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Künstlerporträt

Patti Smith

Eine Dichterin, die zur Rocksängerin wurde und mit ihrem ersten Album den Weg für Punk und New Wave freimachte.

Patti Smith brachte Poesie und Rock ’n’ Roll auf eine Weise zusammen, die es vorher nicht gab. Sie las ihre Gedichte zu Gitarrenbegleitung, wurde daraus eine Band und nahm 1975 mit Horses ein Album auf, das viele als Beginn des Punk sehen. Ihr Vorbild waren Arthur Rimbaud und Bob Dylan gleichermaßen. Später zog sie sich viele Jahre ins Familienleben zurück, kehrte wieder und wurde auch als Schriftstellerin gefeiert.

In diesem Porträt

  1. 01New Jersey 1946–1967
  2. 02Gedichte und Gitarre 1967–1974
  3. 03Horses 1975
  4. 04Because the Night 1976–1979
  5. 05Detroit 1980–1996
  6. 06Späte Jahre 1996–heute

1946–1967

01 New Jersey

Patricia Lee Smith wurde am 30. Dezember 1946 in Chicago geboren und wuchs in Deptford Township in New Jersey auf. Sie las viel und entdeckte früh die französischen Dichter, allen voran Arthur Rimbaud.

1967 zog sie nach New York. Dort lernte sie den jungen Fotografen Robert Mapplethorpe kennen, mit dem sie lange zusammenlebte und ihr Leben lang befreundet blieb.

1967–1974

02 Gedichte und Gitarre

In New York schrieb Patti Smith Gedichte, Theaterstücke und Musikkritiken. Am 10. Februar 1971 las sie in der St. Mark’s Church, begleitet vom Gitarristen Lenny Kaye. Aus dieser Verbindung wuchs nach und nach eine Band.

1974 nahm sie mit Kaye und dem Pianisten Richard Sohl ihre erste Single auf, eine Fassung von „Hey Joe“. Die Gruppe spielte regelmäßig im Club CBGB, wo zur selben Zeit auch Television auftraten.

1975

03 Horses

Cover von Horses
Horses · 1975

Clive Davis nahm sie für sein neues Label Arista unter Vertrag. Im September 1975 entstand Horses in den Electric Lady Studios in New York, produziert von John Cale von The Velvet Underground. Neben Kaye und Sohl spielten Ivan Král am Bass und Jay Dee Daugherty am Schlagzeug; Tom Verlaine von Television steuerte bei „Break It Up“ die Gitarre bei.

Das Album erschien am 10. November 1975. Es beginnt mit einer wilden Neudeutung von „Gloria“, einem Song von Van Morrisons früherer Band Them, und enthält lange, halb gesprochene Stücke wie „Birdland“ und „Land“. Das Cover, ein schlichtes Schwarzweißfoto von Robert Mapplethorpe, wurde selbst berühmt.

1976–1979

04 Because the Night

Nach Radio Ethiopia von 1976 folgte 1978 Easter. Darauf steht „Because the Night“, das sie gemeinsam mit Bruce Springsteen geschrieben hatte. Der Song kam in den USA auf Platz 13 und wurde ihr größter Hit.

Mit Wave schloss sie 1979 diese Phase ab. Kurz darauf zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück.

1980–1996

05 Detroit

Patti Smith heiratete Fred „Sonic“ Smith, den Gitarristen der Band MC5, und lebte mit ihm und der Familie zurückgezogen in der Nähe von Detroit.

1988 erschien Dream of Life, das die beiden gemeinsam geschrieben hatten, darauf „People Have the Power“. Fred Smith starb 1994. Zwei Jahre später kehrte Patti Smith mit dem Album Gone Again auf die Bühne zurück.

1996–heute

06 Späte Jahre

2007 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Ihr Erinnerungsbuch Just Kids über die frühen Jahre mit Robert Mapplethorpe gewann 2010 den National Book Award, später folgten M Train und weitere Bücher.

Bei der Verleihung des Literaturnobelpreises an Bob Dylan sang sie 2016 in Stockholm dessen „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“. Zum 50. Jubiläum von Horses erschien im Oktober 2025 eine erweiterte Neuausgabe, im November 2025 ihr Erinnerungsbuch Bread of Angels.

Hörtipp

Horses verlangt Aufmerksamkeit: am besten laut, am Anfang eines Abends, wenn alle noch wach genug sind, den Worten zu folgen. Zur Album-Story →

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