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Künstlerporträt

Massive Attack

Ein Kollektiv aus Bristol, das Hip-Hop, Reggae und Soul verlangsamt und in einen dunklen, schwebenden Klang verwandelt hat.

Massive Attack kommen aus der Soundsystem-Kultur von Bristol, wo in den Achtzigern Reggae, Hip-Hop und Soul auf denselben Partys liefen. Aus dieser Mischung machten sie etwas Neues: langsame Beats, tiefer Bass, Samples und wechselnde Stimmen, oft von Gästen gesungen. Für diese Musik setzte sich später der Name Trip-Hop durch, den die Band selbst nie mochte. Mit Mezzanine wurde ihr Klang 1998 düsterer und härter – und sie hatte ihren größten Erfolg.

In diesem Porträt

  1. 01The Wild Bunch 1983–1988
  2. 02Blue Lines 1991–1995
  3. 03Mezzanine 1997–1998
  4. 04Umbrüche 1999–2010
  5. 05Was bleibt 2010–heute

1983–1988

01 The Wild Bunch

Anfang der Achtziger zog in Bristol ein Soundsystem namens The Wild Bunch durch Clubs und Hauspartys. Dazu gehörten Grant Marshall, genannt Daddy G, Andrew Vowles, genannt Mushroom, und der Graffitikünstler Robert Del Naja, genannt 3D.

1988 gründeten die drei Massive Attack. Aus dem Umfeld kamen der junge Rapper Tricky und die Sängerin Shara Nelson dazu.

1991–1995

02 Blue Lines

Das Debüt Blue Lines erschien im April 1991. „Unfinished Sympathy“ mit Shara Nelson und großen Streichern wurde zu einem der wichtigsten britischen Songs des Jahrzehnts. Weil gerade der Golfkrieg lief, nannte sich die Band eine Zeit lang nur Massive.

Auf Protection von 1994 sang unter anderem Tracey Thorn von Everything but the Girl. Ein Jahr später veröffentlichte der Dub-Produzent Mad Professor eine eigene Bearbeitung des ganzen Albums als No Protection.

1997–1998

03 Mezzanine

Cover von Mezzanine
Mezzanine · 1998

Für Mezzanine arbeitete die Band 1997 mit dem Produzenten Neil Davidge. Statt warmer Soul-Samples dominieren nun Gitarren, dunkle Basslinien und ein Gefühl von Beklemmung. In „Man Next Door“ stecken Samples von The Cure und Led Zeppelin, in „Risingson“ eines von The Velvet Underground.

Das Album erschien am 20. April 1998. Der Reggae-Sänger Horace Andy singt „Angel“ und „Man Next Door“, Elizabeth Fraser von den Cocteau Twins „Teardrop“ und „Black Milk“. Mezzanine stieg in Großbritannien auf Platz eins. Die Spannungen in der Band waren aber so groß, dass Mushroom kurz danach ausstieg.

1999–2010

04 Umbrüche

Auch Daddy G nahm eine längere Auszeit, sodass 100th Window im Jahr 2003 im Wesentlichen ein Album von 3D wurde, mit Sinéad O’Connor als Gast.

Für Heligoland von 2010 kam Daddy G zurück. Horace Andy war wieder dabei, dazu Gäste wie Damon Albarn.

2010–heute

05 Was bleibt

Zum 20. Jubiläum wurde Mezzanine 2018 in künstliche DNA übersetzt und in winzigen Glasperlen gespeichert – als erstes Album überhaupt.

Die Band setzt sich seit Jahren für Klimaschutz ein und veranstaltete 2024 in Bristol ein Konzert, das möglichst ohne fossile Energie auskommen sollte. Im April 2026 erschien „Boots on the Ground“, ein Protestsong mit Tom Waits.

Hörtipp

Mezzanine braucht Dunkelheit und Lautstärke. Am besten spät am Abend, wenn das Licht gedimmt ist und der Bass den Raum füllen darf. Zur Album-Story →

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