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Künstlerporträt

Tame Impala

Ein Mann in seinem Heimstudio in Westaustralien, der psychedelischen Rock und Tanzmusik zu einem schwebenden, sehnsüchtigen Pop verbindet.

Hinter dem Namen Tame Impala steht im Studio fast nur einer: Kevin Parker aus Perth, der seine Alben selbst schreibt, einspielt, produziert und später auch mischt. Auf der Bühne wird daraus eine ganze Band. Angefangen hat Parker mit Gitarrenpsychedelik, die an die späten Sechziger erinnerte, später holte er Synthesizer, Disco und R&B in seine Musik. Seine Themen sind Einsamkeit, Veränderung und das Gefühl, sich selbst im Weg zu stehen.

In diesem Porträt

  1. 01Perth 1986–2007
  2. 02Innerspeaker 2008–2011
  3. 03Lonerism 2012–2014
  4. 04Currents 2015
  5. 05Zwischen Rock und Pop 2016–2024
  6. 06Deadbeat 2025–heute

1986–2007

01 Perth

Kevin Parker wurde am 20. Januar 1986 in Sydney geboren und wuchs größtenteils in Perth in Westaustralien auf. Schon als Jugendlicher nahm er zu Hause eigene Stücke auf und spielte dabei alle Instrumente selbst.

2005 gründete er mit Freunden The Dee Dee Dums, aus denen Ende 2007 Tame Impala wurde. Die ersten Songs stellte er auf Myspace, wo Plattenfirmen auf ihn aufmerksam wurden.

2008–2011

02 Innerspeaker

Das Label Modular nahm ihn unter Vertrag, 2008 erschien eine erste EP. Das Debütalbum Innerspeaker von 2010 klang nach Fuzz-Gitarren, Hall und den späten Sechzigern und wurde von der Kritik gefeiert.

Für Konzerte holte Parker Freunde wie Dominic Simper und Jay Watson in die Band. Nebenbei spielte er Schlagzeug bei der befreundeten Band Pond.

2012–2014

03 Lonerism

Lonerism erschien im Oktober 2012 und machte Tame Impala international bekannt. „Elephant“ und „Feels Like We Only Go Backwards“ wurden Hymnen, das Album sammelte zahlreiche Auszeichnungen als Album des Jahres.

Der Titel beschreibt Parkers Lebensgefühl: sich unter Menschen fremd fühlen und doch dazugehören wollen. Seine Stimme wurde in dieser Zeit oft mit der von John Lennon verglichen.

2015

04 Currents

Cover von Currents
Currents · 2015

Für Currents arbeitete Parker in seinem Heimstudio in Fremantle am Meer und machte alles allein: Schreiben, Spielen, Aufnehmen, Produzieren und erstmals auch das Abmischen. Er tauschte viele Gitarren gegen Synthesizer und ließ sich von Disco und R&B der Neunziger anregen. Das fast achtminütige „Let It Happen“ eröffnet das Album, dazu kommen „The Less I Know the Better“, „Eventually“ und „Yes I’m Changing“.

Currents erschien am 17. Juli 2015 und handelt von Veränderung, Abschied und der Frage, ob man ein neuer Mensch werden kann. Es stieg in Australien auf Platz 1, in Großbritannien auf Platz 3 und in den USA auf Platz 4 und gewann bei den ARIA Awards den Preis als Album des Jahres. 2016 nahm Rihanna „New Person, Same Old Mistakes“ für ihr Album Anti auf.

2016–2024

05 Zwischen Rock und Pop

2019 spielte Tame Impala als Hauptact beim Coachella-Festival. Am 14. Februar 2020 erschien The Slow Rush, ein Album über das Vergehen der Zeit, noch stärker von Tanzmusik geprägt.

Parker arbeitete zunehmend für andere, von Travis Scott bis Dua Lipa, deren Album von 2024 er mitschrieb und mitproduzierte.

2025–heute

06 Deadbeat

Im Oktober 2025 erschien Deadbeat, das bislang tanzbarste Tame-Impala-Album. Eine Fassung von „Dracula“ mit der Sängerin Jennie wurde sein erster Top-Ten-Hit in den USA.

Anfang 2026 gewann „End of Summer“ den Grammy für die beste Dance- und Elektronik-Aufnahme.

Hörtipp

Currents funktioniert zum Ankommen und zum Tanzen gleichermaßen – am schönsten, wenn man mit „Let It Happen“ laut beginnt und das Album dann einfach laufen lässt. Zur Album-Story →

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