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Künstlerporträt

Solange

Eine Sängerin und Künstlerin aus Houston, die R&B leise, klug und sehr persönlich macht – mit einem genauen Blick für Form und Raum.

Solange Knowles ist lange als jüngere Schwester von Beyoncé wahrgenommen worden. Sie hat sich davon gelöst, indem sie einen ganz eigenen Weg ging: weniger Pop, mehr Soul, mehr Kunst. Ihre Musik ist oft zurückhaltend, mit weichen Stimmen, warmen Keyboards und viel Raum zwischen den Tönen. Mit A Seat at the Table schuf sie 2016 ein Album über schwarze Identität, Würde und Selbstfürsorge, das weit über die Musik hinaus Wirkung hatte.

In diesem Porträt

  1. 01Houston 1986–2003
  2. 02Eigene Farben 2008–2012
  3. 03A Seat at the Table 2013–2016
  4. 04When I Get Home 2017–2019
  5. 05Was bleibt 2020–heute

1986–2003

01 Houston

Solange Piaget Knowles wurde am 24. Juni 1986 in Houston geboren. Sie lernte früh Tanz und Theater und stand schon als Kind auf der Bühne.

Als Jugendliche tanzte sie zeitweise bei Auftritten von Destiny’s Child, der Gruppe ihrer Schwester. 2003 erschien mit 16 Jahren ihr erstes Album Solo Star.

2008–2012

02 Eigene Farben

Sol-Angel and the Hadley St. Dreams von 2008 knüpfte an den Soul der Sechziger und Siebziger an, mit Produktionen von CeeLo Green und Mark Ronson. Das Album erreichte Platz neun der amerikanischen Charts.

2012 erschien bei einem kleinen unabhängigen Label die EP True, entstanden mit dem Produzenten Dev Hynes. Das Lied „Losing You“ machte sie in der Indie-Szene bekannt.

2013–2016

03 A Seat at the Table

Cover von A Seat at the Table
A Seat at the Table · 2016

An A Seat at the Table arbeitete Solange mehr als drei Jahre, unter anderem auf Long Island und in New Orleans. Dann zog sie sich mit Toningenieuren nach New Iberia in Louisiana zurück, um die Lieder zu formen, und vollendete sie in Los Angeles. Raphael Saadiq war als ausführender Produzent dabei, mitgewirkt haben auch Sampha, Q-Tip, Questlove und Kelela.

Das Album erschien am 30. September 2016 und stieg auf Platz eins der amerikanischen Charts ein. Zwischen den Liedern erzählen ihre Eltern Mathew und Tina Knowles sowie der Rapper Master P von ihren Erfahrungen. „Cranes in the Sky“ brachte Solange 2017 ihren ersten Grammy, „Don’t Touch My Hair“ singt sie gemeinsam mit Sampha.

2017–2019

04 When I Get Home

Am 1. März 2019 erschien When I Get Home, eine Hommage an ihre Heimatstadt Houston. Das Album ist lockerer, fließender und stärker von Jazz und Klangexperimenten geprägt.

Parallel dazu entwickelte Solange ihre Musik als Kunst im Raum weiter: mit Performances in Museen und Filmen, die Musik, Tanz und Architektur verbinden.

2020–heute

05 Was bleibt

2022 komponierte sie als erste Afroamerikanerin und erst dritte Frau überhaupt eine Musik für das New York City Ballet. Mit ihrer Plattform Saint Heron fördert sie schwarze Künstlerinnen und Künstler, Designer und Autoren.

Solange hat gezeigt, dass ein R&B-Album zugleich intim und politisch sein kann. Viele jüngere Musikerinnen berufen sich auf die ruhige Kraft von A Seat at the Table.

Hörtipp

A Seat at the Table entfaltet sich am besten spätabends in kleiner Runde, wenn man den gesprochenen Zwischenstücken genauso zuhört wie den Liedern. Zur Album-Story →

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