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Künstlerporträt

Lauryn Hill

Rapperin, Sängerin und Songschreiberin, die mit einem einzigen Soloalbum Hip-Hop, Soul und Reggae zu etwas Eigenem verband.

Lauryn Hill konnte rappen wie die Besten und singen wie eine Soulsängerin der alten Schule – das war schon selten genug. Mit den Fugees wurde sie Mitte der Neunziger weltberühmt, dann schrieb und produzierte sie ein Soloalbum, das von Liebe, Glauben, Mutterschaft und Selbstachtung erzählt. The Miseducation of Lauryn Hill gewann 1999 als erstes Hip-Hop-Album den Grammy für das Album des Jahres. Ein zweites Studioalbum hat sie nie veröffentlicht, und gerade das macht dieses eine so besonders.

In diesem Porträt

  1. 01New Jersey 1975–1993
  2. 02The Fugees 1994–1997
  3. 03Miseducation 1997–1998
  4. 04Rückzug 1999–2002
  5. 05Was bleibt 2003–heute

1975–1993

01 New Jersey

Lauryn Hill wurde am 26. Mai 1975 in East Orange in New Jersey geboren und wuchs im Nachbarort South Orange auf. Zu Hause lief die Soulplattensammlung der Eltern, und sie sang schon als Kind.

An der Columbia High School war sie eine ausgezeichnete Schülerin und stand früh auf Bühnen. 1993 spielte sie an der Seite von Whoopi Goldberg im Film Sister Act 2 eine Schülerin mit großer Stimme.

1994–1997

02 The Fugees

Noch als Schülerin hatte sie mit Pras Michel und Wyclef Jean die Gruppe gegründet, die später The Fugees hieß. Das Debüt Blunted on Reality erschien 1994 und blieb weitgehend unbeachtet.

Das zweite Album The Score wurde 1996 ein Welterfolg. Hills Fassung von Roberta Flacks „Killing Me Softly“ lief überall, dazu kamen „Ready or Not“ und „Fu-Gee-La“. The Score gewann einen Grammy und verkaufte sich viele Millionen Mal. Bald danach gingen die drei getrennte Wege.

1997–1998

03 Miseducation

Cover von The Miseducation of Lauryn Hill
The Miseducation of Lauryn Hill · 1998

Ab Herbst 1997 nahm Hill ihr Soloalbum auf, unter anderem in New York und in den Tuff Gong Studios in Kingston auf Jamaika, die Bob Marley gegründet hatte. Sie schrieb und produzierte den Großteil selbst und verband Hip-Hop-Beats mit echten Instrumenten, Bläsern und Streichern. Carlos Santana spielt Gitarre auf „To Zion“, D’Angelo singt mit ihr „Nothing Even Matters“, Mary J. Blige ist auf „I Used to Love Him“ zu hören, und ein junger John Legend spielt Klavier auf „Everything Is Everything“.

The Miseducation of Lauryn Hill erschien im August 1998. Zwischen den Songs hört man Gespräche aus einem Klassenzimmer, in dem Schüler über die Liebe nachdenken. „Doo Wop (That Thing)“ erreichte Platz eins in den USA, „Ex-Factor“ und „Lost Ones“ wurden zu Klassikern. Bei den Grammys 1999 gewann Hill fünf Preise, darunter den für das Album des Jahres – so viele wie keine Frau vor ihr an einem Abend.

1999–2002

04 Rückzug

Der Erfolg war überwältigend, und Hill zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Streitigkeiten um die Urheberschaft einzelner Songs des Albums wurden außergerichtlich beigelegt.

2002 erschien MTV Unplugged No. 2.0, ein roher Mitschnitt, bei dem sie allein mit Gitarre neue, sehr persönliche Lieder vorstellte. Die Kritik war gespalten, bei Fans ist die Platte bis heute geschätzt.

2003–heute

05 Was bleibt

Seither tritt Lauryn Hill nur gelegentlich auf. 2005 fanden die Fugees kurz wieder zusammen. Zum 25. Jubiläum ihres Albums ging sie 2023 auf Tournee, an einigen Abenden gemeinsam mit den Fugees.

The Miseducation of Lauryn Hill wurde in das Archiv der amerikanischen Library of Congress aufgenommen und stand 2020 in der Bestenliste des Rolling Stone auf Platz zehn. Viele Sängerinnen und Rapperinnen der folgenden Generationen nennen sie als Vorbild.

Hörtipp

The Miseducation of Lauryn Hill passt zu einem warmen Abend mit gemischtem Publikum – die Songs greifen auch bei denen, die sonst keinen Hip-Hop hören. Zur Album-Story →

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