Künstlerporträt
Stevie Ray Vaughan
Ein Gitarrist aus Texas, der den Blues Anfang der Achtziger mit Feuer, Hingabe und einem unverwechselbar vollen Ton zurück ins Radio brachte.
Stevie Ray Vaughan spielte den Blues, als kaum noch jemand damit Platten verkaufen konnte. Er hatte die großen Vorbilder verinnerlicht, von Albert King bis Jimi Hendrix, und spielte doch mit einer Kraft, die ganz ihm gehörte. Mit seiner Band Double Trouble machte er den Texas-Blues einem neuen, jungen Publikum bekannt. Zwischen seinem ersten und seinem letzten Album lagen nur sieben Jahre, doch sein Ton ist bis heute ein Maßstab für Gitarristen.
In diesem Porträt
1954–1977
01 Dallas und Austin
Stephen Ray Vaughan wurde am 3. Oktober 1954 in Dallas geboren. Sein älterer Bruder Jimmie spielte Gitarre, und Stevie lernte bei ihm und von den Platten, die Jimmie mit nach Hause brachte.
1972 zog er nach Austin, wo es eine lebendige Musikszene gab. Er spielte in Bands wie Blackbird und ab 1975 bei Paul Ray and the Cobras. Im Club Antone’s traf er seine Helden, darunter Albert King, mit dem er 1977 auf der Bühne stand.
1978–1982
02 Double Trouble
1978 gründete er Double Trouble, benannt nach einem Lied des Bluesmusikers Otis Rush. Chris Layton spielte Schlagzeug, 1980 kam Tommy Shannon am Bass dazu. Die drei waren über Jahre fast ununterbrochen in Texas unterwegs.
Im Juli 1982 spielte das Trio beim Montreux Jazz Festival. Der Auftritt war nicht bei allen beliebt, doch im Publikum saßen Jackson Browne und David Bowie, und beide wollten mit Vaughan arbeiten.
1982–1983
03 Texas Flood
Jackson Browne bot der Band drei Tage in seinem Studio in Los Angeles an, eigentlich einer Lagerhalle mit Betonboden und ein paar Teppichen. Vom 22. bis 24. November 1982 spielten Vaughan, Shannon und Layton die Stücke fast wie auf der Bühne ein, meist live und ohne viele Wiederholungen. Der legendäre Talentsucher John Hammond, der schon Bob Dylan entdeckt hatte, verschaffte ihnen einen Vertrag bei Epic.
Texas Flood erschien am 13. Juni 1983. Neben eigenen Stücken wie „Pride and Joy“, „Love Struck Baby“ und dem Instrumental „Lenny“ stehen Bluesklassiker wie das Titelstück von Larry Davis. Das Album erreichte Platz 38 der amerikanischen Charts, für ein Bluesalbum ein großer Erfolg. Kurz zuvor war Vaughan auf Bowies Album Let’s Dance zu hören gewesen, was ihn schlagartig bekannt machte.
1984–1989
04 In Step
Couldn’t Stand the Weather von 1984 enthält seine Fassung von Jimi Hendrix’ „Voodoo Child (Slight Return)“. Für Soul to Soul von 1985 kam der Keyboarder Reese Wynans zur Band.
Nach einem Zusammenbruch auf Tournee ließ er sich 1986 behandeln und lebte danach nüchtern. In Step von 1989 war sein erfolgreichstes Album und brachte ihm einen Grammy.
1990–heute
05 Was bleibt
Am 27. August 1990 kam Stevie Ray Vaughan nach einem Konzert in East Troy, Wisconsin, bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Er war 35 Jahre alt. Wenige Wochen später erschien Family Style, ein gemeinsames Album mit seinem Bruder Jimmie.
2015 wurde er mit Double Trouble in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Seine Art zu spielen hat eine ganze Generation von Bluesgitarristen geprägt, und Texas Flood gilt heute als Klassiker.
Hörtipp
Texas Flood klingt wie ein Clubkonzert im eigenen Wohnzimmer – am besten laut, an einem Abend mit Gästen, die gern Gitarre hören. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
Weiterhören
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Albert King
Born Under a Bad Sign
1967rund 34 Minuten
Albert King war eines von Vaughans größten Vorbildern; die beiden spielten mehrfach gemeinsam, und man hört Kings Einfluss in jeder gezogenen Saite.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
David Bowie
3 Alben auf dieser Seite
David Bowie sah Vaughan 1982 in Montreux und holte ihn für die Gitarrensoli auf Let’s Dance ins Studio.
Zum Porträt →
Stevie Ray Vaughan gemeinsam hören
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