Künstlerporträt
Erykah Badu
Eine Sängerin aus Dallas, die Jazzphrasierung, Hip-Hop-Beats und eigensinnige Spiritualität zu einer ganz eigenen Soulmusik verband.
Erykah Badu kam 1997 wie aus dem Nichts und klang doch, als hätte es sie schon immer gegeben. Ihre Stimme erinnerte viele an Billie Holiday, ihre Beats kamen aus dem Hip-Hop, und ihre Texte waren voller Andeutungen, Humor und Lebensweisheit. Mit ihrem Debüt Baduizm wurde sie zu einer der Gründerfiguren dessen, was bald Neo-Soul hieß. Sie blieb nie stehen und ging in den folgenden Jahrzehnten immer wieder überraschende Wege.
In diesem Porträt
1971–1993
01 Dallas
Erica Abi Wright wurde am 26. Februar 1971 in Dallas geboren. Sie besuchte die Booker T. Washington High School for the Performing and Visual Arts, eine Kunstschule, an der sie Tanz, Theater und Musik lernte.
Danach studierte sie Theater an der Grambling State University in Louisiana, verließ die Hochschule aber 1993, um sich ganz der Musik zu widmen. Den Namen Badu leitete sie von einer Scat-Silbe ab, die sie gern sang.
1994–1996
02 Entdeckung
In Dallas trat sie mit ihrem Cousin im Duo auf und unterrichtete nebenher Kinder in Tanz und Theater. Schließlich fiel sie dem Manager Kedar Massenburg auf, der damals auch D’Angelo betreute.
Massenburg ließ sie mit D’Angelo das Duett „Your Precious Love“ aufnehmen und nahm sie für sein eigenes Label unter Vertrag.
1996–1997
03 Baduizm
Die Aufnahmen zu Baduizm entstanden 1996 in Studios in Philadelphia, New York und Dallas. Einige Stücke nahm sie mit The Roots auf, der Hip-Hop-Band aus Philadelphia, darunter „Otherside of the Game“ und „Sometimes“. Auf „No Love“ spielt der Jazzbassist Ron Carter, der einst mit Miles Davis gespielt hatte.
Das Album erschien am 11. Februar 1997. Die Single „On & On“ mit ihren rätselhaften Zeilen über Wissen und Erleuchtung war schon vorher ein Hit, dazu kamen „Next Lifetime“, „Appletree“ und „Otherside of the Game“. Baduizm stieg auf Platz zwei der amerikanischen Albumcharts ein und verkaufte sich millionenfach.
Mit ihrem Kopftuch, den Räucherstäbchen auf der Bühne und dem lässigen Jazzgesang war Erykah Badu sofort unverwechselbar. 1998 gewann sie zwei Grammys, für das beste R&B-Album und für „On & On“.
1997–2003
04 Mama’s Gun
Noch im selben Jahr erschien das Livealbum Live mit dem neuen Song „Tyrone“, der zu einem ihrer bekanntesten Stücke wurde.
Für Mama’s Gun von 2000 arbeitete sie mit dem Musikerkreis um Questlove, James Poyser und J Dilla zusammen, der sich Soulquarians nannte. Das Album ist wärmer und persönlicher als das Debüt; „Bag Lady“ wurde ihr erster Top-Ten-Hit in den amerikanischen Singlecharts. Mit The Roots gewann sie außerdem einen Grammy für „You Got Me“.
2003–2015
05 Neue Amerikas
Nach Worldwide Underground (2003) veröffentlichte sie 2008 New Amerykah Part One, ein dunkles, politisches Album mit Beats aus der Hip-Hop-Szene. 2010 folgte New Amerykah Part Two mit „Window Seat“, das wieder mehr nach Liebe und Soul klang.
Nebenbei ließ sie sich 2006 zur Geburtsbegleiterin ausbilden, ein Beruf, den sie immer wieder ausübte. 2015 veröffentlichte sie das Mixtape But You Caint Use My Phone, das sich spielerisch um Telefone dreht.
2016–heute
06 Was bleibt
Erykah Badu blieb eine gefragte Bühnenkünstlerin und ein Vorbild für viele Sängerinnen, die Soul, Jazz und Hip-Hop zusammenbringen. Ihr Stil, ihre Kleidung und ihre Haltung prägten eine ganze Generation.
Im August 2026 erschien Before the World Blows, ein gemeinsames Album mit dem Produzenten The Alchemist und ihr erstes neues Studioalbum seit vielen Jahren.
Hörtipp
Baduizm passt zu einem ruhigen Abend, an dem niemand mehr irgendwohin muss – es ist warm, entspannt und belohnt jeden, der genau auf die Stimme hört. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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D'Angelo
Voodoo
2000rund 79 Minuten
D’Angelo sang mit Erykah Badu ihr erstes Duett; beide gehörten später zum Kreis der Soulquarians um Questlove.
Zur Album-Story → -
Lauryn Hill
The Miseducation of Lauryn Hill
1998rund 78 Minuten
Lauryn Hills Soloalbum erschien ein Jahr nach Baduizm; beide Sängerinnen verbanden Soul und Hip-Hop und prägten den Neo-Soul der späten Neunziger.
Zur Album-Story →
Erykah Badu gemeinsam hören
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