Künstlerporträt
The xx
Drei Schulfreunde aus London, die mit Flüstern, Pausen und viel Raum zwischen den Tönen einen ganz eigenen Popklang fanden.
The xx machen Musik, die fast nur aus Andeutungen besteht. Eine Gitarre mit Hall, ein tiefer Bass, ein zurückhaltender Beat, darüber zwei Stimmen, die sich wie in einem leisen Zwiegespräch abwechseln. Romy Madley Croft und Oliver Sim singen, Jamie Smith baut die Klänge und Rhythmen. Ihr Debüt entstand nachts in einem winzigen Studio und wurde zu einem der prägenden Alben seiner Zeit. Später machte Jamie xx auch als Produzent und DJ Karriere, und alle drei veröffentlichten eigene Alben.
In diesem Porträt
2005–2008
01 Putney
Romy Madley Croft und Oliver Sim sind seit Kindertagen befreundet. 2005 gründeten sie an der Elliott School im Londoner Stadtteil Putney eine Band – an derselben Schule, die auch Burial, Four Tet und Mitglieder von Hot Chip besucht hatten.
2006 kamen Jamie Smith und die Keyboarderin und Gitarristin Baria Qureshi dazu. Die Band nannte sich The xx und stellte ihre Stücke ins Internet. Das Londoner Label Young Turks nahm sie unter Vertrag.
2008–2009
02 xx
Aufgenommen wurde das Debüt zwischen Dezember 2008 und April 2009 im Studio von XL im Westen Londons. Die Band arbeitete meist nachts, wenn niemand mehr im Haus war, in einem Raum kaum größer als ein Badezimmer. Jamie Smith produzierte selbst, mit einem Computer und einem Sampler. Der Toningenieur Rodaidh McDonald mischte die Aufnahmen und ließ bewusst kleine Nebengeräusche stehen, damit alles nah und ungeschliffen klingt.
xx erschien am 14. August 2009. Die Songs sind sparsam gebaut, kaum ein Instrument spielt mehr als nötig. „Crystalised“, „Islands“, „VCR“ und „Basic Space“ erzählen von Nähe und Unsicherheit, gesungen im Wechsel von Romy und Oliver. Das instrumentale „Intro“ wurde später in unzähligen Fernsehsendungen und Werbespots verwendet.
2009–2011
03 Mercury Prize
Ende 2009 verließ Baria Qureshi die Band. Seitdem sind The xx ein Trio.
Das Album verkaufte sich zunächst eher bescheiden und wuchs dann langsam. Als The xx im September 2010 den Mercury Prize für das beste britische Album gewannen, stieg es bis auf Platz drei der Charts. Die Band tourte um die Welt, und viele Produzenten begannen, ihren reduzierten Klang nachzuahmen.
2011–2015
04 Coexist und In Colour
Jamie xx wurde nebenbei zum gefragten Produzenten. 2011 veröffentlichte er gemeinsam mit Gil Scott-Heron das Album We’re New Here, eine Neubearbeitung von dessen letzter Platte, und remixte für Radiohead den Song „Bloom“.
Das zweite Album Coexist erschien 2012 und erreichte in Großbritannien Platz eins. 2015 folgte Jamie xx’ Soloalbum In Colour, auf dem Romy „Loud Places“ singt und Oliver Sim ebenfalls zu hören ist.
2016–2019
05 I See You
Für I See You öffnete sich die Band. Das Album erschien im Januar 2017 und klingt heller und tanzbarer als die Vorgänger. Die Single „On Hold“ baut auf einem Sample von Hall & Oates auf.
Auch dieses Album kam in Großbritannien auf Platz eins. Die Tournee dazu führte die Band in große Hallen und auf die Hauptbühnen der Festivals.
2020–heute
06 Eigene Wege
In den folgenden Jahren erschienen drei Soloalben: Oliver Sim veröffentlichte 2022 Hideous Bastard, Romy 2023 das clubnahe Mid Air, Jamie xx 2024 In Waves.
Im April 2026 standen The xx in Mexiko-Stadt zum ersten Mal seit acht Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne. Ihr Debüt gilt bis heute als Musterbeispiel dafür, wie viel Wirkung in wenigen Tönen stecken kann.
Hörtipp
xx ist ein Album für späte Stunden, wenn das Licht gedimmt ist und die Gespräche leiser werden – je ruhiger der Raum, desto mehr hört man. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
Four Tet
1 Album auf dieser Seite
Four Tet besuchte dieselbe Schule in Putney und produzierte später mit Jamie xx den Song „SeeSaw“ auf dessen Album In Colour, gesungen von Romy.
Zum Porträt → -
Künstlerporträt
Radiohead
3 Alben auf dieser Seite
Jamie xx remixte 2011 Radioheads „Bloom“ für deren Remix-Album.
Zum Porträt →
The xx gemeinsam hören
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