Künstlerporträt
Jeff Buckley
Ein Sänger mit einer Stimme über mehrere Oktaven, der nur ein einziges Studioalbum vollenden konnte – und damit Generationen prägte.
Jeff Buckley hat zu Lebzeiten ein einziges Studioalbum veröffentlicht. Grace verband Rock, Folk, Soul und Kirchengesang und zeigte eine Stimme, die vom Flüstern bis zum Schrei alles konnte. Berühmt wurde vor allem seine Fassung von Leonard Cohens „Hallelujah“, doch das ganze Album ist von großer Intensität. Buckley starb 1997 mit 30 Jahren, sein Einfluss wuchs danach stetig.
In diesem Porträt
1966–1990
01 Kalifornien
Jeff Buckley wurde am 17. November 1966 in Anaheim in Kalifornien geboren. Sein Vater war der Sänger Tim Buckley, den er kaum kannte. Er wuchs bei seiner Mutter in Orange County auf und spielte schon als Kind Gitarre.
Nach einem Kurs am Musicians Institute in Hollywood spielte er jahrelang in Bands aller Art, von Jazz über Reggae bis Metal, und hielt sich mit Hoteljobs über Wasser.
1990–1993
02 New York
Im Februar 1990 zog er nach New York. Seinen ersten großen Auftritt als Sänger hatte er im April 1991 bei einem Gedenkkonzert für seinen Vater in einer Kirche in Brooklyn. Danach arbeitete er eine Zeit lang mit dem Gitarristen Gary Lucas.
Ab 1992 sang er allein mit E-Gitarre im kleinen Café Sin-é im East Village: eigene Lieder, Folksongs, Soul, Stücke von Nina Simone oder Édith Piaf. Bald standen Plattenfirmen Schlange, im Oktober 1992 unterschrieb er bei Columbia. Ende 1993 erschien die EP Live at Sin-é.
1993–1994
03 Grace
Für sein Album stellte Buckley eine Band zusammen: Mick Grøndahl am Bass und Matt Johnson am Schlagzeug, später kam Michael Tighe an der Gitarre dazu. Aufgenommen wurde vor allem in den Bearsville Studios bei Woodstock mit Produzent Andy Wallace. „Grace“ und „Mojo Pin“ hatte er mit Gary Lucas geschrieben.
Neben eigenen Songs wie „Last Goodbye“ und „So Real“ stehen drei fremde Stücke auf dem Album: das Lied „Lilac Wine“, der alte „Corpus Christi Carol“ in der Fassung von Benjamin Britten und Leonard Cohens „Hallelujah“, das Buckley über die Version von John Cale kennengelernt hatte. Grace erschien im August 1994 und verkaufte sich zunächst bescheiden, doch Kollegen wie David Bowie, Jimmy Page und Robert Plant zeigten sich begeistert.
1995–1997
04 Unterwegs
Buckley und seine Band tourten fast zwei Jahre durch Nordamerika, Europa, Japan und Australien. Besonders in Frankreich und Großbritannien hatte er ein treues Publikum.
Für ein zweites Album arbeitete er mit Tom Verlaine von Television, später zog er nach Memphis, um neue Songs zu schreiben. Am 29. Mai 1997 ertrank er dort bei einem Unfall im Wolf River, mit 30 Jahren.
1997–heute
05 Was bleibt
Aus den unvollendeten Aufnahmen entstand 1998 Sketches for My Sweetheart the Drunk. Später folgten Livealben und erweiterte Ausgaben von Grace.
„Hallelujah“ kam 2008 in Großbritannien noch einmal weit oben in die Charts, 2014 wurde die Aufnahme in das Tonarchiv der Library of Congress aufgenommen. 2025 zeigte das Sundance-Festival den Dokumentarfilm It’s Never Over, Jeff Buckley.
Hörtipp
Grace braucht Ruhe und etwas Lautstärke – am besten spät am Abend, wenn die Gespräche leiser werden und die Stimme den Raum füllen darf. Zur Album-Story →
Das Album bei Musik Ungestört
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Jeff Buckleys Fassung von Leonard Cohens „Hallelujah“ ist heute die bekannteste Version des Liedes.
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Tom Verlaine, Sänger und Gitarrist von Television, produzierte 1996 die ersten Aufnahmen für Buckleys zweites Album.
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