Künstlerporträt
Peter Gabriel
Der frühere Genesis-Sänger, der als Solokünstler neue Klänge erforschte, Musik aus aller Welt nach Europa holte und das Musikvideo neu dachte.
Peter Gabriel hat Genesis auf dem Höhepunkt verlassen, um etwas ganz Eigenes zu machen. Seine Soloalben sind voller Neugier: auf neue Technik, auf Rhythmen aus Afrika und anderen Teilen der Welt, auf die Frage, wie ein Song klingen kann. Dazu kommt ein politisches Engagement, das er nie als Nebensache betrachtet hat. Mit So gelang ihm 1986 ein Album, das experimentierfreudig und zugleich ein riesiger Erfolg war.
In diesem Porträt
1950–1975
01 Genesis
Peter Gabriel wurde am 13. Februar 1950 in Chobham in der Grafschaft Surrey geboren. An der Internatsschule Charterhouse gründete er 1967 mit Tony Banks, Mike Rutherford und Anthony Phillips die Band Genesis.
Mit Kostümen, Masken und langen Geschichten zwischen den Songs wurde Gabriel zum Gesicht der Band. Nach dem Konzeptalbum The Lamb Lies Down on Broadway von 1974 stieg er 1975 aus.
1977–1982
02 Vier Alben ohne Titel
Seine ersten vier Soloalben hießen alle schlicht Peter Gabriel. Das erste erschien 1977 mit „Solsbury Hill“, einem Lied über den Abschied von Genesis.
Das dritte Album von 1980 verzichtete auf Becken im Schlagzeug und prägte einen neuen, wuchtigen Drumsound. Darauf stehen „Games Without Frontiers“ mit Kate Bush im Hintergrund und „Biko“ über den in Haft getöteten südafrikanischen Aktivisten Steve Biko. 1982 gründete er das Festival WOMAD, das Musik aus aller Welt nach England brachte.
1985–1986
03 So
Für sein fünftes Album arbeitete Gabriel mit dem kanadischen Produzenten Daniel Lanois, vor allem in seinem Studio in Ashcombe House in Somerset. Die Kernband bildeten der Gitarrist David Rhodes, der Bassist Tony Levin und der Schlagzeuger Manu Katché. Gäste gaben einzelnen Stücken ihre Farbe: Kate Bush singt in „Don’t Give Up“, Youssou N’Dour in „In Your Eyes“, Wayne Jackson spielt die Bläser in „Sledgehammer“.
So erschien am 19. Mai 1986 und stand in Großbritannien auf Platz eins. „Sledgehammer“ wurde in den USA ein Nummer-eins-Hit. Das Video mit Stop-Motion-Animationen, unter anderem von Aardman, gewann neun MTV Video Music Awards und wurde zu einem der meistgespielten Videos des Senders.
1986–1992
04 Engagement
Gabriel ging 1986 und 1988 mit Konzertreisen für Amnesty International auf Tour, gemeinsam mit Künstlern wie Bruce Springsteen und Sting. „Biko“ wurde bei diesen Konzerten zur Hymne.
In Box bei Bath baute er die Real World Studios auf und gründete das Label Real World Records, das Musikerinnen und Musiker aus vielen Ländern veröffentlichte. Für die Filmmusik Passion erhielt er einen Grammy. 1992 folgte das Album Us.
1993–heute
05 Späte Jahre
Gabriel ließ sich immer mehr Zeit. Nach Us erschien erst 2002 das nächste Album mit neuen Songs, Up.
2014 wurde er als Solokünstler in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, nachdem er dort bereits mit Genesis vertreten war. 2023 veröffentlichte er i/o, sein erstes Album mit neuen Liedern seit über zwanzig Jahren; die Songs erschienen zuvor einzeln, jeweils bei Vollmond.
Hörtipp
So ist ein Album für einen Abend mit Menschen, die „Sledgehammer“ kennen und den Rest entdecken wollen – spätestens bei „Don’t Give Up“ wird es still im Raum. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
Kate Bush
1 Album auf dieser Seite
Kate Bush singt auf So das Duett „Don’t Give Up“ und war schon auf Gabriels drittem Album zu hören.
Zum Porträt → -
U2
The Joshua Tree
1987rund 50 Minuten
Daniel Lanois produzierte nach So gemeinsam mit Brian Eno U2s The Joshua Tree.
Zur Album-Story →
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