Künstlerporträt
John Coltrane
Ein Saxofonist, der den Jazz immer weiter trieb – bis dorthin, wo Musik zum Gebet wird.
John Coltrane war ein Musiker, der nie aufhörte zu üben und zu suchen. Er spielte in der Band von Miles Davis, entwickelte einen Stil mit rasend schnellen Tonkaskaden und fand zu einer Musik, die offen spiritual war. Sein Quartett der frühen Sechziger gehört zu den großen Ensembles des Jazz. Seine Karriere als Bandleader dauerte kaum ein Jahrzehnt, doch sein Einfluss reicht bis heute.
In diesem Porträt
1926–1954
01 Lehrjahre
John Coltrane wurde am 23. September 1926 in Hamlet, North Carolina, geboren und wuchs in High Point auf. 1943 zog er nach Philadelphia.
Nach dem Dienst in einer Marinekapelle spielte er in verschiedenen Bands, unter anderem bei Dizzy Gillespie und Johnny Hodges. Er galt als fleißig, aber noch nicht als besonders auffällig.
1955–1959
02 Mit Miles Davis
1955 holte ihn Miles Davis in sein Quintett. Nicht jeder Kritiker mochte seinen harten, suchenden Ton, doch Davis hielt zu ihm.
1957 überwand Coltrane seine Heroinabhängigkeit und erlebte, wie er später schrieb, ein spirituelles Erwachen. Im selben Jahr spielte er mit Thelonious Monk und nahm Blue Train auf. 1959 war er bei Kind of Blue dabei.
1959–1962
03 Giant Steps
Mit Giant Steps nahm er 1959 ein Album auf, dessen Titelstück Akkorde in einem Tempo wechselt, das Musiker bis heute herausfordert. Ein Kritiker prägte für seinen Stil den Begriff „sheets of sound“, Klangteppiche.
Mit dem Sopransaxofon machte er 1961 aus dem Musicalsong „My Favorite Things“ ein langes, hypnotisches Stück.
1962–1965
04 A Love Supreme
Sein klassisches Quartett mit McCoy Tyner am Klavier, Jimmy Garrison am Bass und Elvin Jones am Schlagzeug spielte ab 1962 zusammen.
Am 9. Dezember 1964 nahmen die vier im Studio von Rudy Van Gelder in New Jersey A Love Supreme auf, eine Suite in vier Teilen. Coltrane verstand sie als Dank an Gott. Im letzten Teil „Psalm“ spielt er Silbe für Silbe ein Gedicht, das im Innencover abgedruckt ist. Das Album erschien Anfang 1965.
1965–1967
05 Ins Offene
Danach ging Coltrane noch weiter, in den Free Jazz. Ascension von 1965 ist ein Kollektivstück für elf Musiker.
Sein Quartett löste sich auf, an seiner Seite spielten nun Alice Coltrane am Klavier und der Saxofonist Pharoah Sanders. John Coltrane starb im Juli 1967 mit 40 Jahren.
1967–heute
06 Was bleibt
Viele Saxofonisten nach ihm haben sich an seinem Spiel abgearbeitet. A Love Supreme gehört zu den meistverkauften Jazzalben überhaupt.
2007 erhielt Coltrane posthum eine Sonderauszeichnung des Pulitzer-Preises.
Hörtipp
A Love Supreme dauert nur gut eine halbe Stunde und sollte am Stück gehört werden, ohne Gespräch. Viele Gäste, die keinen Jazz kennen, sind danach überrascht, wie direkt diese Musik wirkt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
Miles Davis
2 Alben auf dieser Seite
In der Band von Miles Davis wurde Coltrane bekannt – auch auf Kind of Blue spielt er.
Zum Porträt → -
Keith Jarrett
The Köln Concert
1975rund 66 Minuten
Ein anderes Jazzalbum, das man am besten ohne Pause hört: Keith Jarretts improvisiertes Solokonzert.
Zur Album-Story →
John Coltrane gemeinsam hören
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