Künstlerporträt
Bon Iver
Aus einem Winter allein in einer Hütte in Wisconsin wurde eine Band, die Folk, Falsett und Elektronik auf ganz eigene Weise verbindet.
Hinter Bon Iver steht Justin Vernon, ein Musiker aus Wisconsin mit einer hohen, zerbrechlichen Falsettstimme. Sein erstes Album nahm er ganz allein auf, in einer Hütte im Wald – und die Geschichte dieser Aufnahmen ist fast so berühmt geworden wie die Lieder selbst. Danach wurde aus dem Einzelgänger eine Band, die sich von Platte zu Platte weiter von der Folkmusik entfernte, hin zu verfremdeten Stimmen und elektronischen Klängen. Vernon arbeitet gern mit anderen zusammen, von Kanye West bis Taylor Swift.
In diesem Porträt
1981–2006
01 Eau Claire
Justin Vernon wurde am 30. April 1981 in Eau Claire, Wisconsin, geboren. Er wuchs mit Musik auf, spielte in Schulbands und gründete mit Freunden die Band DeYarmond Edison.
Mit ihr zog er nach Raleigh in North Carolina. Doch 2006 zerfiel die Band, eine Beziehung ging zu Ende, und dazu kam eine längere Krankheit. Vernon fuhr zurück nach Wisconsin.
2006–2008
02 For Emma, Forever Ago
Den Winter 2006/07 verbrachte er rund drei Monate lang allein in der Jagdhütte seines Vaters nordwestlich von Eau Claire. Er hackte Holz, ging auf die Jagd und nahm mit einfacher Technik Lieder auf. Oft sang er zuerst nur Melodien ohne Worte und schichtete seine Falsettstimme viele Male übereinander; die Texte entstanden erst später aus den Lauten.
Eigentlich waren es nur Demos, doch Freunde überzeugten ihn, sie zu veröffentlichen. Im Juli 2007 brachte er For Emma, Forever Ago selbst heraus, im Februar 2008 erschien es beim Label Jagjaguwar. „Skinny Love“, „Flume“, „Blindsided“ und „Re: Stacks“ wurden zu Liedern, die viele Menschen durch schwere Zeiten begleiteten. Den Namen Bon Iver leitete er vom französischen „bon hiver“ ab – guter Winter.
2008–2012
03 Aus einem wird eine Band
Für die Konzerte stellte Vernon eine Band zusammen, zu der von Anfang an der Schlagzeuger Sean Carey gehörte. 2009 erschien die EP Blood Bank.
2010 arbeitete er mit Kanye West an dessen Album My Beautiful Dark Twisted Fantasy. Das zweite Bon-Iver-Album, Bon Iver, Bon Iver, erschien 2011 und klang mit Bläsern und Streichern viel größer. 2012 gewann die Band den Grammy als bester neuer Künstler und für das beste Alternative-Album.
2013–2019
04 Neue Klänge
Nach einer Pause erschien 2016 22, A Million, mit Songtiteln aus Zahlen und Zeichen, verfremdeten Stimmen und elektronischen Geräuschen. Viele Fans waren überrascht, die Kritik feierte das Album.
Mit i,i schloss Vernon 2019 einen Kreis, den er selbst als Jahreszeitenfolge seiner Alben beschrieb. Nebenher gründete er mit Aaron Dessner von The National das Projekt Big Red Machine.
2020–heute
05 Späte Jahre
Auf Taylor Swifts Album Folklore sang er 2020 im Duett „exile“ – für Bon Iver der erste Top-Ten-Hit in den USA.
2024 erschien die EP Sable, 2025 das Album Sable, Fable, das die ruhigen Lieder der EP mit hellen, fast soulhaften neuen Stücken verbindet. Bon Iver ist heute eine sechsköpfige Band, doch die Hütte im Schnee bleibt ihr Ursprungsmythos.
Hörtipp
For Emma, Forever Ago gehört an einen Winterabend, am besten bei Kerzenlicht und in kleiner Runde – eine gute halbe Stunde, die man still genießt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Taylor Swift
folklore
2020gut 63 Minuten
Justin Vernon singt auf Folklore mit Taylor Swift das Duett „exile“.
Zur Album-Story → -
The National
Boxer
2007rund 43 Minuten
Aaron Dessner von The National gründete mit Justin Vernon das Projekt Big Red Machine und das Festival Eaux Claires in Vernons Heimatstadt.
Zur Album-Story →
Bon Iver gemeinsam hören
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