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Aus dem Plattenregal7 Minuten Lesezeit

Debütalben: 10 erste Platten, die sofort alles wollten

Ein erstes Album entsteht meist ohne Erwartung. Niemand wartet darauf, und genau deshalb darf es alles.

Zehn Debütalben aus dem Plattenregal, von 1967 bis 2009: Rock, Punk, Soul, Hip-Hop, Trip-Hop und Pop. Auf jeder dieser Platten ist eine Band oder eine Stimme gleich ganz da, mit einem eigenen Klang, den man nach wenigen Sekunden wiedererkennt. Die meisten wurden erst später zu dem, was sie heute sind.

  • Albenzehn
  • Zeitraum1967 bis 2009
  • GenresRock, Punk, Soul, Hip-Hop, Pop
  • Am bestenam Stück

Steckbrief

Thema
Debütalben
Epoche
1967 bis 2009
Laufzeit
36 bis 53 Minuten
Auf Band
auf Wunsch jedes davon

„Ein Debüt muss niemandem etwas beweisen. Es muss nur hörbar machen, wer da spielt.“

Aus diesem Artikel

In diesem Artikel

  1. 01Was ein erstes Album ausmacht
  2. 02Zehn Debütalben, die sofort alles wollten
  3. 03Wie man ein Debütalbum hört
  4. 04Häufig gefragt

01Was ein erstes Album ausmacht

Eine Tonbandmaschine, aus deren Spule ein Band wie eine Startflagge weht, daneben eine Plattenhülle mit einer großen Eins und im Hintergrund eine kleine Clubbühne mit einem Mikrofon.
Das erste Band läuft.

Vor dem ersten Album gibt es meist nur eine Bühne, einen Club und ein paar Leute, die zuhören. Viele Debüts klingen deshalb so, wie die Band live klang, oft mit wenig Geld und wenig Zeit aufgenommen. Und viele wurden nicht sofort verstanden: Einige verkauften sich zunächst kaum, andere brauchten Monate, bis sie jemand hören wollte.

In diese Liste kamen nur Platten, die eindeutig das erste Album einer Band, eines Musikers oder einer Musikerin sind. Die Reihenfolge folgt dem Erscheinungsjahr, eine Rangfolge ist es nicht.

02Zehn Debütalben, die sofort alles wollten

  1. 1. Are You Experienced (The Jimi Hendrix Experience, 1967)

    Als die ersten Aufnahmen begannen, gab es die Band noch keine drei Wochen. Für den Titelsong, aufgenommen am 3. April 1967, wurde das Band von Hand umgedreht, und Jimi Hendrix spielte seine Gitarre zur eigenen, rückwärts laufenden Musik. Elf Stücke in rund 39 Minuten, vom Riff von „Foxy Lady“ über „Red House“ bis ins All: erstaunlich weit auseinander für ein einziges Debüt, und doch immer dieselbe Band.

  2. 2. The Velvet Underground & Nico (The Velvet Underground & Nico, 1967)

    Aufgenommen für den Gegenwert eines gebrauchten Autos, mit einer Bratsche, die John Cale mit Gitarren- und Mandolinensaiten bespannt hatte. Als die Platte 1967 erschien, wollte sie fast niemand hören; Radiostationen ließen sie liegen. Rund 48 Minuten, vom hellen „Sunday Morning“ am Anfang bis zu den sieben unruhigen Minuten von „European Son“, und die Platte bleibt konsequent unbequem.

  3. 3. Horses (Patti Smith, 1975)

    Patti Smith kam als Dichterin zur Musik: Ihre erste öffentliche Lesung hielt sie im Februar 1971 in der St. Mark’s Church, begleitet von Lenny Kayes Gitarre. Im September 1975 nahm sie mit John Cale als Produzent ihr erstes Album auf. Zwei Seiten mit je vier Stücken, beide steigern sich zu einem Stück von über neun Minuten, und man hört, wie aus einem Gedicht Musik wird.

  4. 4. Marquee Moon (Television, 1977)

    Die Band aus dem CBGB hatte drei Jahre lang Material verworfen, bis nur noch übrig blieb, was live funktionierte. Die knapp zehnminütige Titelnummer stand im ersten Durchgang auf Band, einer Anekdote zufolge, ohne dass der Schlagzeuger wusste, dass die Maschine lief. Keine Effekte, nur Gitarren direkt in die Verstärker; rund 45 Minuten, und jede Seite endet mit einem der beiden längsten Stücke.

  5. 5. Diamond Life (Sade, 1984)

    Den Text zu „When Am I Going to Make a Living“ schrieb Sade Adu auf die Rückseite eines Reinigungsscheins, während sie in einer Änderungsschneiderei wartete. Sechs Wochen lang spielte die Band in einem Londoner Studio mit echtem Klavier, Bass und Saxofon gegen ein Jahrzehnt an, das gerade auf Synthesizer umstellte. Knapp 45 Minuten, die in ihrer eigenen, leisen Zone bleiben: Man muss die Lautstärke kein einziges Mal anpassen.

