Künstlerporträt
Beyoncé
Eine Sängerin, die aus dem Popstar-Dasein ein Gesamtkunstwerk gemacht hat – mit Alben, die zugleich Film, Bühnenshow und Geschichtsstunde sind.
Beyoncé ist seit über 25 Jahren im Geschäft und hat sich dabei immer wieder neu erfunden: als Teil einer Girlgroup, als Soul- und Popstar, schließlich als Künstlerin, die ihre Alben ohne Vorankündigung als Gesamtwerk aus Musik und Bild veröffentlicht. Sie ist eine außergewöhnliche Sängerin, aber auch eine genaue Planerin, die jedes Detail ihrer Auftritte selbst verantwortet. Ihre späten Alben erzählen von der Geschichte Schwarzer Musik in Amerika, vom Blues über Disco bis zum Country. Kein Künstler und keine Künstlerin hat mehr Grammys gewonnen als sie.
In diesem Porträt
1981–2002
01 Houston
Beyoncé Giselle Knowles wurde am 4. September 1981 in Houston, Texas, geboren. Schon als Kind gewann sie Gesangs- und Tanzwettbewerbe. 1990 kam sie zu einer Mädchengruppe namens Girl’s Tyme, aus der einige Jahre später Destiny’s Child wurde.
Das erste Album von Destiny’s Child erschien 1998. Mit Songs wie „Say My Name“ und „Survivor“ wurde die Gruppe um die Jahrtausendwende zu einer der erfolgreichsten Girlgroups überhaupt – und Beyoncé zu ihrem Gesicht.
2003–2012
02 Solo
2003 erschien ihr erstes Soloalbum Dangerously in Love, mit der Single „Crazy in Love“ und ihren markanten Bläsern. Bei den Grammys im Jahr darauf gewann sie fünf Preise.
Es folgten B’Day, das 2006 an ihrem 25. Geburtstag erschien, und I Am… Sasha Fierce mit „Single Ladies“ und „Halo“. Mit dem Album 4 übernahm sie 2011 auch geschäftlich die Kontrolle: Es war ihre erste Platte über ihre eigene Firma Parkwood Entertainment.
2013–2015
03 Das visuelle Album
Am 13. Dezember 2013 erschien über Nacht und ohne jede Ankündigung das Album Beyoncé, zu jedem Song gab es gleich ein Video. Die Idee, ein Album als zusammenhängendes Werk aus Ton und Bild herauszubringen, veränderte, wie große Popstars ihre Musik veröffentlichen.
Musikalisch wurde sie freier und persönlicher. Statt einzelner Radiohits suchte sie nun den großen Bogen – eine Entwicklung, die im nächsten Album ihren Höhepunkt fand.
2016
04 Lemonade
Lemonade entstand zwischen Mitte 2014 und Sommer 2015 in vielen verschiedenen Studios. Im Februar 2016 kündigte sich die neue Richtung mit „Formation“ an, das sie am Tag nach der Veröffentlichung beim Super Bowl aufführte. Am 23. April 2016 erschien das Album zusammen mit einem Film, den der Sender HBO zeigte; die Texte zwischen den Songs stammen von der britisch-somalischen Dichterin Warsan Shire.
Die zwölf Songs erzählen in Stationen von Kränkung, Wut, Vergebung und Versöhnung in einer Ehe und weiten den Blick auf die Erfahrungen Schwarzer Frauen in Amerika. Dafür mischt Beyoncé Soul, Rock, Blues und Country: Jack White singt auf „Don’t Hurt Yourself“, Kendrick Lamar auf „Freedom“, James Blake auf „Forward“, und „Daddy Lessons“ ist ein waschechter Countrysong. Lemonade gewann zwei Grammys und einen Peabody-Preis; das Magazin Rolling Stone kürte es 2025 zum besten Album des 21. Jahrhunderts.
2017–2023
05 Homecoming und Renaissance
2018 trat sie als erste Schwarze Frau als Hauptact beim Coachella-Festival auf, mit einer Marching Band nach dem Vorbild der Schwarzen Colleges des Südens. Der Konzertfilm Homecoming erschien im Jahr darauf.
Mit Renaissance begann sie 2022 eine Albumreihe. Der erste Teil ist eine Verbeugung vor der Disco- und House-Musik und den Clubs, in denen diese Musik entstand. 2023 wurde sie zur Künstlerin mit den meisten Grammys aller Zeiten.
2024–heute
06 Cowboy Carter
Der zweite Teil, Cowboy Carter, erschien im März 2024 und holt den Country zurück zu seinen Schwarzen Wurzeln. Das Album gewann 2025 den Grammy als Album des Jahres, die Tournee dazu wurde die erfolgreichste Country-Tour aller Zeiten.
Beyoncé zeigt bis heute, dass Popmusik zugleich Unterhaltung für Millionen und ein ernsthaftes künstlerisches Projekt sein kann.
Hörtipp
Lemonade ist ein Album für einen Abend, an dem man sich eine gute Stunde Zeit nimmt – am besten von Anfang bis Ende, weil die Songs wie Kapitel einer Geschichte aufeinander aufbauen. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
-
Solange
A Seat at the Table
2016rund 52 Minuten
Beyoncés jüngere Schwester Solange veröffentlichte A Seat at the Table im selben Jahr wie Lemonade – zwei sehr verschiedene Alben über Schwarze Identität.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Kendrick Lamar
2 Alben auf dieser Seite
Kendrick Lamar singt und rappt auf „Freedom“, einem der zentralen Stücke von Lemonade.
Zum Porträt →
Beyoncé gemeinsam hören
Ein Album am Stück, vom Tonband, ohne Ablenkung – bei Ihnen vor Ort. Sagen Sie mir einfach, welches Album es sein soll.
Ihnen ist ein Fehler in diesem Text aufgefallen? Melden Sie es mir – ich freue mich über jeden Hinweis.