Künstlerporträt
Curtis Mayfield
Ein leiser Mann mit hoher Stimme und sanfter Gitarre, der dem Soul ein Gewissen gab.
Curtis Mayfield sang mit einer zarten Falsettstimme über Hoffnung, Stolz und die Probleme der amerikanischen Städte. Mit den Impressions schrieb er in den Sechzigern Lieder, die zur Begleitmusik der Bürgerrechtsbewegung wurden. Als Solokünstler verband er Funk, Streicher und klare Botschaften. Sein Soundtrack Super Fly erzählte 1972 vom Drogenhandel in Harlem – und nahm dabei deutlich Partei gegen ihn.
In diesem Porträt
1942–1960
01 Chicago
Curtis Mayfield wurde am 3. Juni 1942 in Chicago geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf. Gitarre brachte er sich selbst bei und stimmte sie auf die schwarzen Tasten des Klaviers – eine offene Stimmung, bei der er sein Leben lang blieb.
Mit Jerry Butler sang er in Gospelgruppen. 1958 hatten die beiden mit den Impressions ihren ersten Hit, „For Your Precious Love“. Bald danach ging Butler eigene Wege, Mayfield wurde der Kopf der Gruppe.
1961–1969
02 People Get Ready
Als Songschreiber, Sänger und Gitarrist führte er die Impressions zu Hits wie „Gypsy Woman“, „It’s All Right“ und „Keep On Pushing“. Die Lieder klangen nach Kirche und nach Aufbruch zugleich.
„People Get Ready“ von 1965 wurde zu einer Hymne der Bürgerrechtsbewegung, wie später „We’re a Winner“. 1968 gründete Mayfield in Chicago sein eigenes Label Curtom.
1970–1971
03 Curtis
1970 verließ er die Impressions und veröffentlichte sein erstes Soloalbum Curtis. Es beginnt mit einer düsteren Warnung und endet mit Zuversicht; „Move On Up“ wurde einer seiner bekanntesten Songs.
Mit Bläsern, Streichern und langen Grooves fand er einen eigenen Stil, näher am Funk als die Impressions. Das Livealbum Curtis/Live! zeigt seine Band in einem kleinen New Yorker Club.
1971–1972
04 Super Fly
Für den Film Super Fly von Gordon Parks Jr. schrieb Mayfield die Musik. Aufgenommen wurde von Dezember 1971 bis Mai 1972 in seinem Curtom-Studio in Chicago und in New York, mit dem Arrangeur Johnny Pate und einer kleinen Band um die Gitarristen Phil Upchurch und Craig McMullen.
Während der Film seinen Helden, einen Dealer, eher glänzen ließ, erzählten Mayfields Lieder von den Opfern: „Little Child Runnin’ Wild“, „Pusherman“, „Freddie’s Dead“. Das Album erschien am 11. Juli 1972, stand an der Spitze der US-Charts und verkaufte sich besser als der Film Karten.
1973–1990
05 Curtom
Mayfield produzierte nun auch für andere, etwa Soundtracks für Gladys Knight & the Pips und Aretha Franklin. Sein Label Curtom blieb in Chicago eine wichtige Adresse.
Am 13. August 1990 stürzte bei einem Freiluftkonzert in Brooklyn eine Lichtanlage auf ihn. Seitdem war er vom Hals abwärts gelähmt.
1991–1999
06 Was bleibt
1991 wurde er mit den Impressions in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Trotz der Lähmung nahm er noch ein Album auf, New World Order, erschienen 1996, Zeile für Zeile im Liegen eingesungen.
1999 folgte die Aufnahme als Solokünstler in die Hall of Fame. Curtis Mayfield starb am 26. Dezember 1999 in Georgia, mit 57 Jahren. Seine Lieder wurden von Generationen von Soul- und Hip-Hop-Musikern zitiert und gesampelt.
Hörtipp
Super Fly ist ein Album für einen Abend, an dem die Musik grooven und trotzdem etwas erzählen darf – „Pusherman“ und „Freddie’s Dead“ laut, die Texte aufmerksam. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Marvin Gaye
What's Going On
1971rund 35 Minuten
Marvin Gayes What’s Going On erschien ein Jahr vor Super Fly und erzählt ebenso deutlich von Krieg, Armut und dem Leben in den Städten.
Zur Album-Story → -
Bob Marley and the Wailers
Exodus
1977rund 37 Minuten
Bob Marley verband auf Exodus sein „One Love“ mit Curtis Mayfields „People Get Ready“.
Zur Album-Story →
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