Künstlerporträt
Simon & Garfunkel
Zwei Schulfreunde aus Queens, deren Stimmen zusammen klangen wie eine – und die gerade auf dem Höhepunkt auseinandergingen.
Simon & Garfunkel waren das Duo der späten Sechziger schlechthin: Paul Simon schrieb die Lieder und spielte Gitarre, Art Garfunkel sang die hohen Linien mit seiner klaren, fast überirdischen Stimme. Ihre Songs verbinden Folk, Pop und Gospel mit Texten über Einsamkeit, Großstadt und Aufbruch. Über den Soundtrack zum Film Die Reifeprüfung wurden sie weltberühmt. Ihr letztes Studioalbum Bridge Over Troubled Water ist zugleich ihr größter Erfolg.
In diesem Porträt
1941–1963
01 Tom & Jerry
Paul Simon und Art Garfunkel wurden beide 1941 geboren und wuchsen wenige Straßen voneinander entfernt in Forest Hills im New Yorker Stadtteil Queens auf. In der Schule lernten sie sich kennen und begannen zu singen, mit den Everly Brothers als großem Vorbild.
Als Teenager nahmen sie 1957 unter dem Namen Tom & Jerry die Single „Hey Schoolgirl“ auf, die es in die amerikanischen Charts schaffte. Danach gingen sie zunächst getrennte Wege und studierten.
1964–1966
02 The Sound of Silence
1964 erschien bei Columbia ihr erstes Album Wednesday Morning, 3 A.M., ein akustisches Folkalbum, das kaum jemand kaufte. Paul Simon ging nach England und spielte dort in Folkclubs. Unterdessen ließ der Produzent Tom Wilson zu ihrem Song „The Sound of Silence“ ohne ihr Wissen E-Gitarre, Bass und Schlagzeug einspielen.
Die neue Fassung stand im Januar 1966 an der Spitze der amerikanischen Charts. Simon kehrte zurück, und noch im selben Jahr erschienen die Alben Sounds of Silence und Parsley, Sage, Rosemary and Thyme mit „Homeward Bound“, „I Am a Rock“ und „Scarborough Fair/Canticle“.
1967–1968
03 Mrs. Robinson
1967 traten sie beim Monterey Pop Festival auf. Der Regisseur Mike Nichols verwendete ihre Lieder für seinen Film Die Reifeprüfung mit Dustin Hoffman, der Ende 1967 in die Kinos kam.
Für den Film entstand „Mrs. Robinson“, 1968 ein Nummer-eins-Hit. Im selben Jahr erschien das Album Bookends mit „America“ und „Old Friends“, ihr bis dahin geschlossenstes Werk.
1969–1970
04 Bridge Over Troubled Water
Die Aufnahmen zogen sich durch das Jahr 1969, mit dem Toningenieur und Koproduzenten Roy Halee in New York und Los Angeles. Studiomusiker wie Hal Blaine am Schlagzeug, Joe Osborn am Bass und Larry Knechtel am Klavier spielten mit. Für „The Boxer“, das schon im Frühjahr 1969 als Single erschien, nahm Halee den Schlag der Trommel in einem Flur mit langem Hall auf. Art Garfunkel war zeitweise bei Dreharbeiten in Mexiko, und die Spannungen zwischen den beiden wuchsen.
Das Album erschien im Januar 1970. Den Titelsong, eine Hymne im Gospelstil mit Knechtels Klavier, singt Garfunkel allein. Dazu kommen „Cecilia“, „El Condor Pasa (If I Could)“ nach einer Melodie aus den Anden, „The Only Living Boy in New York“ und „So Long, Frank Lloyd Wright“. Bridge Over Troubled Water stand wochenlang an der Spitze der Charts und gewann 1971 die Grammys für das Album und die Aufnahme des Jahres. Da hatten sich Simon & Garfunkel bereits getrennt.
1970–1981
05 Central Park
Paul Simon startete eine erfolgreiche Solokarriere, Art Garfunkel arbeitete als Sänger und Schauspieler. 1975 nahmen sie gemeinsam die Single „My Little Town“ auf.
Am 19. September 1981 gaben sie im Central Park in New York ein kostenloses Konzert vor rund einer halben Million Menschen. Der Mitschnitt wurde ein weltweiter Erfolg.
1981–heute
06 Was bleibt
1990 wurden Simon & Garfunkel in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2003 gingen sie auf eine große gemeinsame Tournee, später folgten noch einzelne Konzerte.
Ihre Lieder gehören zum festen Repertoire von Chören, Straßenmusikern und Singer-Songwritern. Kaum ein Duo hat den zweistimmigen Gesang im Pop so geprägt.
Hörtipp
Bridge Over Troubled Water eignet sich für einen Abend, an dem auch Menschen dabei sind, die sonst wenig Musik bewusst hören – fast jeder kennt einige Lieder und entdeckt sie am Stück neu. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Paul Simon schrieb fast alle Lieder des Duos und setzte seine Arbeit ab 1970 als Solokünstler fort.
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Tom Wilson, der „The Sound of Silence“ elektrisch nachbearbeiten ließ, produzierte auch Bob Dylans „Like a Rolling Stone“.
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Simon & Garfunkel gemeinsam hören
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