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1982Albumvorschlag

The Number of the Beast

Iron Maiden

Acht Songs, vierzig Minuten, ein neuer Sänger und fünf Wochen Zeit. Auf The Number of the Beast fand Iron Maiden die Form, die die Band seitdem trägt: zwei Gitarren im Gleichklang, ein galoppierender Bass und eine Stimme, die bis in die höchsten Lagen trägt.

Anfang der Achtziger war Iron Maiden eine aufstrebende Band der New Wave of British Heavy Metal. Für das dritte Album holte Steve Harris Bruce Dickinson von der Band Samson als neuen Sänger. Aufgenommen wurde in London mit Produzent Martin Birch, im März 1982 erschien die Platte bei EMI und stieg in Großbritannien auf Platz eins.

  • Laufzeitrund 40 Minuten
  • Titel8
  • Jahr1982
  • AufgenommenBattery Studios, London (Januar–Februar 1982)
Das Albumcover von The Number of the Beast: Eddie, das Maskottchen der Band, lenkt den Teufel an Marionettenfäden, der Teufel wiederum einen kleineren Eddie.
Iron Maiden, The Number of the Beast, EMI 1982. Illustration Derek Riggs. Abbildung eingebunden von der Cover Art Archive.

Tracklist

  1. Invaders3:20
  2. Children of the Damned4:34
  3. The Prisoner6:03
  4. 22 Acacia Avenue6:34
  5. The Number of the Beast4:25
  6. Run to the Hills3:50
  7. Gangland3:46
  8. Hallowed Be Thy Name7:08

Zum Cover

Eddie, das untote Maskottchen der Band, hält den Teufel an Marionettenfäden. Der Teufel wiederum lenkt an seinen eigenen Fäden eine kleinere Figur: noch einmal Eddie. Wer hier wen steuert, bleibt offen, und genau das war die Idee.

Gemalt hat das Bild Derek Riggs, der Eddie schon für das Debüt der Band gezeichnet hatte. Für seinen Teufel ließ er sich von mittelalterlicher christlicher Kunst anregen und von einem Doctor-Strange-Comic, den er in den Sechzigerjahren gelesen hatte. Ursprünglich war das Bild für die Single „Purgatory“ gedacht. Manager Rod Smallwood fand es dafür zu gut und hob es für das nächste Album auf.

Bei der ersten Auflage von 1982 war der Himmel hinter den Figuren blau, ein Fehler der Druckerei. Erst mit der Neuauflage von 1998 wurde er schwarz, wie Riggs es vorgesehen hatte.

Illustration: Derek Riggs
Gestaltung: Cream
Label: EMI, 1982
Abbildung als Bildzitat nach § 51 UrhG zur Erläuterung des vorstehenden Textes.

„No, that's much too good, so we kept it for the album. We had the artwork months before we had the music.“

Rod Smallwood Über das Bild, das eigentlich für eine Single gedacht war

In diesem Artikel

  1. 01Der besondere Moment
  2. 02Wie The Number of the Beast entstand
  3. 03Der Klang
  4. 04Warum dieses Album als Ganzes funktioniert
  5. 05Warum es einen Abend trägt

01Der besondere Moment

Der Titelsong beginnt mit einer gesprochenen Einleitung, Verse aus der Offenbarung des Johannes. Dann kommt der Schrei. Steve Harris wollte einen Schrei, der das Blut gefrieren lässt, wie der von Roger Daltrey in „Won't Get Fooled Again“ von The Who. Martin Birch ließ Bruce Dickinson die Einleitung deshalb immer wieder singen: „We did it over and over and over until Bruce said: 'My head is splitting. Can't we move on?'“

Nach der Erinnerung der Beteiligten entstand der Schrei aus genau dieser Erschöpfung. Er wurde zu einem der bekanntesten Momente der Band.

Ein Schauspieler statt Vincent Price

Für die gesprochene Einleitung hatte die Band zuerst den Horrorfilm-Star Vincent Price angefragt. Er verlangte 25.000 Pfund, zu viel für die Band. Stattdessen sprach der englische Schauspieler Barry Clayton den Text.

