Künstlerporträt
Guns N’ Roses
Eine Band aus Hollywood, die Mitte der Achtziger den Hardrock wieder rau, bluesig und gefährlich klingen ließ.
Guns N’ Roses kamen 1985 aus der Clubszene von Los Angeles, als dort Hardrock oft nach Haarspray und Glanz klang. Sie setzten dem einen Sound entgegen, der eher an die Rolling Stones und Aerosmith erinnerte: zwei Gitarren, viel Blues, eine Stimme mit enormem Umfang. Ihr Debüt Appetite for Destruction wurde eines der meistverkauften Debütalben der Geschichte. Danach wurden die Platten größer, die Konflikte auch – und erst Jahrzehnte später fanden die wichtigsten Mitglieder wieder zusammen.
In diesem Porträt
1985–1986
01 Hollywood
Guns N’ Roses entstanden 1985 in Los Angeles aus Mitgliedern der Bands Hollywood Rose und L.A. Guns. Bald stand die bekannte Besetzung: Sänger Axl Rose, die Gitarristen Slash und Izzy Stradlin, Bassist Duff McKagan und Schlagzeuger Steven Adler.
Die Band spielte sich durch die Clubs am Sunset Strip und unterschrieb 1986 bei Geffen Records. Im selben Jahr erschien eine erste EP in kleiner Auflage.
1987–1988
02 Appetite for Destruction
Von Januar bis Juni 1987 nahm die Band ihr Debüt in mehreren Studios in Los Angeles auf, produziert von Mike Clink. Er ließ die fünf so klingen, wie sie auf der Bühne klangen: roh, druckvoll, mit zwei ineinander verzahnten Gitarren. „Welcome to the Jungle“ eröffnet das Album, dazu kommen „Paradise City“ und „Sweet Child o’ Mine“, dessen berühmtes Gitarrenmotiv aus einer Aufwärmübung von Slash entstand.
Appetite for Destruction erschien im Juli 1987 und wurde zunächst kaum beachtet. Erst als MTV das Video zu „Welcome to the Jungle“ spielte und es zum meistgewünschten Clip des Senders wurde, kam der Erfolg. Im August 1988, mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung, stand das Album auf Platz eins in den USA, „Sweet Child o’ Mine“ wurde ein Nummer-eins-Hit. Weltweit verkaufte sich die Platte mehr als 30 Millionen Mal.
1988–1993
03 Use Your Illusion
Mit G N’ R Lies folgte 1988 eine Platte mit ruhigeren, akustischen Stücken, darunter die Ballade „Patience“. 1990 ersetzte Matt Sorum Steven Adler am Schlagzeug, und mit Dizzy Reed kam ein Keyboarder dazu.
Im September 1991 erschienen am selben Tag zwei Alben, Use Your Illusion I und II, voller Streicher, Klavier und langer Stücke wie „November Rain“. Dazu gehören auch Coverversionen von Bob Dylans „Knockin’ on Heaven’s Door“ und Paul McCartneys „Live and Let Die“. Izzy Stradlin verließ die Band noch 1991, die Tournee lief bis 1993.
1994–2015
04 Lange Pause
Nach einem Album mit Punk-Coverversionen löste sich die klassische Besetzung Mitte der Neunziger nach und nach auf. Axl Rose führte Guns N’ Roses mit wechselnden Musikern weiter.
Das nächste Studioalbum, Chinese Democracy, erschien erst 2008, nach jahrelanger Arbeit. 2012 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
2016–heute
05 Wieder vereint
2016 kehrten Slash und Duff McKagan zurück. Die folgende Tournee gehört zu den erfolgreichsten der Rockgeschichte. Im selben Jahr sprang Axl Rose außerdem als Sänger bei AC/DC ein.
Seither spielt die Band weltweit große Konzerte und hat einzelne neue Songs veröffentlicht. Appetite for Destruction bleibt ihr Maßstab – und für viele eines der letzten großen Rockalben aus der Zeit vor dem Grunge.
Hörtipp
Appetite for Destruction ist ein Album zum Aufdrehen, wenn der Abend Fahrt aufnimmt – spätestens bei „Paradise City“ singt der halbe Raum mit. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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