Künstlerporträt
Judas Priest
Die Band aus Birmingham, die dem Heavy Metal sein Gesicht gab – mit zwei Leadgitarren, einer Sirenenstimme und schwarzem Leder.
Judas Priest haben den Heavy Metal nicht erfunden, aber sie haben ihn zu Ende gedacht. Sie strichen den Blues aus dem Hardrock, setzten auf zwei gleichberechtigte Leadgitarren und auf Rob Halfords Stimme, die mühelos in höchste Lagen steigt. Ende der Siebziger gaben sie dem Genre auch sein Aussehen: Leder, Nieten, ein Motorrad auf der Bühne. British Steel machte die Band 1980 zu Stars und gilt bis heute als Lehrbuch des Metal.
In diesem Porträt
1969–1974
01 Birmingham
Judas Priest entstand 1969 in Birmingham, der Industriestadt, aus der auch Black Sabbath kamen. Den Namen fanden die Gründer in Bob Dylans Lied „The Ballad of Frankie Lee and Judas Priest“. Von der ersten Besetzung blieb nichts; Anfang der Siebziger übernahmen der Gitarrist K. K. Downing und der Bassist Ian Hill die Band.
1973 kam der Sänger Rob Halford dazu, 1974 der zweite Gitarrist Glenn Tipton. Im selben Jahr erschien beim kleinen Label Gull das Debüt Rocka Rolla, das kaum jemand bemerkte.
1976–1979
02 Leder und Nieten
Mit Sad Wings of Destiny fand die Band 1976 ihren Stil: schnell, düster und mit dem Zwiegespräch der beiden Gitarren. 1977 folgte beim großen Label CBS Sin After Sin, darauf eine Hardrock-Fassung von Joan Baez’ „Diamonds & Rust“.
Um 1978 legte die Band ihre bunten Siebziger-Kleider ab und trat in schwarzem Leder mit Nieten auf. Das Bild wurde zur Uniform einer ganzen Szene. Mit dem Livealbum Unleashed in the East schafften sie 1979 den Durchbruch in Japan und Großbritannien.
1979–1980
03 British Steel
Im Winter 1979/80 zog die Band mit dem Produzenten Tom Allom nach Tittenhurst Park bei Ascot, einem Landsitz, der erst John Lennon und dann Ringo Starr gehört hatte. Neu am Schlagzeug war Dave Holland. Statt im Studio nahmen sie in den Wohnräumen auf. Für die metallischen Geräusche in „Metal Gods“ zerschlugen sie Milchflaschen und schüttelten Besteckkästen aus Starrs Küche.
British Steel erschien im April 1980. Die Songs waren kürzer und eingängiger als zuvor: „Breaking the Law“ und „Living After Midnight“ liefen im Radio, „United“ wurde zur Hymne in den Konzerthallen. Das Album erreichte Platz vier in Großbritannien, verkaufte sich auch in den USA über eine Million Mal und wurde zum Vorbild für die junge Welle britischer Metalbands.
1981–1991
04 Metal Gods
Screaming for Vengeance wurde 1982 ihr erfolgreichstes Album, vor allem in Amerika, wo „You’ve Got Another Thing Comin’“ zum Dauerbrenner im Radio wurde. Die Band spielte nun in großen Arenen.
Nach einigen Experimenten mit Synthesizer-Gitarren kam 1989 der Schlagzeuger Scott Travis. Mit ihm entstand 1990 Painkiller, schneller und härter als alles, was Judas Priest vorher gemacht hatten.
1992–2011
05 Abschied und Rückkehr
1992 verließ Rob Halford die Band, um eigene Wege zu gehen. Ab 1996 sang Tim „Ripper“ Owens, bis Halford 2003 zurückkehrte. 2005 erschien das Wiedervereinigungsalbum Angel of Retribution.
2010 gewann die Band einen Grammy für die Liveaufnahme von „Dissident Aggressor“. 2011 verließ K. K. Downing die Band; für ihn kam der junge Gitarrist Richie Faulkner.
2012–heute
06 Was bleibt
Das Album Firepower erreichte 2018 Platz fünf in den USA. Im selben Jahr machte Glenn Tipton öffentlich, dass er an Parkinson erkrankt ist; er zog sich von den Tourneen zurück, blieb aber Mitglied der Band.
2022 wurde Judas Priest in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2024 erschien Invincible Shield und stieg in Großbritannien auf Platz zwei ein. Ian Hill ist seit mehr als fünfzig Jahren dabei.
Hörtipp
British Steel ist ein Album für einen lauten Abend mit Gästen, die Metal für Lärm halten – nach „Living After Midnight“ singen meist alle mit. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Black Sabbath
Paranoid
1970rund 42 Minuten
Black Sabbath kamen ebenfalls aus Birmingham und legten dort kurz vor Judas Priest den Grundstein für den Heavy Metal.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Bob Dylan
3 Alben auf dieser Seite
Ihren Namen verdankt die Band Dylans Lied „The Ballad of Frankie Lee and Judas Priest“ vom Album John Wesley Harding.
Zum Porträt →
Judas Priest gemeinsam hören
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