Künstlerporträt
Janet Jackson
Die jüngste der Jackson-Geschwister, die mit zwanzig beschloss, dass niemand außer ihr selbst bestimmt, wie ihre Musik klingt.
Janet Jackson hätte leicht die kleine Schwester eines Weltstars bleiben können. Stattdessen hat sie mit einem einzigen Album ihren eigenen Weg gefunden und den Klang von Pop und R&B über Jahre geprägt. Ihre Musik verbindet harte Beats mit Verletzlichkeit, Tanz mit Themen, über die im Pop kaum jemand sang – und ihre Bühnenshows setzten Maßstäbe, an denen sich viele Popstars nach ihr messen lassen mussten.
In diesem Porträt
1966–1981
01 Die Jüngste
Janet Damita Jo Jackson kam am 16. Mai 1966 in Gary, Indiana, als jüngstes von neun Geschwistern zur Welt. Als sie drei war, zog die Familie nach Kalifornien, wo ihre Brüder als Jackson 5 zu Stars wurden.
Mit sieben Jahren stand sie mit ihren Geschwistern in Las Vegas auf der Bühne. Ab 1977 spielte sie in Fernsehserien wie „Good Times“ und später „Diff’rent Strokes“ und „Fame“. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden oder Jura studieren, nicht Sängerin.
1982–1985
02 Erste Versuche
Auf Drängen ihres Vaters unterschrieb sie 1982 einen Plattenvertrag. Die beiden ersten Alben, Janet Jackson und Dream Street, waren solide Popplatten, bei denen andere den Ton angaben. Sie verkauften sich mäßig, und kaum jemand nahm sie als eigenständige Künstlerin wahr.
Mitte der Achtziger traf sie eine Entscheidung, die ihr Leben veränderte: Sie wollte ihre Laufbahn nicht länger von ihrem Vater lenken lassen und ihr nächstes Album selbst gestalten. Ihr Plattenlabel brachte sie mit zwei Produzenten aus Minneapolis zusammen.
1985–1986
03 Control
Jimmy Jam und Terry Lewis hatten in der Band The Time gespielt, im Umfeld von Prince, und arbeiteten nun als Produzenten in ihrem Studio Flyte Tyme. Janet Jackson zog für die Aufnahmen nach Minneapolis, weit weg von Los Angeles und ihrer Familie. Die drei schrieben die Songs gemeinsam, aus Gesprächen über ihr Leben.
Control erschien im Februar 1986: harte Drumcomputer, knappe Synthesizer, Texte über Selbstbestimmung. „What Have You Done for Me Lately“, „Nasty“ und „When I Think of You“ wurden Hits, das Album erreichte Platz eins in den USA. Aus der kleinen Schwester war eine eigene Künstlerin geworden.
Die Songs entstanden in wenigen Wochen, oft spontan. „Nasty“ geht auf einen Vorfall in Minneapolis zurück, bei dem Männer sie auf der Straße belästigt hatten – aus dem Ärger wurde ein Song darüber, sich Respekt zu verschaffen.
1989–1995
04 Rhythm Nation
Rhythm Nation 1814 von 1989 verband Tanzmusik mit Themen wie Rassismus, Armut und Bildung. Die Choreografien der Videos, in Schwarz und im Gleichschritt, wurden legendär. Das Album brachte Nummer-eins-Hits in drei aufeinanderfolgenden Jahren hervor – das hatte vorher niemand geschafft.
Mit janet. von 1993 wurde sie sinnlicher und selbstbewusster. Die Zusammenarbeit mit Jam und Lewis blieb über Jahrzehnte bestehen und gehört zu den erfolgreichsten Partnerschaften der Popgeschichte.
Mit der Rhythm Nation Tour ging sie 1990 zum ersten Mal auf große Welttournee. Die Show mit ihren strengen, präzisen Choreografien wurde zum Vorbild für viele Popkonzerte der folgenden Jahrzehnte.
1997
05 The Velvet Rope
The Velvet Rope erschien im Oktober 1997 und ist ihr persönlichstes Album. Es geht um Einsamkeit, Selbstwert, Nähe und Offenheit, um Themen, über die im Pop damals kaum jemand sang. Kurze Zwischenstücke verbinden die Songs zu einem Ganzen, das man am besten am Stück hört.
„Got ’til It’s Gone“, gemeinsam mit dem Rapper Q-Tip, baut auf einem Sample von Joni Mitchells „Big Yellow Taxi“ auf. „Together Again“ ist ein fröhlicher Tanzsong, der Freunden gewidmet ist, die an Aids gestorben waren. Das Album klingt zugleich verletzlich und stark.
2000–heute
06 Vermächtnis
Janet Jackson blieb über Jahrzehnte eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt. 2015 erschien Unbreakable, wieder mit Jam und Lewis, und erreichte Platz eins der amerikanischen Charts.
2019 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Viele Popstars nach ihr, von Beyoncé bis Britney Spears, haben sie als Vorbild genannt – für ihre Musik, ihre Tänze und für die Haltung, sich von niemandem vorschreiben zu lassen, wer sie ist.
Womit anfangen?
Control: energisch, kurz, jeder Song ein Statement. The Velvet Rope ist der Abend, an dem man genauer zuhört. Zur Album-Story →
Die Alben bei Musik Ungestört
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Janet Jackson
Control
1986rund 42 Minuten
Janet Jackson befreite sich mit Control 1986 aus der Kontrolle ihrer Familie und schuf mit Jimmy Jam und Terry Lewis eines der einflussreichsten R&B-Alben der 1980er Jahre.
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Janet Jackson
The Velvet Rope
1997rund 75 Minuten
Janet Jacksons persönlichstes Album macht aus einer Depression 75 Minuten kompromisslos ehrliche Popmusik.
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Michael Jackson
Thriller
1982rund 42 Minuten
Ihr Bruder Michael Jackson veröffentlichte vier Jahre vor Control das meistverkaufte Album der Geschichte.
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Prince and The Revolution
Purple Rain
1984rund 43 Minuten
Jimmy Jam und Terry Lewis kamen aus dem Umfeld von Prince – Purple Rain erschien zwei Jahre vor Control.
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Joni Mitchell
Blue
1971rund 36 Minuten
Joni Mitchells „Big Yellow Taxi“ steckt in „Got ’til It’s Gone“. Blue ist ihr Meisterwerk von 1971.
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