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Künstlerporträt

The Cure

Robert Smiths Band pendelt seit Jahrzehnten zwischen tiefer Melancholie und federleichtem Pop – und ist in beidem unverwechselbar.

The Cure sind eine Band mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite stehen lange, dunkle Stücke, in denen sich Gitarren und Keyboards langsam auftürmen, auf der anderen verspielte Popsongs wie „Friday I’m in Love“. Im Zentrum steht seit den Anfängen Robert Smith, Sänger, Gitarrist und Songschreiber, mit seinem zerzausten Haar und dem verschmierten Lippenstift. Disintegration ist das Album, auf dem sich Schwermut und Schönheit am vollkommensten verbinden.

In diesem Porträt

  1. 01Crawley 1959–1978
  2. 02Die dunklen Jahre 1979–1982
  3. 03Pop 1982–1987
  4. 04Disintegration 1988–1989
  5. 05Stadionband 1990–2008
  6. 06Was bleibt 2009–heute

1959–1978

01 Crawley

Robert Smith wurde am 21. April 1959 in Blackpool geboren und wuchs in Crawley südlich von London auf. Mit Schulfreunden, darunter Lol Tolhurst und Michael Dempsey, gründete er Mitte der Siebziger eine Band.

Aus Malice wurde Easy Cure und 1978 schließlich The Cure. Chris Parry nahm die Band für sein neues Label Fiction Records unter Vertrag.

1979–1982

02 Die dunklen Jahre

1979 erschien das Debüt Three Imaginary Boys, dazu die Single „Boys Don’t Cry“. Noch im selben Jahr kam der Bassist Simon Gallup dazu, der bis heute fast immer an Smiths Seite steht.

Seventeen Seconds mit „A Forest“, Faith und ein drittes Album 1982 wurden immer düsterer und karger. Die Konzerte dieser Zeit waren berüchtigt, die Band stand kurz vor dem Zerfall. Smith spielte in dieser Phase auch Gitarre bei Siouxsie and the Banshees.

1982–1987

03 Pop

Fast trotzig schrieb Smith nun leichte Popsongs: „Let’s Go to Bed“, „The Walk“ und „The Love Cats“ brachten The Cure 1982 und 1983 in die Hitparaden.

The Head on the Door von 1985 mit „In Between Days“ und „Close to Me“ vereinte beide Seiten der Band. Das Doppelalbum Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me von 1987 mit „Just Like Heaven“ machte sie auch in den USA bekannt.

1988–1989

04 Disintegration

Cover von Disintegration
Disintegration · 1989

Robert Smith ging auf die 30 zu und wollte wieder ein ernstes, schweres Album machen. Von November 1988 bis Februar 1989 nahm die Band in den Hookend Studios in Oxfordshire auf, produziert von David M. Allen und Smith. Zur Besetzung gehörten Simon Gallup, der Gitarrist Porl Thompson, der Schlagzeuger Boris Williams und der Keyboarder Roger O’Donnell. Lol Tolhurst trug kaum noch etwas bei und musste die Band während der Aufnahmen verlassen.

Disintegration erschien am 2. Mai 1989. Die Stücke beginnen oft mit langen Instrumentalteilen, bevor Smiths Stimme einsetzt – „Plainsong“, „Pictures of You“, „Fascination Street“. Die US-Plattenfirma fürchtete einen Flop, doch „Lovesong“, das Smith seiner Frau zur Hochzeit geschrieben hatte, kam in den USA auf Platz zwei, und „Lullaby“ wurde in Großbritannien ein Hit.

1990–2008

05 Stadionband

Wish von 1992 mit „Friday I’m in Love“ war in Großbritannien ein Nummer-eins-Album. The Cure spielten nun in großen Hallen und Stadien auf der ganzen Welt.

Die Besetzung wechselte, doch Smith und Gallup blieben. Alben wie Bloodflowers von 2000 und 4:13 Dream von 2008 folgten, dazu lange Konzerte, die oft drei Stunden dauerten.

2009–heute

06 Was bleibt

2019 wurden The Cure in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und spielten im selben Jahr als Hauptact beim Glastonbury Festival.

Im November 2024 erschien Songs of a Lost World, das erste Album seit 16 Jahren – ein ernstes Werk über Verlust und Vergänglichkeit, das an die Stimmung von Disintegration anknüpft.

Hörtipp

Disintegration braucht Dunkelheit und Geduld – ein Album für den späten Abend, wenn niemand mehr auf die Uhr schaut und die langen Einleitungen Zeit haben, sich zu entfalten. Zur Album-Story →

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