnahmen des Duos Buckingham Nicks. Er lud den Gitarristen Lindsey Buckingham ein, und Buckingham bestand darauf, dass Stevie Nicks mitkommt.
Das Album Fleetwood Mac von 1975 mit „Rhiannon“ und „Landslide“ stieg in den USA auf Platz eins. Aus einer Bluesband war eine Popband mit drei Songschreibern und drei Stimmen geworden.
1976–1977
04 Rumours
Während der Aufnahmen 1976 zerbrachen die Ehe von John und Christine McVie und die Beziehung von Buckingham und Nicks, auch Fleetwood steckte in einer Trennung. Die Songs, die sie schrieben, richteten sich oft direkt aneinander – und wurden trotzdem gemeinsam eingespielt.
Rumours erschien im Februar 1977, mit „Go Your Own Way“, „Dreams“, „Don’t Stop“ und „The Chain“, dem einzigen Song, den alle fünf zusammen schrieben. Das Album stand 31 Wochen an der Spitze der amerikanischen Charts und gewann 1978 den Grammy als Album des Jahres.
1979–1998
05 Tusk und danach
Statt Rumours zu wiederholen, machte die Band mit Tusk 1979 ein sperriges Doppelalbum, geprägt von Buckinghams Experimenten.
Mit Tango in the Night hatte sie 1987 noch einmal großen Erfolg, danach stieg Buckingham aus. 1997 fand die Besetzung von Rumours für ein Livealbum wieder zusammen, 1998 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
1998–heute
06 Heute
Stevie Nicks hatte schon Anfang der Achtziger eine eigene, erfolgreiche Solokarriere begonnen und wurde später ein zweites Mal in die Hall of Fame aufgenommen, als erste Frau überhaupt.
Christine McVie starb im November 2022. Rumours gehört bis heute zu den am häufigsten gehörten Alben der Siebziger, und „Dreams“ erlebte Jahrzehnte später durch soziale Netzwerke ein Comeback in den Charts.
Hörtipp
Rumours eignet sich für fast jeden Abend: eingängig genug für Gäste, die nur zuhören wollen, und klanglich so fein aufgenommen, dass auch Kenner auf ihre Kosten kommen. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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John Mayall & the Bluesbreakers
Blues Breakers with Eric Clapton
1966rund 37 Minuten
Aus John Mayalls Bluesbreakers kamen Peter Green und John McVie – hier noch mit Eric Clapton an der Gitarre.
Zur Album-Story → -
Eagles
Hotel California
1976rund 43 Minuten
Hotel California erschien wenige Wochen vor Rumours. Beide Alben prägten den kalifornischen Klang der späten Siebziger.
Zur Album-Story →
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