02Wie The Number of the Beast entstand

Nach zwei Alben mit Paul Di'Anno trennte sich die Band 1981 von ihrem Sänger. Birch hatte Zweifel, ob Di'Anno die Richtung tragen könnte, die Harris einschlagen wollte. Dickinson kam selbstbewusst zum Vorsingen und kündigte an, mit ihm werde es anders als mit seinem Vorgänger. Harris war das recht: „I didn't care, I just thought the geezer had a great voice.“

Zum ersten Mal hatte Harris keinen Vorrat an fertigen Songs mehr. Gitarrist Adrian Smith brachte eigene Ideen ein, auch wenn es ihm schwerfiel, sie vorzuspielen. Dickinson schrieb an mehreren Songs mit, durfte wegen seines alten Vertrags mit Samson aber nicht als Autor genannt werden. Er spricht von einem „moral contribution“ zu „Children of the Damned“, „The Prisoner“ und „Run to the Hills“.

Fünf Wochen in Battery

Für die Aufnahmen in den Battery Studios in London blieben nur rund fünf Wochen. Birch kam für ein paar Tage zu den Proben, hörte zu und nickte. „And then we started recording it“, erzählt Dickinson. Birch fühlte sich an die Aufnahmen zu Deep Purples Machine Head erinnert: dieselbe Stimmung, dasselbe Gefühl. In der Musikpresse kursierten bald Geschichten von Lichtern, die von selbst an- und ausgingen, und Geräten, die plötzlich versagten. Birch hatte zudem einen Autounfall, die Werkstattrechnung lautete auf 666 Pfund.

03Der Klang

Martin Birch hatte schon mit Deep Purple gearbeitet. Bei Iron Maiden stellte er zwei gleichberechtigte Leadgitarren nebeneinander, Dave Murray und Adrian Smith, darunter Harris' Bass und Clive Burrs Schlagzeug. Für Burr war es das letzte Album mit der Band, und das einzige, auf dem er als Mitautor genannt ist, bei „Gangland“.

Mit Dickinson war Birch nicht zimperlich. Er holte immer noch etwas mehr aus ihm heraus, bis, wie Dickinson sagt, auch mal Möbel durch das Studio flogen. Seine Bilanz fällt trotzdem freundlich aus: „They're not always comfortable, but they're always bloody good.“

Genau hingehört

Eine Stimme aus dem Fernsehen

„The Prisoner“ beginnt nicht mit Musik, sondern mit einem Dialog aus der britischen Fernsehserie The Prisoner von 1967. Hauptdarsteller Patrick McGoohan soll die Erlaubnis am Telefon mit zwei Worten gegeben haben: „Do it!“ Auf einer guten Anlage hört man den Wechsel deutlich: erst der Klang einer alten Fernsehaufnahme, dann setzt die Band ein.

04Warum dieses Album als Ganzes funktioniert

Die Songs erzählen Geschichten. Den Titelsong schrieb Harris nach einem Albtraum, den er hatte, nachdem er spät nachts den Film Damien: Omen II gesehen hatte, dazu kamen Motive aus Robert Burns' Gedicht „Tam o' Shanter“. „Run to the Hills“ erzählt die Eroberung Amerikas erst aus Sicht der Ureinwohner, dann aus Sicht der Siedler. Die Single kam in Großbritannien auf Platz 7, der erste Top-10-Hit der Band.

Am Ende steht „Hallowed Be Thy Name“, gut sieben Minuten über einen Gefangenen, der auf seine Hinrichtung wartet. Dickinson hat gesagt, den Song live zu singen sei, als erzähle man dem Publikum einen Film. Ein Teil des Textes ging auf ein Lied der Band Beckett von 1973 zurück; 2018 einigte man sich außergerichtlich.

Nicht alles gleich stark

Harris selbst ist mit dem Album nicht ganz zufrieden. „Invaders“ hätte man durch etwas Besseres ersetzen können, sagt er, nur habe es damals nichts gegeben. Und bei „Gangland“ habe man sich falsch entschieden: Das Stück „Total Eclipse“ landete auf der B-Seite von „Run to the Hills“, obwohl es auf das Album gehört hätte.

05Warum es einen Abend trägt

Seite A dauert gut zwanzig Minuten, Seite B etwas über neunzehn. Die erste Seite baut auf, mit „Children of the Damned“ und dem langen „22 Acacia Avenue“. Die zweite beginnt mit dem Titelsong, lässt „Run to the Hills“ folgen und endet mit „Hallowed Be Thy Name“. Wer die Platte umdreht, bekommt die bekanntesten Stücke auf einer Seite.

Viel Aufregung um einen Titel

In den USA protestierten religiöse Gruppen gegen das Album, verbrannten Platten oder zerschlugen sie mit Hämmern. Harris hat das kopfschüttelnd kommentiert: „They obviously hadn't read the lyrics.“ In Großbritannien stand das Album zwei Wochen auf Platz eins, weltweit wurde es nach Angaben von 2023 rund zwanzig Millionen Mal verkauft.

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