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Künstlerporträt

Norah Jones

Eine Pianistin aus Texas, die mit leiser Stimme und ohne jede Pose eines der meistverkauften Alben des Jahrhunderts machte.

Norah Jones kam vom Jazzklavier und wurde mit ihrem ersten Album zu einem Weltstar, fast gegen den Lauf der Zeit. Come Away with Me war ruhig, warm und unaufgeregt, eine Mischung aus Jazz, Folk, Country und Soul, und traf damit offenbar genau ein Bedürfnis vieler Menschen. Statt diesen Erfolg zu wiederholen, ging sie danach eigene Wege: Countryband, Indie-Pop mit Danger Mouse, Duette mit Größen aus Country und Jazz. Ihre Stimme erkennt man trotzdem nach wenigen Tönen.

In diesem Porträt

  1. 01Texas 1979–1999
  2. 02Come Away with Me 2000–2002
  3. 03Grammys und Feels Like Home 2003–2006
  4. 04Eigene Wege 2007–2013
  5. 05Späte Jahre 2016–heute

1979–1999

01 Texas

Norah Jones wurde am 30. März 1979 in New York geboren. Ihr Vater ist der indische Sitarspieler Ravi Shankar. Sie wuchs bei ihrer Mutter in Grapevine in Texas auf und sang als Kind im Kirchenchor.

Sie studierte Jazzklavier an der University of North Texas. 1999 ging sie für einen Sommer nach New York – und blieb. Sie spielte in kleinen Clubs in Greenwich Village und lernte dort den Gitarristen und Songschreiber Jesse Harris kennen.

2000–2002

02 Come Away with Me

Cover von Come Away with Me
Come Away with Me · 2002

Das Jazzlabel Blue Note nahm sie unter Vertrag. Die Aufnahmen zogen sich von Herbst 2000 bis Ende 2001, zuerst mit dem Produzenten Craig Street, dann mit dem erfahrenen Arif Mardin, der schon Aretha Franklin produziert hatte. Mit dabei waren Jesse Harris, der Gitarrist Bill Frisell und der Schlagzeuger Brian Blade. Mardin ließ die Songs so schlicht, wie sie waren.

Come Away with Me erschien am 26. Februar 2002. Neben eigenen Stücken wie dem Titelsong stehen darauf „Don’t Know Why“ von Jesse Harris, Hank Williams’ „Cold, Cold Heart“ und Hoagy Carmichaels „The Nearness of You“. Das Album startete leise und verkaufte sich über Mundpropaganda immer besser, bis es an der Spitze der amerikanischen Charts stand. Weltweit wurden über 27 Millionen Exemplare verkauft.

2003–2006

03 Grammys und Feels Like Home

Bei den Grammys im Februar 2003 gewann Norah Jones fünf Preise, darunter Album des Jahres, Single des Jahres und Beste neue Künstlerin. Jesse Harris erhielt für „Don’t Know Why“ den Preis für den Song des Jahres.

Feels Like Home folgte 2004 und klang stärker nach Country. Dolly Parton singt mit ihr „Creepin’ In“, und mit „The Long Way Home“ nahm sie einen Song von Tom Waits auf. Gleichzeitig gründete sie mit Freunden die Countryband The Little Willies.

2007–2013

04 Eigene Wege

Auf Not Too Late von 2007 schrieb sie erstmals alle Songs selbst oder mit. Im selben Jahr spielte sie die Hauptrolle in Wong Kar-wais Film My Blueberry Nights und sang auf Herbie Hancocks Album River: The Joni Letters.

The Fall von 2009 wandte sich mehr dem Pop zu. 2012 produzierte Danger Mouse das Album Little Broken Hearts, und 2013 nahm sie mit Billie Joe Armstrong von Green Day das Duettalbum Foreverly auf, eine Hommage an die Everly Brothers.

2016–heute

05 Späte Jahre

Mit Day Breaks kehrte sie 2016 zum Klavier und zum Jazz zurück; der Saxofonist Wayne Shorter spielt auf einigen Stücken.

Im März 2024 erschien Visions, eine lockere, soulige Platte, produziert von Leon Michels. Sie brachte ihr 2025 ihren zehnten Grammy ein.

Hörtipp

Come Away with Me passt zu einem Abendessen, das langsam in einen langen Abend übergeht – leise genug zum Reden und schön genug, um immer wieder zuzuhören. Zur Album-Story →

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