Künstlerporträt
The National
Eine Band aus zwei Brüderpaaren und einem Sänger mit tiefer Stimme, die das leise Unbehagen des Erwachsenseins in große Rocksongs verwandelt.
The National stammen aus Cincinnati und fanden in Brooklyn zusammen. Matt Berninger singt mit dunklem Bariton über Unsicherheit, Ehe, Arbeit und Nächte, die zu lang werden. Die Zwillinge Aaron und Bryce Dessner bauen dazu Gitarren, Klavier und Orchesterfarben, die Brüder Scott und Bryan Devendorf halten alles mit Bass und einem eigenwillig treibenden Schlagzeug zusammen. Die Band brauchte Jahre, bis sie bekannt wurde, und wuchs dann Album für Album. Mit Boxer von 2007 fand sie ihren eigenen Klang.
In diesem Porträt
1999–2003
01 Brooklyn
Matt Berninger, Aaron Dessner und die Brüder Scott und Bryan Devendorf gründeten The National 1999 in Brooklyn; alle kamen ursprünglich aus Cincinnati. Aarons Zwillingsbruder Bryce Dessner wurde 2001 festes Mitglied.
Das erste Album erschien 2001 auf Brassland, einem Label, das Bandmitglieder selbst gegründet hatten. Tagsüber hatten die Musiker gewöhnliche Berufe; Sad Songs for Dirty Lovers folgte 2003.
2004–2006
02 Alligator
2004 unterschrieb die Band bei Beggars Banquet, einem größeren unabhängigen Label aus London. Damit konnte sie mehr Zeit ins Musikmachen stecken.
Alligator von 2005 brachte den Durchbruch bei Kritikern. Berningers Texte wurden schärfer und zugleich komischer, die Band spielte zwischen leisen Balladen und plötzlichen Ausbrüchen.
2006–2007
03 Boxer
Boxer entstand mit dem Produzenten Peter Katis in dessen Tarquin Studios in Bridgeport, Connecticut, und zu etwa der Hälfte in Heimstudios in Brooklyn und West Virginia. Padma Newsome schrieb Arrangements für Streicher und Bläser, und Sufjan Stevens spielte Klavier auf „Racing Like a Pro“ und „Ada“. Statt lauter Gitarren stehen Bryan Devendorfs vertrackte Schlagzeugmuster und das Klavier im Vordergrund.
Das Album erschien am 22. Mai 2007. „Fake Empire“ eröffnet es mit einem Klaviermotiv, das langsam von Bläsern überrollt wird; „Mistaken for Strangers“, „Apartment Story“ und „Slow Show“ gehören bis heute zum Kern der Konzerte. Im Juli 2007 spielte die Band „Fake Empire“ bei David Letterman, ihr erster Fernsehauftritt.
Boxer verkaufte sich zunächst bescheiden, wurde aber in vielen Jahres- und Jahrzehntlisten genannt. 2008 lief „Fake Empire“ in einem Wahlkampfvideo für Barack Obama, und die Band wurde über die Szene hinaus bekannt.
2010–2019
04 Große Bühnen
Mit High Violet (2010) und Trouble Will Find Me (2013) spielte die Band in immer größeren Hallen. Die Lieder blieben nachdenklich, doch die Arrangements wurden weiter und prächtiger.
Sleep Well Beast von 2017 brachte ihr den Grammy für das beste Alternative-Album. 2019 folgte I Am Easy to Find, auf dem viele Sängerinnen neben Berninger zu hören sind.
2016–2023
05 Nebenwege
Aaron Dessner gründete mit Justin Vernon von Bon Iver das Projekt Big Red Machine. 2020 produzierte er mit Taylor Swift die Alben folklore und evermore; folklore gewann den Grammy als Album des Jahres.
Bryce Dessner arbeitet als Komponist für Orchester und Filmmusik und hat mit Philip Glass und Paul Simon zusammengearbeitet.
2023–heute
06 Was bleibt
2023 veröffentlichte die Band gleich zwei Alben, First Two Pages of Frankenstein und kurz danach Laugh Track. Auf dem ersten sind unter anderem Sufjan Stevens und Taylor Swift zu Gast.
The National haben gezeigt, dass Rockmusik auch leise, zweifelnd und erwachsen sein kann. Ihre Lieder begleiten viele Menschen durch die Jahre, in denen man mehr Verantwortung trägt als geplant.
Hörtipp
Boxer passt zu einem ruhigen Abend nach einem langen Arbeitstag – ein Album, das mit jedem Hören wächst und am besten ohne Nebengespräche wirkt. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Taylor Swift
folklore
2020gut 63 Minuten
Aaron Dessner von The National hat folklore gemeinsam mit Taylor Swift geschrieben und produziert.
Zur Album-Story → -
Künstlerporträt
Sufjan Stevens
1 Album auf dieser Seite
Sufjan Stevens spielt auf Boxer Klavier bei „Racing Like a Pro“ und „Ada“ und ist den Dessner-Brüdern seit Langem verbunden.
Zum Porträt →
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