Künstlerporträt
Soundgarden
Eine Band aus Seattle, die schwere Riffs, ungerade Takte und die gewaltige Stimme von Chris Cornell zu einem dunklen, großen Rock verband.
Soundgarden waren die erste Band der Seattle-Szene, die bei einer großen Plattenfirma unterschrieb, und eine der einflussreichsten. Ihre Musik wurzelt in Black Sabbath und Led Zeppelin, hat aber auch die Kanten des Punk und eine Vorliebe für ungewöhnliche Gitarrenstimmungen und Taktarten. Chris Cornell konnte mit seiner Stimme flüstern, klagen und mit enormer Kraft in die Höhe steigen. Mit Superunknown gelang ihnen 1994 ein Album, das Härte und Melodie in seltener Balance hält.
In diesem Porträt
1984–1988
01 Sub Pop
Soundgarden gründeten sich 1984 in Seattle mit Chris Cornell, damals noch am Schlagzeug, dem Gitarristen Kim Thayil und dem Bassisten Hiro Yamamoto. Der Name stammt von einer Klangskulptur am Ufer des Lake Washington, deren Röhren im Wind tönen. 1986 kam Matt Cameron als Schlagzeuger dazu, und Cornell wurde Sänger.
1987 erschien die EP Screaming Life beim jungen Label Sub Pop, das bald den Sound von Seattle prägen sollte. Das erste Album Ultramega OK kam 1988 beim Label SST heraus und wurde für einen Grammy nominiert.
1989–1992
02 Badmotorfinger
Mit Louder Than Love wechselten sie 1989 zu A&M Records. 1990 kam Ben Shepherd als Bassist in die Band, die Besetzung blieb danach bis zum Ende stabil.
Badmotorfinger von 1991 mit „Rusty Cage“ und „Outshined“ brachte den Durchbruch. Im selben Jahr nahm Cornell mit Musikern, die bald Pearl Jam gründeten, das Album Temple of the Dog auf, zum Gedenken an einen verstorbenen Freund aus der Seattle-Szene.
1993–1994
03 Superunknown
Superunknown entstand von Juli bis September 1993 im Studio Bad Animals in Seattle, produziert von Michael Beinhorn gemeinsam mit der Band. Beinhorn achtete auf jedes Detail des Klangs. Die Songs nutzen offene Gitarrenstimmungen und ungerade Takte, nicht als Absicht, sondern weil sie beim Spielen so entstanden. Das Album ist 70 Minuten lang und vielfältiger als alles davor, mit Anklängen an Psychedelic und die Beatles.
Es erschien am 8. März 1994 und stieg direkt auf Platz eins der amerikanischen Charts ein. „Black Hole Sun“ wurde mit seiner schwebenden Melodie zum größten Hit der Band, dazu kamen „Spoonman“, „Fell on Black Days“ und „The Day I Tried to Live“. 1995 gewann Soundgarden zwei Grammys, für „Black Hole Sun“ und „Spoonman“.
1995–2009
04 Pause
Down on the Upside von 1996 war offener und akustischer. Im April 1997 löste sich die Band auf, müde von Spannungen und Tourneen.
Matt Cameron wurde 1998 Schlagzeuger von Pearl Jam. Chris Cornell gründete 2001 mit Musikern von Rage Against the Machine die Band Audioslave und veröffentlichte Soloalben.
2010–heute
05 Was bleibt
2010 fanden Soundgarden wieder zusammen, 2012 erschien das Album King Animal. Chris Cornell starb am 18. Mai 2017 in Detroit nach einem Konzert der Band.
2025 wurden Soundgarden in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Ihre Verbindung aus Metal-Wucht und Songkunst prägte den Rock der Neunziger, und Cornells Stimme gilt vielen als eine der größten ihrer Generation.
Hörtipp
Superunknown ist ein Album für einen langen Abend mit guter Anlage – man sollte die 70 Minuten ungestört laufen lassen, damit sich die dunklen Farben entfalten. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
Pearl Jam
1 Album auf dieser Seite
Chris Cornell nahm 1991 mit späteren Pearl-Jam-Musikern Temple of the Dog auf, und Soundgarden-Schlagzeuger Matt Cameron spielt seit 1998 bei Pearl Jam.
Zum Porträt → -
Alice in Chains
Dirt
1992rund 58 Minuten
Alice in Chains kamen aus derselben Seattle-Szene und verbanden wie Soundgarden schwere Riffs mit düsteren Melodien.
Zur Album-Story →
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