  6. 6. Appetite for Destruction (Guns N’ Roses, 1987)

    Ein Debüt, das gut ein Jahr bis ganz nach oben brauchte: erschienen im Juli 1987, an der Spitze der US-Charts erst im August 1988. Slash fand seinen Klang auf dem Nachbau einer Les Paul, den ein Gitarrenbauer in einem Wohnwagen gebaut hatte. Die Seiten heißen nicht A und B, sondern G und R, mit je sechs Songs und jeweils 26 bis 27 Minuten: zwei Hälften, die man hintereinander hören sollte.

  7. 7. Illmatic (Nas, 1994)

    Ein Zwanzigjähriger mit zwei bekannten Gastversen bekam Beats von DJ Premier, Pete Rock, Q-Tip und Large Professor. Die erste Strophe von „N.Y. State of Mind“ nahm Nas in einem einzigen Durchgang auf. Zehn Stücke in knapp vierzig Minuten, keine Zeile zu viel; trotz fünf Produzenten klingt es wie aus einem Guss.

  8. 8. Dummy (Portishead, 1994)

    Ein Debüt aus Bristol mit einem ungewöhnlichen Verfahren: Die Band spielte eigene Musik ein, ließ sie auf Vinyl pressen, nutzte die Platten ab und sampelte sie erst dann. Die Plattenfirma fand, die Snare klinge wie eine Blechdose, und Adrian Utley fand genau das gut. Rund 43 Minuten auf derselben gedrückten Temperatur, nie auftrumpfend, nie harmlos, und deshalb nichts für nebenbei.

  9. 9. Is This It (The Strokes, 2001)

    Eigentlich kamen die Strokes nur für ein Demo in das Kellerstudio von Gordon Raphael an der Lower East Side: drei Songs in drei Tagen. Daraus wurden ein Monat und ein ganzes Album. Elf Songs, keiner länger als vier Minuten, rund 36 Minuten insgesamt: kurz genug, um die Platte als Auftakt eines Abends zu hören oder gleich zweimal.

  10. 10. Lungs (Florence + the Machine, 2009)

    Weil in dem winzigen Studio kein Schlagzeug stand, schlugen Florence Welch und Isabella Summers mit den Händen gegen die Wand; aus dem Zufallsbeat wurde „Dog Days Are Over“, der Song, der das Album eröffnet. Fünf Produzenten, Harfe, Chor und viele Trommeln, und erst ein halbes Jahr nach Erscheinen stand das Album in Großbritannien auf Platz eins. Rund 46 Minuten, die zweite Seite dunkler, mit einem Bogen von der Befreiung am Anfang bis zur Liebeserklärung am Schluss.

03Wie man ein Debütalbum hört

Am besten ohne das, was danach kam. Wer ein Debüt am Stück hört, ohne an die späteren Hits zu denken, hört eine Band in dem Moment, in dem sie noch niemandem etwas schuldet. Wie das zu Hause gelingt, steht im Artikel Listening Session selbst veranstalten.

Auch in anderen Listen stehen Debüts: „Texas Flood“ von Stevie Ray Vaughan unter den Bluesalben für Einsteiger, „Unknown Pleasures“ von Joy Division unter den schnell aufgenommenen Alben. Alle Platten mit ihren Geschichten stehen unter Alben.

Auf Band

Ein Debütalbum bei Ihnen zu Hause

Vielleicht gibt es ein erstes Album, mit dem für Sie etwas angefangen hat. Das kann eines dieser zehn sein oder jedes andere. Bei einem Hörabend wählen Sie das Album, ich überspiele es auf Band und bringe die Bandmaschine zu Ihnen: zu zweit, zu viert oder für eine größere Runde. Wie so ein Abend abläuft, steht auf der Seite Listening Session.

04Häufig gefragt

Was zählt als Debütalbum?

Das erste reguläre Album einer Band oder eines Musikers. Singles und EPs davor zählen nicht: The Strokes etwa veröffentlichten vor „Is This It“ die EP „The Modern Age“.

Welches Debüt in dieser Liste brauchte am längsten bis an die Spitze der Charts?

„Appetite for Destruction“ von Guns N’ Roses erschien im Juli 1987 und stand erst im August 1988 an der Spitze der US-Charts. „Lungs“ von Florence + the Machine erreichte Platz eins in Großbritannien ein halbes Jahr nach Erscheinen.

Kann ich eines dieser Alben bei einem Hörabend hören?

Ja. Sie wählen das Album, ich überspiele es auf Band und bringe die Anlage zu Ihnen.

Ein Debütalbum vom Tonband hören

Eines dieser zehn Alben, oder jedes andere, auf Band und bei Ihnen zu Hause. Zu zweit, zu viert oder mit Freunden. Auch als Gutschein.

Termin anfragen → So läuft eine Session →

Mehr Platten

Das Plattenregal

Alle Alben mit ihren Geschichten, sortiert nach Jahrzehnt, Genre und Form. Zum Plattenregal →

Angaben zu Aufnahmen und Chartplatzierungen nach den verlinkten Album-Storys; dort stehen auch die Quellen.

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