Künstlerporträt
Pearl Jam
Die Seattle-Band, die mit dem Ruhm haderte, auf Videos verzichtete und dafür zu einer der treuesten Livebands der Rockgeschichte wurde.
Pearl Jam kam Anfang der Neunziger aus derselben Szene wie Nirvana und Soundgarden, klang aber von Anfang an klassischer: mehr Siebzigerjahre-Rock, mehr Hymne, mehr Gitarrensolo. Eddie Vedders tiefe, eindringliche Stimme erzählte von Einsamkeit, Verlust und Wut. Kaum war die Band berühmt, zog sie sich bewusst zurück, drehte kaum noch Videos und legte sich mit dem Ticketanbieter Ticketmaster an. Geblieben ist eine Band, die seit über dreißig Jahren in fast derselben Besetzung spielt.
In diesem Porträt
1984–1990
01 Seattle
Der Gitarrist Stone Gossard und der Bassist Jeff Ament spielten in Seattle zuerst bei Green River, dann bei Mother Love Bone. Im März 1990 starb deren Sänger Andrew Wood, kurz vor der Veröffentlichung des ersten Albums.
Gossard und Ament machten mit dem Gitarristen Mike McCready weiter. Eine Kassette mit Instrumentalstücken gelangte zu Eddie Vedder in San Diego, der Texte dazu schrieb und sie einsang. Im Oktober 1990 kam er nach Seattle, nach wenigen Tagen war die Band komplett.
1991
02 Ten
Im Frühjahr 1991 nahm die Band mit dem Schlagzeuger Dave Krusen und dem Produzenten Rick Parashar in den London Bridge Studios in Seattle ihr erstes Album auf. Viele Songs gingen auf Gossards Demos zurück, Vedder gab ihnen Geschichten: „Alive“ erzählt von einem jungen Mann, der erfährt, wer sein Vater war, „Jeremy“ von einem Schüler, der sich im Klassenzimmer das Leben nimmt.
Ten erschien im August 1991, einen Monat vor Nevermind, und verkaufte sich zunächst langsam. Mit „Alive“, „Even Flow“ und dem Video zu „Jeremy“ wuchs es 1992 zu einem der großen Alben des Jahrzehnts und stieg in den USA bis auf Platz zwei. Dazu tragen auch Stücke wie „Black“ und „Release“ bei, die ganz ohne Hitformat auskommen.
1993–1996
03 Gegen den Strom
Vs. brach 1993 einen Rekord für die meisten verkauften Alben in der ersten Woche in den USA. Doch die Band verweigerte sich dem Rummel und drehte für dieses Album keine Videos mehr.
1994 beschwerte sich Pearl Jam bei den US-Behörden über die Gebühren von Ticketmaster und versuchte, Tourneen an dem Unternehmen vorbei zu organisieren. Vitalogy und No Code wurden sperriger und persönlicher.
1998–2013
04 Eine feste Band
1998 kam der frühere Soundgarden-Schlagzeuger Matt Cameron dazu. Mit ihm fand die Besetzung zu der Stabilität, die sie über Jahrzehnte hielt.
Beim Roskilde-Festival 2000 kamen während des Pearl-Jam-Konzerts neun Menschen im Gedränge ums Leben, ein Ereignis, das die Band tief erschütterte. Sie veröffentlichte in den Jahren danach offizielle Mitschnitte fast aller Konzerte und blieb eine der großen Livebands, mit Alben wie Backspacer von 2009.
2017–heute
05 Was bleibt
2017 wurde Pearl Jam in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Gigaton erschien 2020, Dark Matter 2024. Die Band spielt weiter große Tourneen und bleibt eine der wenigen aus der Seattle-Szene der frühen Neunziger, die bis heute zusammen ist.
Hörtipp
Ten braucht einen Abend mit etwas Nachdenklichkeit – laut genug, dass McCreadys Gitarren atmen, und still genug, um Vedder zuzuhören. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Soundgarden
Superunknown
1994rund 74 Minuten
Matt Cameron trommelte auf Superunknown bei Soundgarden, bevor er 1998 zu Pearl Jam kam.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Nirvana
2 Alben auf dieser Seite
Nevermind erschien nur einen Monat nach Ten – beide Alben machten 1991 die Musik aus Seattle weltberühmt.
Zum Porträt →
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