Künstlerporträt
Bob Marley
Der Sänger aus Trenchtown, der Reggae in die ganze Welt trug – mit Liedern über Glauben, Widerstand und Liebe.
Bob Marley hat eine Musik aus Jamaika zu einer Weltsprache gemacht. Seine Lieder handeln vom Leben in den Armenvierteln Kingstons, vom Rastafari-Glauben, von Unterdrückung und Befreiung, aber ebenso von Liebe und Zuversicht. Mit den Wailers und der Plattenfirma Island fand er Anfang der Siebziger einen Klang, der Rockhörer in Europa und Amerika erreichte, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Er starb mit 36 Jahren, doch seine Songs werden bis heute überall auf der Welt gesungen.
In diesem Porträt
1945–1962
01 Nine Mile und Trenchtown
Robert Nesta Marley wurde am 6. Februar 1945 in Nine Mile geboren, einem Dorf in der Gemeinde Saint Ann im Norden Jamaikas. Seine Mutter war eine junge Jamaikanerin, sein Vater ein deutlich älterer weißer Jamaikaner, den er kaum kannte.
Als Jugendlicher zog er mit seiner Mutter nach Trenchtown, ein armes Viertel von Kingston, in dem viele Musiker lebten. 1962 nahm er beim Produzenten Leslie Kong seine erste Single „Judge Not“ auf.
1963–1972
02 Die Wailers
Mit Peter Tosh und Bunny Livingston gründete er eine Gesangsgruppe, die bald The Wailers hieß. Im Studio One des Produzenten Coxsone Dodd entstand „Simmer Down“, 1964 ein großer Hit in Jamaika.
Mitte der Sechziger wandte sich Marley dem Rastafari-Glauben zu, 1966 heiratete er die Sängerin Rita Anderson. Um 1970 arbeiteten die Wailers mit dem Produzenten Lee „Scratch“ Perry, und die Brüder Aston und Carlton Barrett kamen als Bassist und Schlagzeuger dazu.
1972–1976
03 Island
Chris Blackwell, Gründer von Island Records, nahm die Wailers 1972 unter Vertrag. Catch a Fire und Burnin’ erschienen 1973 und stellten den Reggae als Albumkunst vor. Auf Burnin’ steht „Get Up, Stand Up“, das Marley mit Peter Tosh schrieb.
Eric Clapton machte 1974 Marleys „I Shot the Sheriff“ zum Hit. Im selben Jahr verließen Tosh und Livingston die Band. Mit Natty Dread und den Sängerinnen der I-Threes, darunter Rita Marley, begann ein neues Kapitel. Die Liveaufnahme von „No Woman, No Cry“ aus dem Londoner Lyceum Theatre 1975 wurde sein Durchbruch in Europa.
1976–1977
04 Exodus
Am 3. Dezember 1976 wurde in Marleys Haus in Kingston auf ihn und sein Umfeld geschossen, zwei Tage vor einem kostenlosen Konzert, das er inmitten politischer Unruhen geben wollte. Marley wurde leicht verletzt und stand trotzdem auf der Bühne. Kurz danach verließ er Jamaika und ging nach London.
Dort entstand Exodus, das am 3. Juni 1977 erschien. Die Barrett-Brüder, Tyrone Downie an den Keyboards, die Gitarristen Junior Marvin und Al Anderson sowie die I-Threes bilden die Band. Die erste Seite ist ernst und spirituell, mit „Natural Mystic“ und dem langen Titelstück, die zweite gehört Liedern wie „Jamming“, „Waiting in Vain“, „Three Little Birds“ und „One Love/People Get Ready“. In Großbritannien blieb das Album 56 Wochen am Stück in den Charts, und das Magazin Time nannte es 1999 das Album des Jahrhunderts.
1978–1981
05 Letzte Jahre
Im April 1978 kehrte Marley für das One Love Peace Concert nach Kingston zurück. Auf der Bühne holte er die beiden verfeindeten Politiker Michael Manley und Edward Seaga zu sich und legte ihre Hände zusammen.
Schon 1977 war bei ihm Hautkrebs festgestellt worden. 1980 spielte er bei der Unabhängigkeitsfeier Simbabwes und veröffentlichte Uprising mit „Redemption Song“, allein zur Akustikgitarre gesungen. Bob Marley starb am 11. Mai 1981 in Miami, mit 36 Jahren.
1981–heute
06 Was bleibt
Die Sammlung Legend von 1984 wurde eines der meistverkauften Alben überhaupt und bringt bis heute neue Hörerinnen und Hörer zu seiner Musik.
1994 wurde Marley in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Mehrere seiner Kinder machen selbst Musik, und seine Lieder sind in Jamaika bis heute so etwas wie eine zweite Nationalhymne.
Hörtipp
Exodus passt zu einem warmen Abend, an dem niemand mehr auf die Uhr schaut – erst die ernste erste Seite, dann die zweite, bei der die Füße von allein mitgehen. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Künstlerporträt
The Clash
1 Album auf dieser Seite
Im selben Londoner Jahr 1977 nahm Marley „Punky Reggae Party“ auf und nannte darin The Clash, die kurz zuvor Reggae gecovert hatten.
Zum Porträt → -
John Mayall & the Bluesbreakers
Blues Breakers with Eric Clapton
1966rund 37 Minuten
Eric Clapton, hier bei John Mayall zu hören, machte 1974 Marleys „I Shot the Sheriff“ zum Nummer-eins-Hit in den USA.
Zur Album-Story →
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