Künstlerporträt
Jimi Hendrix
Vier Jahre Weltkarriere haben gereicht, um das Instrument E-Gitarre neu zu erfinden.
Jimi Hendrix hat die E-Gitarre behandelt, als hätte vor ihm noch niemand gewusst, was in ihr steckt. Rückkopplung, Verzerrung und Lautstärke wurden bei ihm zu Farben, mit denen er malte, und trotzdem blieb er im Kern ein Bluesmusiker. Zwischen seinem Durchbruch in London und seinem Tod lagen keine vier Jahre. In dieser Zeit veröffentlichte er drei Studioalben, die bis heute Maßstab für jeden sind, der eine Gitarre umhängt.
In diesem Porträt
1942–1962
01 Seattle
Jimi Hendrix wurde am 27. November 1942 in Seattle geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Seine erste Gitarre kostete fünf Dollar. Weil er Linkshänder war, drehte er ein Instrument für Rechtshänder einfach um und spielte es mit vertauschten Saiten – eine Eigenheit, die er sein Leben lang beibehielt.
1961 ging er zur Armee und diente als Fallschirmjäger, wurde aber schon im folgenden Jahr entlassen. Danach wollte er nur noch eines: Musik machen.
1962–1966
02 Lehrjahre
Hendrix zog als Begleitgitarrist durch die Clubs des Südens und spielte für Soul- und Rhythm-and-Blues-Größen wie die Isley Brothers und Little Richard. Dort lernte er, eine Show zu machen – und wurde mehr als einmal gefeuert, weil er seinen Chefs die Schau stahl.
1966 trat er unter dem Namen Jimmy James in Greenwich Village auf. Chas Chandler, Bassist der Animals, hörte ihn dort und überredete ihn, mit ihm nach London zu kommen.
1966–1967
03 London
In London stellte Chandler ihm den Bassisten Noel Redding und den Schlagzeuger Mitch Mitchell zur Seite: The Jimi Hendrix Experience. Die britische Musikszene war sofort elektrisiert, Eric Clapton und Pete Townshend standen staunend im Publikum. Im Dezember erschien die erste Single „Hey Joe“.
Im Mai 1967 folgte das Debüt Are You Experienced. Es klang wie nichts zuvor: „Purple Haze“, „Foxy Lady“, „Manic Depression“, dazu der Titelsong mit rückwärts laufenden Gitarren. In Großbritannien kam es nur knapp nicht an die Spitze, weil dort gerade Sgt. Pepper erschien.
1967–1968
04 Monterey
Im Juni 1967 kehrte Hendrix in die USA zurück, für einen Auftritt beim Monterey Pop Festival in Kalifornien. Am Ende seines Sets kniete er über seiner Gitarre und zündete sie an. Von da an kannte ihn auch Amerika.
Noch im selben Jahr erschien Axis: Bold as Love, 1968 dann das Doppelalbum Electric Ladyland, auf dem er als Produzent alles selbst in der Hand hatte. Darauf steht seine Fassung von Bob Dylans „All Along the Watchtower“, die Dylan so gut gefiel, dass er den Song danach selbst in dieser Art spielte.
1969–1970
05 Woodstock
Die Experience löste sich 1969 auf. Beim Woodstock-Festival im August trat Hendrix als letzter Künstler auf, am Montagmorgen vor einem schon kleiner gewordenen Publikum. Seine verzerrte Version der amerikanischen Nationalhymne, mit Gitarrenklängen wie fallende Bomben, wurde zum Sinnbild einer Zeit, in der der Vietnamkrieg das Land spaltete.
Mit Billy Cox und Buddy Miles spielte er als Band of Gypsys ein Livealbum ein, und in New York eröffnete er im Sommer 1970 sein eigenes Studio, Electric Lady. Jimi Hendrix starb am 18. September 1970 in London, mit 27 Jahren.
1970–heute
06 Was bleibt
Hendrix hinterließ Hunderte Stunden Aufnahmen, aus denen über die Jahrzehnte viele Alben entstanden. Sein Studio Electric Lady in New York wird bis heute genutzt.
1992 wurde The Jimi Hendrix Experience in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. In Bestenlisten der größten Gitarristen steht er fast immer auf Platz eins – und kaum ein Gitarrist der folgenden Generationen kam an ihm vorbei.
Hörtipp
Are You Experienced ist ein Album zum Lautaufdrehen – am besten ab dem zweiten Glas und mit Gästen, die noch nie bewusst darauf geachtet haben, was eine Gitarre alles kann. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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John Mayall & the Bluesbreakers
Blues Breakers with Eric Clapton
1966rund 37 Minuten
Eric Clapton, der hier mit John Mayall zu hören ist, war einer der ersten Londoner Gitarristen, die Hendrix 1966 live erlebten.
Zur Album-Story → -
Stevie Ray Vaughan and Double Trouble
Texas Flood
1983rund 38 Minuten
Stevie Ray Vaughan verehrte Hendrix und spielte später dessen „Voodoo Child (Slight Return)“ auf seinem zweiten Album.
Zur Album-Story →
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