Künstlerporträt
John Mayall
Der Bandleader, der den Blues nach England holte und in dessen Bluesbreakers eine ganze Generation großer Gitarristen reifte.
John Mayall war kein Star im üblichen Sinn, sondern ein Lehrmeister. In seiner Band, den Bluesbreakers, spielten Eric Clapton, Peter Green und Mick Taylor, bevor sie mit Cream, Fleetwood Mac und den Rolling Stones berühmt wurden. Das Album mit Clapton von 1966 prägte den Klang der Rockgitarre bis heute. Mayall selbst blieb dem Blues fast siebzig Jahre lang treu.
In diesem Porträt
1933–1962
01 Manchester
John Mayall wurde am 29. November 1933 in Macclesfield geboren und wuchs in Cheadle Hulme bei Manchester auf. Sein Vater spielte Gitarre und besaß eine große Sammlung amerikanischer Jazz- und Bluesplatten.
Klavier, Gitarre und Mundharmonika brachte er sich selbst bei. Nach dem Militärdienst in Korea studierte er an der Kunsthochschule in Manchester und spielte nebenher in Amateurbands.
1963–1965
02 London
Auf Anraten des Bluesmusikers Alexis Korner zog Mayall 1963 nach London und machte Musik zum Beruf. Mit den Bluesbreakers spielte er in den Clubs der Stadt, wo der Blues gerade eine junge Anhängerschaft fand.
1965 kam Eric Clapton zu ihm. Er hatte die Yardbirds verlassen, weil sie ihm zu sehr nach Pop klangen, und suchte eine Band, die den Blues ernst nahm.
1966
03 Blues Breakers
Im Mai 1966 nahmen John Mayall, Eric Clapton, John McVie am Bass und Hughie Flint am Schlagzeug in den Decca-Studios in West Hampstead ein Album auf, produziert von Mike Vernon. Clapton spielte eine Gibson Les Paul über einen Marshall-Verstärker, laut und verzerrt – ein Klang, der die Rockgitarre der folgenden Jahrzehnte prägte. Auf der Platte stehen Stücke von Otis Rush, Freddie King und Robert Johnson, dazu Songs von Mayall; in „Ramblin’ on My Mind“ ist Clapton zum ersten Mal als Sänger zu hören.
Das Album erschien im Juli 1966 und kam in Großbritannien auf Platz sechs. Weil Clapton auf dem Cover in einem Comicheft liest, heißt es bis heute auch das „Beano-Album“. Clapton hatte die Band da schon verlassen, um mit Jack Bruce und Ginger Baker Cream zu gründen.
1967–1969
04 Die Schule des Blues
Claptons Nachfolger wurde Peter Green, zu hören auf A Hard Road von 1967. Green gründete noch im selben Jahr mit dem Schlagzeuger Mick Fleetwood, der ebenfalls kurz bei Mayall gespielt hatte, Fleetwood Mac; bald darauf kam auch John McVie dazu. Auch der junge Mick Taylor spielte ab 1967 bei den Bluesbreakers, bevor er 1969 zu den Rolling Stones ging.
1968 verarbeitete Mayall eine Reise nach Kalifornien auf Blues from Laurel Canyon. 1969 nahm er mit The Turning Point ein Livealbum ohne Schlagzeug auf, leise und akustisch, mit „Room to Move“ als bekanntestem Stück.
1970–2024
05 Späte Jahre
Mayall zog nach Los Angeles, verband den Blues mit Jazz und Funk und nahm Jahrzehnte lang fast jedes Jahr ein Album auf. 2005 wurde er in Großbritannien mit dem Order of the British Empire geehrt.
2022 beendete er mit 88 Jahren seine Tourneen. John Mayall starb am 22. Juli 2024 in Kalifornien. Im Herbst desselben Jahres wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Hörtipp
Blues Breakers ist ein Album für einen Abend mit Gitarrenfreunden – und für alle, die hören wollen, wo der Rocksound der späten Sechziger seinen Anfang nahm. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
-
Künstlerporträt
Fleetwood Mac
1 Album auf dieser Seite
John McVie spielt auf Blues Breakers Bass; kurz darauf holten ihn Peter Green und Mick Fleetwood, beide ebenfalls Mayall-Schüler, zu Fleetwood Mac.
Zum Porträt → -
Künstlerporträt
The Rolling Stones
2 Alben auf dieser Seite
Mick Taylor lernte bei John Mayall und ging 1969 als Gitarrist zu den Rolling Stones.
Zum Porträt →
John Mayall gemeinsam hören
Ein Album am Stück, vom Tonband, ohne Ablenkung – bei Ihnen vor Ort. Sagen Sie mir einfach, welches Album es sein soll.
Ihnen ist ein Fehler in diesem Text aufgefallen? Melden Sie es mir – ich freue mich über jeden Hinweis.