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Künstlerporträt

Motörhead

Drei Musiker, ein Bass wie eine Rhythmusgitarre und eine Lautstärke, auf die sich Punks und Metalfans gleichermaßen einigen konnten.

Motörhead waren schneller, rauer und lauter als fast alle Bands ihrer Zeit, und doch sah sich ihr Chef Lemmy Kilmister immer als Rock-’n’-Roll-Musiker. Er spielte den Bass wie eine Gitarre, mit Akkorden und viel Verzerrung, und sang mit einem Mikrofon, das er über den Kopf gehängt hatte. Die Band brachte Punk und Heavy Metal zusammen, lange bevor andere das versuchten. Ace of Spades wurde zu ihrem Markenzeichen und ist bis heute eine der bekanntesten Hard-Rock-Platten Englands.

In diesem Porträt

  1. 01Lemmy 1945–1971
  2. 02Hawkwind 1971–1975
  3. 03Das klassische Trio 1975–1979
  4. 04Ace of Spades 1980–1981
  5. 05Weiter und weiter 1982–2015
  6. 06Was bleibt 2015–heute

1945–1971

01 Lemmy

Ian Fraser Kilmister wurde am 24. Dezember 1945 in Burslem bei Stoke-on-Trent geboren und wuchs in England und Wales auf. Schon als Jugendlicher nannte man ihn Lemmy.

Mitte der Sechziger spielte er Gitarre bei der Band The Rockin’ Vickers. 1967 arbeitete er in London als Roadie für Jimi Hendrix und teilte sich eine Wohnung mit dessen Bassisten Noel Redding.

1971–1975

02 Hawkwind

1971 kam er zur Weltraumrock-Band Hawkwind – als Bassist, obwohl er vorher nie Bass gespielt hatte. Er sang die Single „Silver Machine“, die 1972 in Großbritannien auf Platz drei kam.

Im Mai 1975 musste er die Band verlassen. Das letzte Lied, das er für Hawkwind geschrieben hatte, hieß „Motorhead“ – daraus wurde der Name seiner neuen Band.

1975–1979

03 Das klassische Trio

Nach ersten Umbesetzungen stand 1976 das Trio, das Motörhead berühmt machte: Lemmy an Bass und Gesang, „Fast“ Eddie Clarke an der Gitarre und Phil „Philthy Animal“ Taylor am Schlagzeug.

Mit den Alben Overkill und Bomber gelang 1979 der Durchbruch. Die Konzerte waren berüchtigt laut, und im Publikum standen Punks neben Metalfans.

1980–1981

04 Ace of Spades

Cover von Ace of Spades
Ace of Spades · 1980

Im August und September 1980 nahm das Trio in den Jackson’s Studios in Rickmansworth nördlich von London sein viertes Album auf, produziert von Vic Maile. Die Titelsingle, ein Lied über das Leben als Spieler, kam im Oktober heraus und stieg auf Platz 15 der britischen Charts, das Album kurz darauf auf Platz vier.

Die zwölf Songs sind kurz und schnell: „Ace of Spades“, „Love Me Like a Reptile“, „The Chase Is Better Than the Catch“ oder „(We Are) The Road Crew“, eine Hommage an die eigenen Roadies. Für das Cover posierte die Band in Westernkleidung in einer Sandgrube im Norden Londons. 1981 kam das Livealbum No Sleep ’til Hammersmith sogar auf Platz eins.

1982–2015

05 Weiter und weiter

Eddie Clarke verließ die Band 1982, später ging auch Phil Taylor. Lemmy machte mit wechselnden Musikern weiter, ab 1992 mit dem Gitarristen Phil Campbell und dem Schlagzeuger Mikkey Dee, einer Besetzung, die bis zum Schluss hielt.

Motörhead veröffentlichten fast jedes zweite Jahr ein Album und spielten unermüdlich Konzerte. 2005 bekamen sie ihren ersten Grammy – für eine Version von Metallicas „Whiplash“. Das letzte Album Bad Magic erschien im August 2015.

2015–heute

06 Was bleibt

Lemmy Kilmister starb am 28. Dezember 2015 in Los Angeles, vier Tage nach seinem 70. Geburtstag. Die Band erklärte am nächsten Tag ihr Ende.

Bands aus dem Thrash Metal wie Metallica nennen Motörhead als ihr wichtigstes Vorbild, und auch viele Punkbands berufen sich auf sie. Das Lied „Ace of Spades“ läuft bis heute in Stadien und auf Rockpartys.

Hörtipp

Ace of Spades ist nach gut einer halben Stunde vorbei und verlangt nach Lautstärke – gut für die späte Stunde eines Abends, wenn die Runde Energie statt Andacht braucht. Zur Album-Story →

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