Künstlerporträt
Pixies
Eine Band aus Boston, deren Wechsel von leisen Strophen und lauten Refrains den Rock der Neunziger prägte.
Die Pixies waren in den USA nie wirklich erfolgreich, aber ihr Einfluss ist kaum zu überschätzen. Leise Strophen, die plötzlich in laute Refrains umschlagen, surreale Texte zwischen Bibel, Film und Meer, dazu Kim Deals helle Stimme gegen Black Francis’ Schreie: Dieses Prinzip übernahmen später viele Bands, allen voran Nirvana. In Großbritannien und Europa wurden sie schon in den Achtzigern gefeiert. Ihr Album Doolittle gilt als ihr zugänglichstes und bestes.
In diesem Porträt
1984–1986
01 Boston
Charles Thompson, der sich später Black Francis nannte, und der Gitarrist Joey Santiago lernten sich 1984 an der University of Massachusetts in Amherst kennen. Thompson verbrachte ein Auslandssemester in Puerto Rico; danach beschlossen beide, eine Band zu gründen.
Im Januar 1986 suchten sie per Anzeige eine Bassistin, die sowohl Hüsker Dü als auch Peter, Paul and Mary mochte. Es meldete sich nur eine: Kim Deal. Über sie kam der Schlagzeuger David Lovering dazu.
1987–1988
02 Surfer Rosa
Das britische Label 4AD nahm die Band unter Vertrag und veröffentlichte 1987 die Mini-LP Come On Pilgrim.
1988 folgte Surfer Rosa, aufgenommen von Steve Albini, roh und direkt. Darauf steht „Where Is My Mind?“, das Jahre später durch den Schluss des Films Fight Club noch einmal berühmt wurde.
1988–1989
03 Doolittle
Für das zweite Album arbeiteten die Pixies mit dem Produzenten Gil Norton, der die Songs straffte und den Klang aufräumte. Die Aufnahmen fanden von Ende Oktober bis Ende November 1988 in den Downtown Recorders in Boston statt. Das Budget war viermal so hoch wie beim Vorgänger.
Doolittle erschien am 17. April 1989 und kam in Großbritannien auf Platz 8. „Monkey Gone to Heaven“ mit Streichern und das fast poppige „Here Comes Your Man“ wurden Singles, dazu kommen „Debaser“, „Wave of Mutilation“ und „Gouge Away“. Die Coverbilder von Vaughan Oliver und Simon Larbalestier prägten das Aussehen der Band.
1990–1993
04 Trennung
Bossanova von 1990 und Trompe le Monde von 1991 zeigten die Band kühler und stärker an Surfrock und Science-Fiction interessiert. Die Spannungen zwischen Black Francis und Kim Deal wuchsen.
Anfang 1993 verkündete Black Francis das Ende der Band in einem Radiointerview. Kim Deal hatte mit den Breeders und „Cannonball“ im selben Jahr einen großen Erfolg, Black Francis machte als Frank Black allein weiter.
1991–2003
05 Nachhall
Erst nach der Trennung wurde deutlich, wie viele Musiker die Pixies gehört hatten. Kurt Cobain sagte über „Smells Like Teen Spirit“, er habe damit eigentlich versucht, die Pixies zu kopieren.
David Bowie, schon früh ein Bewunderer, nahm 2002 für sein Album Heathen ihren Song „Cactus“ auf.
2004–heute
06 Wiedervereinigung
2004 kamen die Pixies in Originalbesetzung wieder zusammen und spielten ausverkaufte Tourneen. Kim Deal verließ die Band 2013. Ihr folgte Paz Lenchantin, 2024 dann Emma Richardson.
Seit Indie Cindy von 2014 veröffentlichen die Pixies wieder regelmäßig Alben, zuletzt 2024 The Night the Zombies Came.
Hörtipp
Doolittle ist kurz, abwechslungsreich und laut – gut für einen Abend mit Freunden, die ihre Neunziger mit Nirvana verbracht haben und wissen wollen, woher das kam. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Nirvana
Nevermind
1991rund 43 Minuten
Kurt Cobain sagte, er habe mit „Smells Like Teen Spirit“ eigentlich versucht, die Pixies zu kopieren.
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Künstlerporträt
David Bowie
3 Alben auf dieser Seite
David Bowie bewunderte die Pixies und nahm 2002 ihren Song „Cactus“ für sein Album Heathen auf.
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