Künstlerporträt
Amy Winehouse
Eine Londonerin mit der Stimme einer alten Jazzsängerin, die mit einem Album den Soul der Sechziger zurück in die Charts brachte.
Amy Winehouse hat in ihrem Leben nur zwei Alben veröffentlicht, und trotzdem ist sie eine der prägenden Stimmen ihrer Generation. Ihre Musik verband den Klang der Girlgroups und des Soul der Sechziger mit brutal ehrlichen Texten aus ihrem eigenen Leben. Back to Black machte sie weltberühmt und öffnete die Tür für viele britische Sängerinnen nach ihr.
In diesem Porträt
1983–2002
01 Nordlondon
Amy Winehouse wurde am 14. September 1983 in London geboren. Zu Hause lief viel Jazz, und sie hörte früh Sängerinnen wie Sarah Vaughan und Dinah Washington.
Sie besuchte Theaterschulen, schrieb eigene Songs und sang in Jazzbands. Mit 19 unterschrieb sie ihren ersten Plattenvertrag.
2003–2005
02 Frank
Ihr erstes Album Frank erschien 2003. Es war jazzig, frech und voller Wortwitz. Der Titel verweist auch auf Frank Sinatra, den sie verehrte.
Frank wurde für den Mercury Prize nominiert, und für „Stronger Than Me“ bekam sie einen Ivor Novello Award, einen der wichtigsten britischen Songschreiberpreise.
2006–2007
03 Back to Black
Für das zweite Album arbeitete sie mit den Produzenten Mark Ronson und Salaam Remi. Ronson holte die Dap-Kings dazu, eine Band aus Brooklyn, die den Klang alter Soulplatten beherrschte wie kaum eine andere. So entstand ein Album, das nach den Sechzigern klingt und doch ganz von heute erzählt.
Back to Black erschien im Oktober 2006, mit „Rehab“, „You Know I’m No Good“, „Tears Dry on Their Own“ und dem Titelsong. In Großbritannien und bald auf der ganzen Welt wurde es ein riesiger Erfolg.
2008
04 Grammys
Bei den Grammys im Februar 2008 gewann sie fünf Preise, darunter die Auszeichnungen für die Aufnahme und den Song des Jahres für „Rehab“. Ihr Auftritt wurde live aus London zugeschaltet.
Gleichzeitig kämpfte sie mit einer Suchterkrankung, und die Boulevardpresse verfolgte sie auf Schritt und Tritt. Neue Musik kam kaum noch heraus.
2009–2011
05 Letzte Jahre
Im März 2011 nahm sie mit Tony Bennett das Duett „Body and Soul“ auf, das ihr posthum einen weiteren Grammy brachte.
Amy Winehouse starb im Juli 2011 mit 27 Jahren in ihrer Wohnung in Camden.
2011–heute
06 Was bleibt
Der Dokumentarfilm Amy von Asif Kapadia kam 2015 ins Kino und gewann 2016 einen Oscar.
Ihre Musik hat einer ganzen Generation von Sängerinnen den Weg bereitet, von Adele bis Duffy. Back to Black gehört zu den meistverkauften britischen Alben dieses Jahrhunderts.
Hörtipp
Back to Black ist kurz, kaum über eine halbe Stunde, und klingt auf einer Röhrenanlage genau so, wie es klingen soll: warm, voll und ein bisschen altmodisch. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Frank Sinatra
In the Wee Small Hours
1955rund 48 Minuten
Frank Sinatra, den Amy Winehouse verehrte, mit seinem stillsten Album.
Zur Album-Story → -
Norah Jones
Come Away with Me
2002rund 45 Minuten
Norah Jones brachte wenige Jahre zuvor den Jazz auf ihre Art zurück in die Charts.
Zur Album-Story →
Amy Winehouse gemeinsam hören
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