Musik Ungestört – ungestört & analog Termin anfragen

Künstlerporträt

Grace Jones

Model, Discosängerin, Kunstfigur – Grace Jones hat aus Reggae, New Wave und Disco einen Stil gemacht, der nur ihr gehört.

Grace Jones kam als Model nach Paris und als Discostar in die Clubs von New York, doch berühmt wurde sie mit etwas ganz anderem. Auf den Bahamas verband sie mit einer Studioband um Sly Dunbar und Robbie Shakespeare kühle Popsongs mit Reggae-Grooves und sprach mehr, als dass sie sang. Dazu kam ein Bild, das so prägnant war wie ihre Musik: kantige Anzüge, kurzer Haarschnitt, Fotos von Jean-Paul Goude. Nightclubbing ist das Album, auf dem all das zusammenfindet.

In diesem Porträt

  1. 01Jamaika und Syracuse 1948–1970
  2. 02Paris und Disco 1970–1979
  3. 03Compass Point 1980
  4. 04Nightclubbing 1981
  5. 05Bühne und Film 1982–1986
  6. 06Was bleibt 1987–heute

1948–1970

01 Jamaika und Syracuse

Grace Jones wurde am 19. Mai 1948 in Spanish Town auf Jamaika geboren. Ihr Vater war Geistlicher einer Pfingstkirche, das Elternhaus streng religiös.

Mit 13 Jahren zog sie zu ihren Eltern nach Syracuse im Bundesstaat New York. Mit 18 Jahren bekam sie einen Vertrag bei einer Modelagentur in New York.

1970–1979

02 Paris und Disco

1970 ging sie nach Paris und wurde dort zu einem der gefragtesten Schwarzen Models der Siebziger. Sie arbeitete für Yves Saint Laurent und Kenzo und wurde von Helmut Newton und Guy Bourdin fotografiert.

Bei Island Records erschienen ab 1977 drei Discoalben: Portfolio, Fame und Muse. In den Clubs von New York war sie ein Star, im Kreis um Andy Warhol ebenso. Ab 1977 arbeitete sie mit dem französischen Grafiker und Fotografen Jean-Paul Goude, der ihr Bild für die nächsten Jahre prägte.

1980

03 Compass Point

Island-Chef Chris Blackwell schickte sie 1980 in sein Studio Compass Point auf den Bahamas. Dort wartete eine Band, die später Compass Point All Stars hieß: Sly Dunbar am Schlagzeug, Robbie Shakespeare am Bass, Wally Badarou an den Keyboards, die Gitarristen Barry Reynolds und Mikey Chung und der Perkussionist Uziah „Sticky“ Thompson.

Das erste gemeinsame Album Warm Leatherette bestand vor allem aus Coverversionen, etwa von den Pretenders und Roxy Music. Grace Jones sang sie mit tiefer, beinahe teilnahmsloser Stimme über federnde Reggae-Rhythmen – ein Klang, den es so noch nicht gegeben hatte.

1981

04 Nightclubbing

Cover von Nightclubbing
Nightclubbing · 1981

Für Nightclubbing kehrte dieselbe Besetzung nach Compass Point zurück, produziert von Chris Blackwell und Alex Sadkin. Wieder standen fremde Songs im Mittelpunkt: der Titelsong von Iggy Pop und David Bowie, „Use Me“ von Bill Withers, „Demolition Man“ von Sting und „I’ve Seen That Face Before (Libertango)“ nach Astor Piazzolla, mit einem Zwischenteil auf Französisch.

Das Album erschien im Mai 1981 und wurde ihr erfolgreichstes. „Pull Up to the Bumper“ lief in den Tanzclubs rauf und runter, die britische Musikzeitschrift NME wählte Nightclubbing zum Album des Jahres. Das Cover, ein übermaltes Foto von Jean-Paul Goude mit Grace Jones im Armani-Anzug, gehört zu den bekanntesten Plattenhüllen der Achtziger.

1982–1986

05 Bühne und Film

Living My Life schloss 1982 die Trilogie aus Compass Point ab. 1985 produzierte Trevor Horn das Album Slave to the Rhythm, eine Collage um einen einzigen Song, durchsetzt mit Interviewschnipseln.

Im Kino spielte sie 1984 in Conan der Zerstörer und 1985 im James-Bond-Film Im Angesicht des Todes die Gegenspielerin May Day. Die Sammlung Island Life machte ihre Singles 1985 noch einmal einem großen Publikum bekannt.

1987–heute

06 Was bleibt

Nach fast zwei Jahrzehnten ohne neues Studioalbum kehrte sie 2008 mit Hurricane zurück, wieder mit Sly Dunbar und Robbie Shakespeare. 2015 erschien ihre Autobiografie I’ll Never Write My Memoirs.

2022 leitete sie das Meltdown-Festival in London und war auf Beyoncés Album Renaissance im Song „Move“ zu hören. Ihre Mischung aus Clubmusik, Kunst und Inszenierung wirkt bis heute bei vielen Popkünstlerinnen nach.

Hörtipp

Nightclubbing passt an den Anfang eines Abends, wenn die Stimmung schon locker ist – die Grooves tragen, und wer mag, darf sich im Sessel ein wenig mitbewegen. Zur Album-Story →

Das Album bei Musik Ungestört

Weiterhören

Grace Jones gemeinsam hören

Ein Album am Stück, vom Tonband, ohne Ablenkung – bei Ihnen vor Ort. Sagen Sie mir einfach, welches Album es sein soll.

Termin anfragen →

Ihnen ist ein Fehler in diesem Text aufgefallen? Melden Sie es mir – ich freue mich über jeden Hinweis.

← Alle Künstler · Alle Alben