Künstlerporträt
Portishead
Drei Musiker aus der Nähe von Bristol, die Hip-Hop-Beats, Filmmusik und eine zerbrechliche Stimme zu einem ganz eigenen, dunklen Klang verbanden.
Portishead haben in über dreißig Jahren nur drei Studioalben veröffentlicht, und trotzdem kennt fast jeder ihren Klang. Geoff Barrow baute Beats aus alten Schallplatten, Adrian Utley brachte Gitarren und Instrumente aus Spionagefilmen der Sechziger dazu, und Beth Gibbons sang darüber mit einer Stimme voller Zweifel und Sehnsucht. Mit ihrem Debüt Dummy prägten sie 1994 zusammen mit Massive Attack das, was man später Trip-Hop nannte. Die Band selbst mochte dieses Etikett nie.
In diesem Porträt
1991–1993
01 Bristol
Geoff Barrow stammt aus Portishead, einer Kleinstadt westlich von Bristol, nach der die Band benannt ist. Als junger Mann arbeitete er in den Coach House Studios in Bristol, wo Massive Attack gerade ihr erstes Album Blue Lines aufnahmen.
Anfang 1991 lernte er bei einem Förderkurs für Arbeitslose die Sängerin Beth Gibbons kennen. Im selben Jahr gründeten sie Portishead. Der erfahrene Jazzgitarrist Adrian Utley hörte eine ihrer ersten Aufnahmen im Studio und stieg ein.
1993–1995
02 Dummy
Dummy entstand 1993 und 1994 in Bristol. Die Band arbeitete wie Hip-Hop-Produzenten mit Samples und Scratches, aber möglichst analog: Eigene Aufnahmen wurden auf Vinyl gepresst und dann wieder gesampelt, Platten absichtlich abgenutzt, damit sie alt klangen. „Sour Times“ verwendet ein Stück von Lalo Schifrin, „Glory Box“ eines von Isaac Hayes. Für den Kurzfilm To Kill a Dead Man hatten sie vorher schon eine eigene Filmmusik gebaut.
Das Album erschien am 22. August 1994 und kam in Großbritannien auf Platz 2. „Sour Times“ und „Glory Box“ wurden Hits, dazu kommen Stücke wie „Mysterons“, „Numb“ und „Roads“. 1995 gewann Dummy den Mercury Prize.
1996–1998
03 Portishead und Roseland
Das zweite Album Portishead von 1997 klang rauer und düsterer. Wieder spielten sie viele Klänge selbst ein, um sie dann wie alte Samples zu behandeln.
Für ein Konzert im Roseland Ballroom in New York holten sie ein Orchester auf die Bühne. Der Mitschnitt Roseland NYC Live erschien 1998. Danach wurde es lange still um die Band.
1999–2007
04 Eigene Wege
Beth Gibbons nahm 2002 mit Paul Webb, dem früheren Bassisten von Talk Talk, unter dem Namen Rustin Man das Album Out of Season auf, ruhig und von Folk und Jazz geprägt.
Geoff Barrow gründete ein eigenes Label und arbeitete an anderen Projekten, Adrian Utley spielte mit vielen Musikern außerhalb der Band.
2008–heute
05 Third und danach
Elf Jahre nach dem letzten Studioalbum erschien 2008 Third, kantiger und experimenteller als alles zuvor, mit Stücken wie „Machine Gun“. Die Band spielte danach weltweit Konzerte.
Im Mai 2022 trat Portishead in Bristol bei einem Benefizkonzert für die Ukraine auf. Beth Gibbons sang im selben Jahr auf Kendrick Lamars Album Mr. Morale & the Big Steppers und veröffentlichte 2024 ihr erstes Soloalbum Lives Outgrown. Geoff Barrow schreibt heute vor allem Filmmusik.
Hörtipp
Dummy gehört in die späte Stunde eines Abends, wenn das Licht schon gedämpft ist und niemand mehr tanzen, aber auch noch niemand gehen will. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Massive Attack
Mezzanine
1998rund 63 Minuten
Geoff Barrow arbeitete als junger Mann im Studio, als Massive Attack ihr Debüt aufnahmen; beide Bands prägten den Klang Bristols in den Neunzigern.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Talk Talk
1 Album auf dieser Seite
Beth Gibbons nahm 2002 mit dem früheren Talk-Talk-Bassisten Paul Webb das Album Out of Season auf.
Zum Porträt →
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